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	<title>2024 &#8211; Rentrée littéraire: französische Literatur der Gegenwart</title>
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		<title>Die Entwicklung der Vergangenheit: Fotografie, Erinnerung, Begehren bei Sébastien Berlendis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2026 01:53:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="158" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/41ZHfcY-LnL-158x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/41ZHfcY-LnL-158x300.jpg 158w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/41ZHfcY-LnL.jpg 426w" sizes="(max-width: 158px) 100vw, 158px" />Sébastien Berlendis' "Lungomare" überlagert zwei ligurische Sommer wie zwei Belichtungen auf demselben Negativ: den Sommer 1971, in dem die Eltern des Erzählers jung und sonnengebräunt an der Küste von San Remo posieren, und den gegenwärtigen Sommer in Roccabianca, in dem der Erzähler mit der Rolleiflex um den Hals seine Geliebte Annabella vor blauen Kabinentüren fotografiert. Zwischen bröckelnden Jugendstilvillen, weißen Bojen und dem Duft von lauwarmem Sekt entfaltet sich eine Prosa, die Erinnerung als fotografischen Entwicklungsprozess begreift – unscharf, überbelichtet, nie ganz fixierbar. Diese intermediale Poetik, die den Satzbau konsequent an Kamera, Film und Dunkelkammer schult, durchzieht Berlendis' weiteres Werk: In "L'autre pays" durchquert ein Ich-Erzähler, im stillen Zwiegespräch mit einer abwesenden Geliebten, das sommerliche Italien und entziffert unterwegs die Postkarten eines ausgewanderten Urgroßvaters; in "Maures" kehrt derselbe Blick an die heimatlichen Zeltplätze der Provence zurück, wo vier vergilbte Fotografien von 1972 den langsamen Abschied von den Großeltern rahmen. Die Interpretation liest diese Bücher als Variationen eines einzigen Verfahrens, in dem Licht, Zelluloid und Satz gemeinsam versuchen, das Vergängliche für einen Augenblick festzuhalten, ohne es je ganz zu besitzen.]]></description>
		
		
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		<title>Kosmogonie und Sommersonnenwende auf dem Supermarktparkplatz: Célestin de Meeûs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2026 02:07:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="191" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/719LsPy6jZL._UF10001000_QL80_-1-191x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/719LsPy6jZL._UF10001000_QL80_-1-191x300.jpg 191w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/719LsPy6jZL._UF10001000_QL80_-1.jpg 635w" sizes="(max-width: 191px) 100vw, 191px" />In Célestin de Meeûs, "Mythologie du .12" (2024) treffen an einem einzigen Sommersonnenwendabend in der belgischen Provinz zwei Welten aufeinander, die sich sonst nie begegnen: Théo, gerade volljährig und mit den letzten Prüfungen fertig, vertreibt sich mit seinem Freund Max die Zeit auf dem Parkplatz einer Einkaufszone, zwischen Bier, Joints und der Erinnerung an eine gescheiterte Beziehung, während der Chefarzt Rombouts nach einem langen Arbeitstag in seine Villa am Waldrand zurückkehrt, wo Ehe und Vaterrolle bereits zerbrochen sind. Als Théo und Max am Abend in genau jenes kürzlich erworbene Waldstück ziehen, das an Rombouts' Grundstück grenzt, registriert dieser von seiner Terrasse aus Stimmen und Lichtschein, hält die beiden für Einbrecher und erschießt Théo mit seiner Flinte vom Kaliber .12 – ein Akt aus Furcht, den der Roman nicht als plötzlichen Ausbruch, sondern als Endpunkt eines längst angelegten Gefälles aus Besitzdenken, verletzter Männlichkeit und familiärer Weitergabe von Gewalt erzählt. Der Aufsatz liest diese Erzählung als Auseinandersetzung mit dem im Titel angekündigten Mythos: Kurz vor dem Schuss ruft sich Théo den antiken Sukzessionsmythos von Uranos und dem Sohn Kronos ins Gedächtnis, in dem der Sohn den übermächtigen Vater entmannt, um eine neue Ordnung freizusetzen – doch der Roman kehrt dieses Muster um, denn hier tötet eine Vaterfigur einen fremden jungen Mann, um den eigenen Status zu verteidigen, sodass aus befreiender Ablösung sterile Wiederholung wird. Eigentum, Männlichkeitsideal und koloniales Erbe verdichten sich dabei, wie der Text zeigt, zu einer selbstgemachten Mythologie im Sinne Roland Barthes', die eine Tötung als Notwehr erscheinen lässt, während Form und Syntax des Romans – die endlosen, kaum von Punkten unterbrochenen Sätze, die Parallelführung der Schauplätze, das wiederkehrende Bild des „Nirgendwo" – diese Sinnverweigerung auf der Ebene der Sprache selbst vollziehen.]]></description>
		
		
		
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		<title>Wasser, Hitze, Tiefe: Zur Poetik des französischen Sommerromans</title>
		<link>https://rentree.de/2026/06/28/wasser-hitze-tiefe-zur-poetik-des-franzoesischen-sommerromans/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2026 02:09:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="225" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/Plage-course-300x225.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/Plage-course-300x225.jpg 300w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/Plage-course.jpg 720w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Der Artikel wurde bei 37°C geschrieben. Er bündelt sechzehn jüngere französischsprachige Romane zu einer vielstimmigen Topographie des Wassers – von der Pariser Stadtpiscine über private Swimmingpools und nordamerikanische Wohnanlagen bis hin zu Seenlandschaften und den Küsten des Atlantiks und Mittelmeers. In prägnanten Szenen – dem Zögern auf dem Fünf-Meter-Brett, dem ersten Eintauchen eines alten Mannes nach Jahrzehnten, dem reglosen Sitzen am Rand eines unbenutzten Beckens oder dem erschöpften Auftauchen nach einem weiten Meeresschwimmen – wird Wasser als elementare Erfahrung des Körpers erfahrbar: kühlend, tragend, widerständig. Die Texte zeigen, wie sich im Moment des Badens soziale Ordnungen verschieben und zugleich sichtbar werden: Körper werden lesbar, Klassenunterschiede, Begehren und Ausschlüsse treten offen zutage, während das Wasser für Augenblicke eine Gleichheit herstellt, die an Land sofort wieder zerfällt. - Zugleich fungiert das nasse Element als Speicher und Auslöser von Erinnerung: Chlorgeruch, Salz auf der Haut oder das wiederkehrende Blau eines Beckens rufen Kindheit, erste Liebe oder Verlusterfahrungen auf. Mehrfach kehren die Romane zur Adoleszenz zurück, zu Initiationsmomenten eines Sommers, in dem ein Sprung ins Wasser über Zugehörigkeit entscheidet oder ein Nicht-Sprung eine Lebenslinie markiert. Andere Texte zeigen das Wasser als Ort existenzieller Grenzerfahrung – als Raum der Trauerbewältigung, der Krankheit, der Depression oder der Konfrontation mit dem Tod, in dem Sprache versagt und nur noch der Körper reagieren kann. Zwischen öffentlichem Schwimmbad, das als sozialer Mikrokosmos fungiert, und offenem Meer, das Gleichgültigkeit und Übermacht verkörpert, entfaltet sich so eine Poetik des Wassers, die das Element weder auf Metapher reduziert noch rein naturalistisch belässt: Es ist zugleich konkreter Stoff und Resonanzraum, in dem sich Leben verdichtet. Der Sommer erscheint dabei als beschleunigte, aufgeheizte Zeitform, in der sich im Kontakt mit dem Wasser Übergänge vollziehen – zwischen Kindheit und Erwachsensein, Nähe und Verlust, Kontrolle und Kontrollverlust – und in der die Figuren für einen Moment zugleich freigelegt und sich selbst entzogen sind.]]></description>
		
		
		
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		<title>Putins Russland, Homophobie und Papierfranzosen bei Sergueï Shikalov</title>
		<link>https://rentree.de/2026/06/15/putins-russland-homophobie-und-papierfranzosen-bei-serguei-shikalov/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 04:17:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7144-A7WomL-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7144-A7WomL-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7144-A7WomL-699x1024.jpg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7144-A7WomL-768x1125.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7144-A7WomL-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7144-A7WomL-1398x2048.jpg 1398w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7144-A7WomL.jpg 1653w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Der Aufsatz liest Sergueï Shikalovs "Espèces dangereuses" (Seuil, 2024) als poetologisch hochreflexiven Text über Homophobie im postsowjetischen Russland, in dem eine ganze Generation schwuler Männer zwischen einem kurzen historischen "Frühling“ und einer erneuten autoritären Eiszeit sichtbar wird. Im Zentrum steht dabei weniger eine lineare Handlung als eine kollektive Erfahrungsform, die sich im unbestimmten "on“ artikuliert: eine litaneiartige, fragmentierte Rede, die individuelle Biographie zugunsten eines geteilten, von Gewalt, Scham und prekärem Begehren gezeichneten Daseins suspendiert. Gerade diese Verweigerung des Ichs wird zur ästhetischen Strategie, die das Verschwinden dokumentiert und zugleich konterkariert, indem sie aus Anonymisierung ein Verfahren der Zeugenschaft macht. Die Thematisierung von Homophobie erscheint dabei nicht nur als soziale Realität – in Gestalt von Übergriffen, institutioneller Gleichgültigkeit und politischer Repression –, sondern als diskursive Ordnung, die Körper klassifiziert, entwertet und aus dem Sagbaren verdrängt. Entscheidend ist, dass der Roman diese Erfahrung in der erlernten französischen Sprache formuliert, die als Medium des Exils einen paradoxen Raum eröffnet: Distanz und Artikulationsmöglichkeit fallen zusammen, sodass das Unsagbare überhaupt erst sagbar wird. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Frage der französischen Staatsbürgerschaft Kontur: Sie markiert zwar einen juristischen und existentiellen Bruch, bleibt jedoch – wie Shikalovs Essay "Français de papier" (2025) zeigt – ambivalent, insofern Zugehörigkeit weiterhin unter Vorbehalt steht und sich die Logiken der Ausgrenzung in neuer Form fortschreiben.]]></description>
		
		
		
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		<title>Jüdisches Denken gegen sich selbst: Verbergen, Assimilation und doppelte Existenz bei Nathan Devers</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 08:28:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="185" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7110UJih4cL._AC_UF8941000_QL80_-185x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7110UJih4cL._AC_UF8941000_QL80_-185x300.jpg 185w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/7110UJih4cL._AC_UF8941000_QL80_.jpg 618w" sizes="auto, (max-width: 185px) 100vw, 185px" />Nathan Devers’ "Penser contre soi-même" (Albin Michel, 2024) verfolgt eine ebenso autobiografische wie philosophische Bewegung, in der das orthodox gelebte Judentum nicht als bloße Herkunft, sondern als dynamischer Denkraum erscheint, der seine eigene Überschreitung ermöglicht. Ausgehend von einem bürgerlich-assimilierten Milieu führt der Text über eine Phase intensiver religiöser Radikalisierung hin zu einem Bruch, der nicht von außen erzwungen wird, sondern aus der inneren Logik des Glaubens selbst hervorgeht – paradigmatisch verdichtet in der Lektüre des Kohelet und im Schwindel der eigenen Kontingenz. Zugleich rückt die Darstellung ein jüdisches Leben ins Zentrum, das sich unter Bedingungen latenter Bedrohung organisiert: Praktiken des Sich-Verbergens, der „marranischen“ Unsichtbarkeit und der situativen Anpassung erscheinen als alltägliche Strategien in einer von Antisemitismus durchzogenen Umwelt. Die Besprechung arbeitet diese Spannung als konstitutiv heraus und liest Jüdischkeit nicht als stabile Identität, sondern als Bewegung, die sich gerade der Verfestigung ins Identitäre entzieht. Sie erscheint vielmehr als eine offene, selbstkritische Praxis, die – in ihrer talmudischen Struktur – die Mittel zu ihrer eigenen Infragestellung bereitstellt. Devers’ Übergang zur Philosophie erweist sich folglich nicht als Abkehr, sondern als Transformation: als Fortsetzung einer existenziellen Suche unter veränderten epistemischen Bedingungen, in der die „zerbrochenen Götzen“ des Glaubens in veränderter Form weiterwirken.]]></description>
		
		
		
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		<title>Herkunft, Begehren und Glaube: Monia Aljalis</title>
		<link>https://rentree.de/2026/06/11/herkunft-begehren-und-glaube-monia-aljali/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 15:59:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/154342_couverture_Hres_0-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/154342_couverture_Hres_0-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/154342_couverture_Hres_0-699x1024.jpg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/154342_couverture_Hres_0-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/154342_couverture_Hres_0-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/154342_couverture_Hres_0.jpg 1366w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Monia Aljalis' Debütroman "L'Extase" (Seuil, 2024) schildert einen einzigen Tag im Leben Leylas, einer jungen Frau mit arabisch-muslimischen Wurzeln, die durch Paris streift, dem entfremdeten Berufsleben entflieht und sich zwischen Freunden, Liebhabern und Randfiguren bewegt – zerrissen zwischen traditioneller Familie und einer trotzigen Suche nach sinnlicher Freiheit, immer wieder eingeholt von religiöser Schuld, bis der Roman im morgendlichen Gebet der Mutter und dem Aufruf „Réveille-toi, Leyla" mündet. Die vorliegende Analyse erschließt den Text über fünf Zugänge – die Sakralisierung des Profanen, die Identität zwischen zwei kulturellen Modellen, den von Scham geprägten Bezug zum Körper, das Motiv des wiederkehrenden „Mahnrufs" und die hybride Form aus Prosa, Vers und Chat – und verdichtet diese Lektüre an einer Schlüsselszene in der arabischen Buchhandlung, in der Leylas sprachliche Heimatlosigkeit greifbar wird.]]></description>
		
		
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		<title>Neukaledonien – versehrtes Epos und Empathie als Widerstand: Alice Zeniter</title>
		<link>https://rentree.de/2026/06/07/neukaledonien-versehrtes-epos-und-empathie-als-widerstand-alice-zeniter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 09:49:16 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Alice Zeniter]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="198" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/71Y5MnvSHFL._AC_UF8941000_QL80_-198x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/71Y5MnvSHFL._AC_UF8941000_QL80_-198x300.jpg 198w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/71Y5MnvSHFL._AC_UF8941000_QL80_.jpg 659w" sizes="auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px" />Als "Frapper l'épopée" im August 2024 erschien, stand Neukaledonien in Flammen: Wenige Monate zuvor hatten Aufstände gegen eine in Paris durchgesetzte Wahlrechtsreform vierzehn Tote und Milliardenschäden gefordert. Alice Zeniters bereits 2023 abgeschlossener Roman trat damit in seiner "Vorkrisen-Fassung" mitten in eine brennende Aktualität ein, die er nicht hatte kennen können – ein Zusammenfall, der ihm eine fast prophetische Schwere verlieh. Das Buch erzählt die Heimkehr der jungen Caldoche Tass nach Nouméa, wo sie als Aushilfslehrerin ihrer ungeklärten Familienherkunft nachspürt, während eine kanak Aktivistengruppe um Un Ruisseau mit Aktionen einer "gewalttätigen Empathie" den Kolonisierenden die Erfahrung der Enteignung körperlich spürbar zu machen sucht; in einem phantastischen Sturz ins "Wasserloch" durchlebt Tass schließlich die koloniale Vorgeschichte ihres ins Bagno deportierten Vorfahren Arezki, ehe der Roman in der Gegenwart und einer kaum sichtbaren Schlussgeste – einem mit dem Finger gespurten Aktivistenkürzel – mündet. Der Aufsatz liest das Werk von seinem Titel her, das Verb "frapper" in seiner Doppelbedeutung (schlagen und prägen) als poetologisches Programm eines "versehrten Epos", das die heroische Kolonialerzählung zertrümmert und zugleich ein neues, vielstimmiges und antiheroisches Gedächtnis einschreibt. Erzählen soll hier nicht informieren, sondern sinnlich verunsichern. Flankiert wird diese werkimmanente Lektüre durch eine Einordnung neben Zeniters "L'Art de perdre", eine Auswertung der französischen Rezeption und eine Reflexion über die Verschiebung der Leseperspektive nach den Aufständen vom Mai 2024 – sodass die Besprechung das Buch zugleich als ästhetisches Wagnis und als politisch brisanten Gegenwartstext profiliert.]]></description>
		
		
		
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		<title>Montaigne auf der Anklagebank: Philippe Desan</title>
		<link>https://rentree.de/2026/06/02/montaigne-auf-der-anklagebank-philippe-desan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 14:07:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Philippe Desan]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="198" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/desan-198x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/desan-198x300.jpg 198w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/desan-677x1024.jpg 677w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/desan-768x1162.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/desan-1015x1536.jpg 1015w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/desan-1354x2048.jpg 1354w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/desan.jpg 1400w" sizes="auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px" />Der Roman des renommierten Montaigne-Forschers Philippe Desans, "Montaigne – La Boétie: une ténébreuse affaire" (2024), erzählt die berühmteste Freundschaft der französischen Renaissance als literarischen Kriminalfall. Ausgehend von der Begegnung Montaignes und Étienne de La Boéties im Bordeaux des 16. Jahrhunderts entfaltet der Roman die provokante Hypothese, Montaigne selbst könnte für den frühen Tod seines Freundes verantwortlich gewesen sein. Über die Spur eines verschollenen Sonetts, verborgener Dokumente und einer modernen akademischen Untersuchung verfolgt Desan die Wege der Überlieferung bis in die Gegenwart und macht die Rekonstruktion der Vergangenheit zum eigentlichen Gegenstand seiner Erzählung. Der Aufsatz zeigt, dass dieser historische Kriminalroman weit mehr ist als ein gelehrtes Spiel: Er stellt eine fiktionale Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen der Montaigne-Forschung dar und setzt sich dabei implizit mit der humanistischen Montaigne-Deutung Hugo Friedrichs auseinander. Während Friedrich in seiner klassischen Monographie von 1949 die Einheit eines „sehr organisierten Geistes“ und die Konsubstantialität von Leben und Werk betont, entwirft Desan einen Montaigne, dessen Identität, Texte und Erinnerungen von historischen Interessen, editorischen Eingriffen und sozialen Strategien geprägt sind. Der Aufsatz argumentiert, dass Desans Roman die Grenze zwischen Wissenschaft und Fiktion bewusst verwischt, um die grundsätzliche Erzählnatur jeder Interpretation offenzulegen: Lesen erscheint hier als Arbeit mit Indizien, Wahrscheinlichkeiten und Hypothesen, sodass die Geschichte eines möglichen Verbrechens zugleich zu einer Reflexion über die Bedingungen literaturwissenschaftlicher Erkenntnis wird.]]></description>
		
		
		
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		<title>Huysmans als Seismograph der Moderne: Agnès Michaux</title>
		<link>https://rentree.de/2026/05/26/huysmans-als-seismograph-der-moderne-agnes-michaux/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 09:25:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
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		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
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		<category><![CDATA[Agnès Michaux]]></category>
		<category><![CDATA[Joris-Karl Huysmans]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="210" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782749181066-210x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782749181066-210x300.jpg 210w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782749181066-717x1024.jpg 717w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782749181066-768x1097.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782749181066.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px" />Agnès Michaux’ Romantrilogie "La fabrication des chiens" und ihre spätere Biographie über Joris-Karl Huysmans bilden zusammen ein außergewöhnliches Doppelprojekt: eine literarische Rekonstruktion des fin de siècle und zugleich ein neuer Blick auf Huysmans als Seismograph der Moderne. Der erste Band der Trilogie (1889) folgt dem jungen Provinzjournalisten Louis Daumale durch das Paris der Exposition universelle, der Eiffelturm-Eröffnung und der Fortschrittsbegeisterung, während unter der glänzenden Oberfläche bereits Nationalismus, Eugenik, soziale Angst und kulturelle Erschöpfung sichtbar werden. Im Zentrum steht Daumales Begegnung mit Huysmans, der nicht als museale Décadence-Ikone erscheint, sondern als radikal aufrichtiger Diagnostiker seiner Zeit: „injuste, parfois seulement, mais en toute sincérité“. Michaux’ Argumentation besteht darin, die Décadence nicht als Pose, sondern als präzise Zivilisationsdiagnose zu lesen. Des Esseintes aus "À rebours" wird nicht als ästhetisches Wunschbild verstanden, sondern als Symptom einer Gesellschaft, deren Reizüberflutung und Künstlichkeit den Menschen deformieren. Diese Idee spiegelt sich im titelgebenden Motiv der „Fabrikation“ von Hunden: Optimierung, Züchtung und gesellschaftliche Dressur werden zur Metapher einer Moderne, die alles Lebendige normiert. In der Biographie radikalisiert Michaux diesen Ansatz weiter, indem sie Huysmans nicht textimmanent, sondern körperlich und sozial situiert liest – als frierenden, nervösen Beamten, dessen Kunst aus physischer Überempfindlichkeit, Großstadtmüdigkeit und kompromissloser Wahrhaftigkeit hervorgeht. So entsteht kein nostalgisches Bild der Belle Époque, sondern eine Analyse der Moderne selbst: 1889 erscheint bei Michaux als jener historische Kipppunkt, an dem Fortschritt und Verfall, Rationalisierung und spirituelle Sehnsucht, Oberfläche und innere Zerrüttung untrennbar ineinander übergehen.]]></description>
		
		
		
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		<title>Verbergen und Zeigen: die Gewalt der Kunst bei Benjamin de Laforcade</title>
		<link>https://rentree.de/2026/05/21/verbergen-und-zeigen-die-gewalt-der-kunst-bei-benjamin-de-laforcade/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2026 03:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2022]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Ekphrasis]]></category>
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		<category><![CDATA[Romans croisés]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin de Laforcade]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782072961120_1_75-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782072961120_1_75-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782072961120_1_75.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Benjamin de Laforcades Roman "Rouge nu" (Gallimard, 2022) situiert sich um ein paradoxes Zentrum: ein berühmtes Gemälde, das gerade durch seine Unsichtbarkeit Wirkungsmacht entfaltet, indem es – verborgen in einem architektonisch inszenierten Schutzraum – zugleich Mythos und Marktwert steigert, während es eine gewaltsame Geschichte birgt; im Fokus steht die Figur des Malers Andreas Mauser und das Modell Izabela, deren Körper im Akt der künstlerischen Produktion zum Schauplatz von Gewalt wird, die im Diskurs des Geniekults systematisch verschwiegen wird. Die Rezension arbeitet diesen Zusammenhang als dialektisches Verhältnis von Zeigen und Verbergen heraus und liest die ästhetische Technik des Übermalens und Freilegens als Metapher für die kulturelle Logik des Kunstbetriebs: Sichtbarkeit ist selektiv produziert, Unsichtbarkeit nicht bloß Abwesenheit, sondern aktive Verdrängung. Nadeije Laneyrie-Dagens kunsthistorische Studie "Cacher/montrer: une histoire des œuvres invisibles en Occident" (Gallimard, 2024) zeichnet von der Prähistorie bis zur Gegenwart nach, dass Kunstwerke im Westen lange nicht auf permanente Sichtbarkeit angelegt waren, sondern ihre Wirkung gerade aus ritualisierten Praktiken des Verbergens und selektiven Zeigens bezogen, wodurch Sichtbarkeit als historisch regulierte Form von Macht, Begehren und sozialer Kontrolle erscheint. Der Aufsatz verschränkt die narrative Struktur des Romans mit solchen Überlegungen und zeigt so, dass das "unsichtbare" Kunstwerk weniger ein Objekt als ein Dispositiv ist, das Machtverhältnisse stabilisiert.]]></description>
		
		
		
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		<title>Politische Rhetorik in Trümmern: Mathieu Larnaudie und Nicolas Idier</title>
		<link>https://rentree.de/2026/05/18/politische-rhetorik-in-truemmern-mathieu-larnaudie-und-nicolas-idier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 02:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Mathieu Larnaudie]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Idier]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="159" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/61qfvCdOz-L._AC_UF10001000_QL80_-159x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/61qfvCdOz-L._AC_UF10001000_QL80_-159x300.jpg 159w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/61qfvCdOz-L._AC_UF10001000_QL80_.jpg 530w" sizes="auto, (max-width: 159px) 100vw, 159px" />Die Doppelrezension liest Mathieu Larnaudies "Acharnement" (2012) und Nicolas Idiers "Matignon la nuit" (2024) als zwei ergänzende Diagnosen eines politischen Diskurses, der seinen Bezug zu den Menschen verloren hat und nur noch um sich selbst kreist. Beide Romane erzählen stark reduzierte Handlungen: Bei Larnaudie schreibt ein ehemaliger Redenschreiber zurückgezogen in der Provinz immer neue Reden, probt sie und verwirft sie wieder, während reale Katastrophen nur am Rand auftauchen. Bei Idier soll ein Berater in einer einzigen Nacht im Regierungssitz eine Rede verfassen, verliert sich jedoch zunehmend in Begegnungen, Erinnerungen und Abschweifungen. Besonders deutlich wird dies in zwei Bildern: der Holzestrade, auf der Müller seine Reden ins Leere hinein probt, und der nächtlichen Krisenmaschine von Matignon, in der Sprache nur noch aus austauschbaren „éléments“ besteht. Die Rezension vergleicht auch die Schreibweisen der beiden Autoren: Larnaudies lange, verschachtelte und sich selbst kommentierende Prosa erscheint als Nachahmung und zugleich Kritik politischer Rhetorik. Idiers fragmentierter und offener Stil wirkt dagegen wie eine Sabotage des politischen Diskurses, die neue Möglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig verbindet die Rezension diese Stilanalyse mit den Figuren, den Handlungsformen und der Zeitstruktur der Romane: hier die endlose Wiederholung bei Larnaudie, dort die verdichtete Chronologie einer einzigen Nacht bei Idier. So stützen sich Form und politische Diagnose gegenseitig. Die Argumentation der Rezension beginnt mit der Analyse rhetorischer Mechanismen wie Rhythmus, Punchline und medialer Inszenierung und untersucht anschließend die Stellung der Sprecherfiguren: auf der einen Seite der entlassene Redenschreiber, auf der anderen der „sous-plume“ innerhalb des Regierungsapparats. Hinzu kommt die Frage nach dem Publikum, das entweder ganz abwesend ist oder nur noch als hypermediale Masse erscheint. Am Ende bleiben zwei ausweglose Möglichkeiten: entweder trotz erkannter Sinnlosigkeit weiterzuschreiben (bei Larnaudie) oder aus dem politischen Diskurs auszubrechen und nach einer anderen Form von Handlung zu suchen (bei Idier).]]></description>
		
		
		
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		<title>Odysseus in Paris: Epos ohne Zentrum mit James Joyce</title>
		<link>https://rentree.de/2026/05/17/odysseus-in-paris-epos-ohne-zentrum-mit-james-joyce/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 May 2026 09:17:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/156990_couverture_Hres_0-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/156990_couverture_Hres_0-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/156990_couverture_Hres_0-699x1024.jpg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/156990_couverture_Hres_0-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/156990_couverture_Hres_0-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/156990_couverture_Hres_0.jpg 1366w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Der Band "Ulysse à Paris" (Seuil, 2024) unternimmt eine Fortschreibung der homerisch-joyce'schen Traditionslinie, indem er die epische Struktur der Irrfahrt radikal pluralisiert und in das sozial, politisch und historisch aufgeladene Terrain des Pariser Nordens verlegt. Der kollektive Roman, gemeinsam mit der Zeitschrift Cockpit herausgegeben, ist nicht nur eine lose Anthologie, sondern ein ästhetisch wie theoretisch kohärentes Projekt, das literarische Vielstimmigkeit programmatisch als Gegenmodell zur epischen Einheit inszeniert. Statt eines souveränen Helden entfaltet sich ein Geflecht heterogener Stimmen, deren Figuren – von migrantischen Subjekten über feministische Neuformulierungen mythischer Rollen bis hin zu erinnerungspolitisch sensibilisierten Flaneuren – die Odyssee als Erfahrung von Entortung, Prekarität und fragmentierter Identität durchlaufen. Die Rezension arbeitet heraus, wie die einzelnen Beiträge jeweils spezifische homerische Episoden und Joycesche Verfahren transformieren: sei es durch die Entleerung des Heroischen (de Quatrebarbes), die Ironisierung genealogischer Autorität (Fiat), die Politisierung mythischer Gewalt im Kontext des Holocaustgedächtnis (Comment) oder die radikale Subjektivierung marginalisierter Perspektiven (Schavelzon, Noël).  Tiphaine Samoyault akzentuiert Erinnerung als Modus einer nie abgeschlossenen Heimkehr. Gabriela Vazquez verdichtet Migration zur epistemischen Perspektive, die das Zentrum konsequent aus der Peripherie heraus denkt. Die Analyse verfolgt die dichte intertextuelle Verschränkung und liest formale Verfahren (Polyphonie, Bewusstseinsstrom, Katalogtechnik) als Träger historischer und ideologischer Bedeutungen. Hierbei wird sichtbar, dass das zentrale Movens des Bandes die Dekonstruktion der Heimkehr ist: Ithaka erscheint nicht mehr als erreichbarer Ort, sondern als leere Signatur, ersetzt durch provisorische, oft prekäre Formen des Ankommens, die weder Identität stabilisieren noch Geschichte versöhnen. Die Rezension selbst folgt damit einer doppelten Bewegung – sie rekonstruiert die genealogische Tiefe des Projekts und insistiert zugleich auf dessen zeitdiagnostischer Schärfe –, wodurch "Ulysse à Paris" als ein Epos sichtbar wird, das seine eigene Möglichkeit permanent infrage stellt.]]></description>
		
		
		
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		<title>Israel, Gaza und der französische Intellektuellendiskurs nach dem 7. Oktober: Deutungshoheiten bei Denis Sieffert</title>
		<link>https://rentree.de/2026/04/30/israel-gaza-und-der-franzoesische-intellektuellendiskurs-nach-dem-7-oktober-deutungshoheiten-bei-denis-sieffert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 10:27:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[2026]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
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		<category><![CDATA[Judéité]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="194" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/C1_la-mauvaise-cause_web-663x1024-1-194x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/C1_la-mauvaise-cause_web-663x1024-1-194x300.jpg 194w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/C1_la-mauvaise-cause_web-663x1024-1.jpg 663w" sizes="auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px" />Die Rezension analysiert die französische Intellektuellendebatte nach dem 7. Oktober 2023 als ein zutiefst polarisiertes Diskursfeld, in dem sich drei zentrale Positionen herausgebildet haben: ein dominantes pro-israelisches Lager, ein marginalisiertes propalästinensisches Spektrum sowie eine fragile, lange kaum hörbare Zwischenposition. Im Zentrum steht Denis Siefferts Buch "La mauvaise cause" (2026), das als engagierte Gegenrede gegen eine aus seiner Sicht hegemoniale, pro-israelische Diskursordnung gelesen wird. Die Rezension rekonstruiert detailliert Siefferts Argumentation – von der historischen Verflechtung Frankreichs mit Israel über die Analyse medialer und rhetorischer Mechanismen bis hin zur Kritik prominenter Intellektueller wie Gilles Kepel und Eva Illouz – und arbeitet heraus, dass sein zentraler Einsatzpunkt in der Re-Politisierung des Konflikts als Kolonialfrage liegt. Im Vergleich mit Kepels geopolitisch-religionswissenschaftlichem Ansatz und Illouz’ soziologischer Kritik an der westlichen Linken zeigt die Rezension die fundamentalen epistemischen Differenzen dieser Positionen auf: Während Kepel und Illouz die Reaktionen auf den 7. Oktober problematisieren, richtet Sieffert den Blick auf die Mechanismen der Diskursmacht und die Unsichtbarmachung palästinensischen Leids. Abschließend bewertet die Rezension das Buch als wichtige, wenn auch nicht unproblematische Intervention, die exemplarisch die politischen, medialen und moralischen Bruchlinien des gegenwärtigen Frankreich offenlegt.]]></description>
		
		
		
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		<title>Das Zweistromland zwischen archaischer Mythologie, imperialer Gegenwart und postkolonialer Schuld: Olivier Guez</title>
		<link>https://rentree.de/2026/04/22/das-zweistromland-zwischen-archaischer-mythologie-imperialer-gegenwart-und-postkolonialer-schuld-olivier-guez/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 10:27:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Olivier Guez]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="186" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/guez-mesopotamia-186x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/guez-mesopotamia-186x300.jpg 186w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/guez-mesopotamia-634x1024.jpg 634w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/guez-mesopotamia-768x1240.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/guez-mesopotamia.jpg 929w" sizes="auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px" />Olivier Guez’ „Mesopotamia“ (Grasset, 2024, dt. „Die Welt in ihren Händen“, Kiepenheuer &#038; Witsch, 2026) rekonstruiert in Form einer historiografischen Fiktion das Leben der britischen Archäologin und Kolonialbeamtin Gertrude Bell als Knotenpunkt zweier ineinandergreifender Narrative: der Emanzipationsgeschichte einer außergewöhnlichen Frau und der gewaltsamen Genese des modernen Irak im Kontext des britischen Imperialismus nach dem Ersten Weltkrieg. Der Roman verfolgt Bells Weg von der wissenschaftlichen Erschließung Mesopotamiens bis zu ihrer maßgeblichen Rolle bei der politischen Neuordnung der Region, wobei historische Akteure wie T. E. Lawrence, Winston Churchill und Faisal I. in ein dichtes Geflecht aus Diplomatie, Mythologie und Machtpolitik eingebunden werden. Zentral ist dabei die poetische Konstruktion Mesopotamiens als Palimpsest, in dem sich archaische Zivilisationen (Sumer, Babylon) und moderne Kolonialinteressen überlagern; diese Tiefenschichtung fungiert zugleich als ideologische Matrix imperialer Legitimation und als ironische Brechung ihrer Hybris. Die Interpretation arbeitet heraus, dass Guez’ eigentliches Argument in der strukturellen Analogie von Archäologie und Kolonialherrschaft liegt: Beide operieren als Formen epistemischer Aneignung, die Wissen in Macht übersetzen und so politische Ordnungen hervorbringen, deren Fragilität im postkolonialen Epilog – vom Sturz der Monarchie bis zu den Kriegen des 20. und 21. Jahrhunderts – evident wird. Die zyklische Zeitstruktur und die mythische Übercodierung werden als narrative Strategien gedeutet, die das britische Projekt als nur eine Episode in einer longue durée imperialer Wiederholungen erscheinen lassen; dabei wird die Tendenz betont, die französisch-britische Rivalität primär als Spiegelstruktur zu lesen. Insgesamt zeigt die Rezension, wie Guez Bell als tragische Figur zwischen Erkenntnis und Komplizenschaft inszeniert und damit eine fundamentale Kritik an der Illusion imperialer Gestaltungsmacht formuliert.]]></description>
		
		
		
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		<title>Francia als neue Marianne: Allegorie eines kaleidoskopischen Frankreich bei Nancy Huston</title>
		<link>https://rentree.de/2026/04/07/francia-als-neue-marianne-allegorie-eines-kaleidoskopischen-frankreich-bei-nancy-huston/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 05:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Mannsein]]></category>
		<category><![CDATA[Nancy Huston]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="159" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/huston-159x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/huston-159x300.jpg 159w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/huston.jpg 530w" sizes="auto, (max-width: 159px) 100vw, 159px" />"Francia" (Actes Sud, 2024) von Nancy Huston ist ein zugleich erzählerisch konzentrierter und thematisch weit ausgreifender Roman: Im Zentrum steht die transgeschlechtliche Protagonistin Francia, die aus Kolumbien stammt und die der Roman an einem Maitag im Pariser Bois de Boulogne als Sexarbeiterin begleitet; dieser streng eingegrenzte Zeitrahmen bildet die Bühne für ein vielstimmiges Panorama, in dem siebzehn männliche Kunden – aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen und biographischen Kontexten – nacheinander auftreten und ihre verborgenen Bedürfnisse, Traumata und Selbsttäuschungen offenbaren. Durch Rückblenden entfaltet sich zugleich Francias eigene Geschichte vom als Rubén geborenen Kind über die Transition bis hin zur selbstgewählten Identität, die sich im Namen „Francia“ programmatisch mit dem Land Frankreich verschränkt. Der Roman konstruiert so ein „kaleidoskopisches Porträt“ der französischen Gegenwartsgesellschaft, in dem Fragen von Migration, Geschlecht, Männlichkeit und sozialer Ungleichheit ineinandergreifen. Die Interpretation deutet, dass Francia als eine „neue Marianne“ gelesen werden kann, also als moderne Allegorie der französischen Republik selbst: Ihr Körper, ihre hybride Identität und ihre soziale Position bündeln die Widersprüche eines Landes, das von postkolonialer Vielfalt, sozialen Spannungen und kollektiven Traumata geprägt ist. Entsprechend argumentiert der Aufsatz, dass Francia nicht nur individuelle Figur, sondern symbolische Projektionsfläche nationaler Selbstverständigung ist. Dabei wird besonders die doppelte Perspektivstruktur herausgestellt – die expansive Innensicht der Männer versus Francias nüchterne, professionelle Außenwahrnehmung –, aus der sich eine implizite Kritik männlicher Selbstdeutung ergibt: Die Männer erscheinen weniger als autonome Subjekte denn als von Begehren, Angst und gesellschaftlichen Erwartungen Getriebene. Zentral ist ferner die These der Universalisierung von „Prostitution“ als sozialem Prinzip („tout le monde est pute“), die die moralische Sonderstellung der Sexarbeit aufhebt und stattdessen Austausch, Bedürftigkeit und Inszenierung als allgemeine menschliche Praktiken deutet. Die Interpretation liest Hustons Verfahren des Multiperspektivismus, der Polyphonie und der metafiktionalen Selbstreflexion (Figur der „Griffonne“) als poetologisches Programm: Literatur erscheint selbst als Akt der Einfühlung und Aneignung, der ethisch riskant, aber erkenntnisproduktiv ist. Insgesamt zeichnet sie den Roman als zugleich politischen und zutiefst empathischen Text, der gesellschaftliche Konfliktlinien nicht didaktisch auflöst, sondern in der Figur Francias – als „neuer Marianne“ – verdichtet und sichtbar macht.]]></description>
		
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Blume als Text, Körper und Gefahr: drei Romane von Colette Fellous, Célia Houdart und Constance Guisset</title>
		<link>https://rentree.de/2026/04/04/die-blume-als-text-koerper-und-gefahr-drei-romane-von-colette-fellous-celia-houdart-und-constance-guisset/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 06:50:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[2026]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Célia Houdart]]></category>
		<category><![CDATA[Colette Fellous]]></category>
		<category><![CDATA[Constance Guisset]]></category>
		<category><![CDATA[Ismaël Jude]]></category>
		<category><![CDATA[Stéphane Mallarmé]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/9dd54c752553566cd5aee30b207e50b1-300x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/9dd54c752553566cd5aee30b207e50b1-300x300.jpg 300w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/9dd54c752553566cd5aee30b207e50b1-1024x1024.jpg 1024w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/9dd54c752553566cd5aee30b207e50b1-150x150.jpg 150w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/9dd54c752553566cd5aee30b207e50b1-768x768.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/9dd54c752553566cd5aee30b207e50b1-50x50.jpg 50w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/9dd54c752553566cd5aee30b207e50b1-80x80.jpg 80w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/04/9dd54c752553566cd5aee30b207e50b1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Was verbindet drei sehr unterschiedliche französische Romane der Gegenwart – Colette Fellous' "Quelques fleurs" (Gallimard, 2024), Célia Houdarts "Les Fleurs sauvages" (P.O.L, 2024) und Constance Guissets "Fleur de peau" (Flammarion, 2026)? Auf den ersten Blick nur das Botanische ihrer Titel; bei genauerer Lektüre aber ein gemeinsames und vielschichtiges literarisches Projekt: die Befragung, Verschiebung und in manchen Fällen radikale Zerstörung jener symbolistischen Tradition, die die Blume seit Mallarmé als erhabenes, körperloses Zeichen kodiert hat – als „l'absente de tous bouquets", abwesend aus jedem wirklichen Strauß, aufgestiegen in die reine Idee. Die vorliegende vergleichende Rezension zeigt, wie die drei Autorinnen diese Erbschaft auf je eigene Weise beerben und brechen, indem sie das Pflanzliche ins Körperliche, ins Ökologische und ins Pharmakologische zurückholen. Fellous, deren autofiktionaler Essay in der Formlinie des lyrischen récit operiert, kultiviert die Blume als Mnemotop und als poetologisches Selbstportrait: Ihre Blumen sind stille Zeuginnen des gelebten Lebens, Kondensate von Kindheit, Mutter, Tunis und Paris, und das Buch, das sie schreibt, ist buchstäblich „en ces fleurs caché" – in den Blumen verborgen, wartend auf den Akt des Schreibens, der sie befreit. Houdart dagegen entzieht der Blume jeden subjektiven Anspruch: Im lakonischen Polyphonie-Erzählen ihrer provenzalischen Figuren sind die Wildblumen ökologische Zeichen einer Natur, die dem Menschen gleichgültig ist und ihn – im Falle der halluzinogenen Datura, die zwei Figuren vergiftet – auch zu schädigen bereit ist, ohne Absicht und ohne Botschaft; botanisches Wissen wird hier zur ethischen und epistemischen Notwendigkeit. Guisset schließlich stellt die romantische Blumenästhetik mit einer systemkritischen Geste auf den Kopf: Ihre Floristin Ava hat dreizehn Jahre lang die Schönheit der Blumen arrangiert und dabei, durch Pestizide in der Haut, ein unsichtbares Gift akkumuliert – die Blume, die als Gegenwelt zur Finanzwelt gewählt wurde, erweist sich als deren Komplizin, und der Körper der Frau als Barometer einer globalen Warenwirtschaft, die Schönheit auf toxischen Substanzen gründet. Der Aufsatz liest diese drei sehr unterschiedlichen Textprojekte entlang einer gemeinsamen Analysedimension: der Funktion der Blume als Zeitfigur, als Körperfigur und als Sprachfigur, und sie argumentiert, dass die zeitgenössische französische Literatur im Blumenmotiv eine Skala aufspannt, die von der mnemotechnischen Kultivierung über die ökologische Nüchternheit bis zum pharmakologischen Paradox reicht – und in Ismaël Judes gleichzeitig erschienenen Roman "Une vie de jasmin", der als vierter Vergleichstext herangezogen wird, in einer sprachskeptischen Ontologie der reinen Emanation gipfelt, die Mallarmés Idealisierung mit den Mitteln des Körpers und der Biologie konsequent zu Ende denkt.]]></description>
		
		
		
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		<title>Die unzuverlässige Stimme der Kolonialherrschaft: Mathieu Belezi</title>
		<link>https://rentree.de/2026/03/18/die-unzuverlaessige-stimme-der-kolonialherrschaft-mathieu-belezi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2026 00:30:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Mathieu Belezi]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="200" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/03/images-19-200x300.jpeg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/03/images-19-200x300.jpeg 200w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/03/images-19.jpeg 365w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" />Mathieu Belezis Roman "Moi, le glorieux" (2024) entwickelt einen delirierenden, monologischen Erinnerungsstrom des fiktiven Kolonialherrn Albert Vandel, genannt „Bobby“, der im Jahr 1962 – am Vorabend der algerischen Unabhängigkeit – als 145-jährige, grotesk übersteigerte Allegorie der gesamten Kolonialgeschichte in seiner befestigten Villa in Algier ausharrt. Ausgehend von dieser belagerten Gegenwart entfaltet der Text in assoziativen Rückblenden ein Jahrhundert kolonialer Herrschaft: den gewaltsamen Aufbau des Landguts, die ökonomische Ausbeutung, die sexuelle Verfügung über Frauen, die politische Selbstinszenierung im Rahmen kolonialer Rituale sowie schließlich den apokalyptischen Aufbruch in die Wüste, der im gewaltsamen Tod des Protagonisten durch jene endet, die er als seine „Untertanen“ imaginiert hatte. Zentral ist dabei die Figur Ouhrias, einer jungen Algerierin, die als stumme Begleiterin und widerständige Zuhörverweigerin den Monolog begleitet und zugleich unterläuft. Die im vorliegenden Aufsatz entwickelte Argumentation liest diesen Roman als radikales Experiment narrativer Selbstentlarvung: Belezi überlässt dem ostentativ unzuverlässigen Ich-Erzähler vollständig die Redehoheit und verzichtet auf jede explizite moralische Kommentierung, sodass sich die Kritik nicht aus einer Gegenstimme, sondern aus der Übersteigerung der kolonialen Logik selbst ergibt. Die Analyse arbeitet heraus, wie diese Strategie auf mehreren Ebenen greift: in der monologischen Erzählstruktur, die Kommunikation in Herrschaft verwandelt; in der Zeitstruktur, die Geschichte als ungebrochene Kontinuität kolonialer Gewalt erscheinen lässt; in der Figurenkonstellation, die koloniale Subjekte systematisch zum Schweigen bringt; sowie in den semantischen Feldern von Körper, Tiermetaphorik und Besitz, die die Ideologie des Erzählers tragen. Besonders hervorgehoben wird die Funktion der satirischen Übertreibung und der strukturellen Diskrepanz zwischen erzählter Selbstwahrnehmung und faktischer Gewalt, die als „satirische Maschine“ fungiert. Schließlich zeigt der Aufsatz, dass der Roman auch eine autopoetologische Reflexion darstellt, indem er den Kolonisator als Autor seiner eigenen Geschichte inszeniert und zugleich die Instabilität dieser Autorschaft offenlegt. In der Zusammenschau erscheint "Moi, le glorieux" damit als ein Text, der die koloniale Gewalt nicht von außen kritisiert, sondern sie im Modus ihrer eigenen Rede so radikal ausstellt, dass sie sich im Akt des Sprechens selbst diskreditiert.]]></description>
		
		
		
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		<title>Isis in Montmartre: Gérard de Nerval als Patient und Prophet bei Diane Morel</title>
		<link>https://rentree.de/2026/02/13/isis-in-montmartre-gerard-de-nerval-als-patient-und-prophet-bei-diane-morel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Feb 2026 04:27:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dialoge]]></category>
		<category><![CDATA[Diane de Morel]]></category>
		<category><![CDATA[Gérard de Nerval]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="188" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Screenshot_20260212_175913_Amazon-Shopping-188x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Screenshot_20260212_175913_Amazon-Shopping-188x300.jpg 188w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Screenshot_20260212_175913_Amazon-Shopping-643x1024.jpg 643w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Screenshot_20260212_175913_Amazon-Shopping.jpg 686w" sizes="auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px" />Diane Morels "Le Mystère Nerval" (Fayard, 2024) setzt 1841 an: Gérard de Nerval wird blutverschmiert in die Klinik von Dr. Blanche eingeliefert, besessen von der Vorstellung, eine „Isis“ sei tot. Aus dieser Szene entwickelt sich eine doppelbödige Erzählung, die Kriminalintrige und Dichterporträt verschränkt. Der junge Mediziner Émile Blanche ermittelt im literarischen Paris zwischen Gautier, Houssaye und dem radikalen Petrus Borel, stößt auf die ermordete Journalistin Flore – und auf eine politische Verschwörung gegen die Juli-Monarchie. Doch die eigentliche Dynamik liegt tiefer: Morel montiert Nervals Motive – die „schwarze Sonne der Melancholie“ aus dem Sonett "El Desdichado", das Doppelgänger-Motiv aus "Aurélia", die Landschaften des Valois aus "Sylvie", die ägyptische Isis als Chiffre des "ewigen Weiblichen" – in die Struktur der Handlung ein. Der chaotische Schreibprozess, visualisiert als Teppich aus hunderten Zetteln, wird zum poetologischen Programm: Fragment, Traum und Vision sind keine Symptome, sondern Erkenntnisformen. Selbst die therapeutische Szene, in der Nervals eigene "Faust"-Übersetzung ihn aus der Katatonie löst, inszeniert Literatur als Gegenmacht zur klinischen Rationalität. - Die Rezension liest diesen Roman nicht nur als historischen Krimi, sondern zugleich als poetische Versuchsanordnung: Morel verteidigt Nervals „Wahnsinn“ gegen den Zugriff des Positivismus, indem sie dessen innere Logik ernst nimmt. Die Kriminalhandlung der Bio-Fiktion spiegelt Nervals Obsession mit der „Morte amoureuse“, Flore wird zur irdischen Erscheinung jener Isis, die in Nervals Werk Muttergöttin, Geliebte und verlorene Einheit zugleich ist. Traum und Realität durchdringen einander, bis am Ende in den Ruinen von Chaalis – einem Topos aus "Sylvie" – die reale Tote und die mythische Loreley ineinander überblenden. So entsteht das Bild eines Dichters, dessen Zerrissenheit nicht pathologisiert, sondern als ästhetische Radikalität begriffen wird. Morels Roman erscheint in dieser Lesart als Plädoyer für eine Poetik des Unsteten: gegen die „Ordnung“ der Klinik setzt er die produktive Unordnung der Imagination – und macht Nervals Satz vom Traum als „zweitem Leben“ zum erzählerischen Prinzip.]]></description>
		
		
		
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		<title>Zwischen Herkunft und Aufstieg: Romane des Klassenwechsels bei Moraton, Robin und Sizun</title>
		<link>https://rentree.de/2026/02/12/zwischen-herkunft-und-aufstieg-romane-des-klassenwechsels-bei-moraton-robin-und-sizun/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2026 00:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2022]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[France profonde]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gilles Moraton]]></category>
		<category><![CDATA[Marie Sizun]]></category>
		<category><![CDATA[Patrice Robin]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Gemini_Generated_Image_izo0zbizo0zbizo0-300x300.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Gemini_Generated_Image_izo0zbizo0zbizo0-300x300.png 300w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Gemini_Generated_Image_izo0zbizo0zbizo0-150x150.png 150w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Gemini_Generated_Image_izo0zbizo0zbizo0-768x768.png 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Gemini_Generated_Image_izo0zbizo0zbizo0-50x50.png 50w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Gemini_Generated_Image_izo0zbizo0zbizo0-80x80.png 80w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/02/Gemini_Generated_Image_izo0zbizo0zbizo0.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Der Artikel stellt drei französische Romane ins Zentrum, die soziale Mobilität aus unterschiedlichen Perspektiven literarisch gestalten: Gilles Moratons „Transfuge“ (Nadeau, 2025), Patrice Robins „Le Visage tout bleu“ (P.O.L., 2022) und Marie Sizuns „10, villa Gagliardini“ (Arléa, 2024). Robin erzählt aus autobiographischer Nähe den Bildungsaufstieg eines Jungen aus einem ländlich-handwerklichen Milieu, dessen beinahe tödliche Geburt und die harte Arbeitswelt der Eltern die soziale Ausgangslage prägen; der Weg in die intellektuelle Sphäre bleibt dabei von Schuldgefühl und körperlich eingeschriebener Herkunft begleitet. Moraton schildert den Werdegang eines Protagonisten aus kleinbürgerlichen oder proletarischen Verhältnissen, der sich über schulische Institutionen Zugang zur kulturellen Elite verschafft, jedoch als „Überläufer“ zwischen den Klassen verharrt und die eigene Metamorphose schonungslos analysiert. Sizun wiederum rekonstruiert die Kindheit eines Mädchens im Nachkriegsparis, das aus der Enge der „villa Gagliardini“ durch Bildung und Selbstdisziplin allmählich in eine andere soziale Sphäre hineinwächst; der Klassenwechsel erscheint hier als leise, innerfamiliäre Verschiebung, die eng mit weiblicher Selbstermächtigung verbunden ist. - Der Aufsatz argumentiert, dass diese drei Romane den Klassenwechsel nicht nur thematisch behandeln, sondern ihn als strukturelles Problem der Narration ausstellen. Im Zentrum steht die Figur des „transfuge“ als doppelt positioniertes Subjekt, das retrospektiv von einer Herkunft erzählt, die es verlassen hat, ohne sie je vollständig abstreifen zu können. Analysiert werden insbesondere die Spannung zwischen erzählendem und erzähltem Ich, das Sprachproblem des sozialen Registerwechsels, die Inszenierung von Bruch oder Kontinuität in der Zeitstruktur sowie die ethische Dimension der Figurenzeichnung. In der vergleichenden Lektüre der Romanschlüsse arbeitet die Rezension heraus, dass Robin auf eine versöhnliche Integration der Herkunft zielt, Moraton die dauerhafte Zwischenstellung betont und Sizun eine stille Form der inneren Kontinuität entwirft. So zeigt die Besprechung, dass Klassenwechsel als literarisches Motiv eine ästhetische und ethische Herausforderung darstellt, weil er Identität, Sprache und Erzählperspektive gleichermaßen in Bewegung versetzt.]]></description>
		
		
		
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		<title>Kunst als Arbeit: Dominique Auzel über Gustave Caillebotte</title>
		<link>https://rentree.de/2025/12/31/kunst-als-arbeit-dominique-auzel-ueber-gustave-caillebotte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 2025 04:31:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Ekphrasis]]></category>
		<category><![CDATA[Dominique Auzel]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="199" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/auzel-199x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/auzel-199x300.jpg 199w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/auzel.jpg 664w" sizes="auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px" />Im Buch Ouvriers, artisans du beau selon Caillebotte (2024) der Buchreihe „Le roman d&#8217;un chef d&#8217;oeuvre“ unternimmt Dominique Auzel den ebenso ambitionierten wie heiklen Versuch, kunsthistorische Analyse, historische Recherche und literarische Imagination ineinander zu verschränken. Ausgangspunkt ist ein einzelnes Gemälde, Gustave Caillebottes Raboteurs de parquet von 1875, doch rasch wird deutlich, dass dieses Bild weniger ... <p class="read-more-container"><a title="Kunst als Arbeit: Dominique Auzel über Gustave Caillebotte" class="read-more button" href="https://rentree.de/2025/12/31/kunst-als-arbeit-dominique-auzel-ueber-gustave-caillebotte/#more-11523" aria-label="Mehr Informationen über Kunst als Arbeit: Dominique Auzel über Gustave Caillebotte">Weiterlesen</a></p>]]></description>
		
		
		
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		<title>Von der Fußnote zur Gegengeschichte: Olivier Rolin zu Victor Hugo</title>
		<link>https://rentree.de/2025/12/25/von-der-fussnote-zur-gegengeschichte-olivier-rolin-zu-victor-hugo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Dec 2025 06:15:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Dialoge]]></category>
		<category><![CDATA[Olivier Rolin]]></category>
		<category><![CDATA[Victor Hugo]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/orolin-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/orolin-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/orolin-699x1024.jpg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/orolin-768x1125.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/orolin.jpg 827w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Olivier Rolin entwickelt in "Jusqu’à ce que mort s’ensuive" (Gallimard, 2024) aus einer randständigen Passage der "Misérables" eine konsequente Gegengeschichte. Bei Hugo erscheinen Emmanuel Barthélemy und Frédéric Cournet nur als exemplarische Figuren innerhalb der Barrikadenmythologie von 1848, deren Schicksal in wenigen Sätzen moralisch geschlossen wird. Rolin löst sie aus dieser symbolischen Funktion und rekonstruiert ihre Lebenswege von den Junikämpfen über das Londoner Exil bis zu Duell und Galgen. Aus Hugos Miniatur entsteht eine materialreiche Chronik, in der Barthélemy als Produkt des Bagno und Cournet als widersprüchlicher Republikaner erscheinen – nicht als Typen, sondern als historische Existenzen ohne Erlösungslogik. Die Rezension liest Rolins Buch als Entmythologisierung durch Präzision. Rolin widerspricht Hugo nicht offen, sondern setzt dort an, wo dessen epische Ordnung brüchig wird. Gegen Hugos Verdichtung stellt er Chronologie, Archivmaterial und erzählerische Nüchternheit. So verschiebt sich der Maßstab von Sinnstiftung zu Beschreibung: Jean Valjeans Erlösung steht Barthélemys Verhärtung gegenüber, der emphatische Titel "Les Misérables" der administrativen Kälte von "Jusqu’à ce que mort s’ensuive". Der nüchterne Schluss am Galgen wird als methodische Setzung gelesen: Geschichte erzeugt keinen Sinn von selbst. Literatur kann sie sichtbar machen – aber nicht erlösen.]]></description>
		
		
		
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		<title>Sternenhimmel über Rom: Renaud Rodier</title>
		<link>https://rentree.de/2025/12/22/sternenhimmel-ueber-rom-renaud-rodier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Dec 2025 22:15:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dialoge]]></category>
		<category><![CDATA[Céline Minard]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth Filhol]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Butor]]></category>
		<category><![CDATA[Renaud Rodier]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="195" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/RODIER_SIROMEMEURT_CV1-large-195x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/RODIER_SIROMEMEURT_CV1-large-195x300.jpg 195w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/RODIER_SIROMEMEURT_CV1-large-664x1024.jpg 664w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/RODIER_SIROMEMEURT_CV1-large-768x1184.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/RODIER_SIROMEMEURT_CV1-large.jpg 830w" sizes="auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px" />Vor dem Hintergrund eines politisch verfallenden Roms am Wahlabend Giorgia Melonis begibt sich in Renaud Rodiers drittem Buch "Si Rome meurt" (Anne Carrière, 2025) der angehende Filmemacher Pietro auf eine obsessive Suche nach seinem verschollenen Vater, den er in der Gestalt eines prophetischen Obdachlosen an den Rändern der Gesellschaft wiederzuentdecken glaubt. Geleitet von der astrophysikalischen Theorie des holografischen Universums gestaltet Pietro sein zentrales Filmvorhaben als einen Prozess filmischen Schreibens, der in grobkörnigen Super-8-Aufnahmen versucht, die urbane Entropie Roms in ein kohärentes ästhetisches Konstrukt zu transformieren. Renaud Rodiers Roman entwickelt sich als ein intermediales Palimpsest, das die existentielle Frage nach dem, was gerettet werden kann, wenn Rom stirbt, in einer dichten Verwebung von traumatischer Erinnerung und filmischer Vision verhandelt. Indem der Roman die astrophysikalische Metaphorik zur Weltraumdichtung erhebt, transformiert er die soziale Entropie Roms in eine transzendente, astronomische Topografie, die den Diskurs um die „Ewige Stadt“ als unzerstörbaren Informationscode jenseits des zeitlichen Verfalls neu verortet.]]></description>
		
		
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		<title>Der Schriftsteller zu Pferde und die Krise der Dialektik: Pierre Drieu la Rochelle</title>
		<link>https://rentree.de/2025/12/11/der-schriftsteller-zu-pferde-und-die-krise-der-dialektik-pierre-drieu-la-rochelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 15:01:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Pierre Drieu la Rochelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="198" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/geisler-198x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/geisler-198x300.jpg 198w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/12/geisler.jpg 659w" sizes="auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px" />Années noires Pierre Drieu la Rochelle ist eine zutiefst widersprüchliche Figur der Literaturgeschichte, dessen Werk oft ideologisch blockiert rezipiert wurde. Er war ein produktiver Autor von Theaterstücken, Novellen, Gedichten, Romanen, Essays und journalistischen Beiträgen. Biografisch ist festzuhalten, dass Drieu einerseits ab den 1930er Jahren zu einem einflussreichen Fürsprecher des französischen Faschismus sowie einem Protagonisten der ... <p class="read-more-container"><a title="Der Schriftsteller zu Pferde und die Krise der Dialektik: Pierre Drieu la Rochelle" class="read-more button" href="https://rentree.de/2025/12/11/der-schriftsteller-zu-pferde-und-die-krise-der-dialektik-pierre-drieu-la-rochelle/#more-11207" aria-label="Mehr Informationen über Der Schriftsteller zu Pferde und die Krise der Dialektik: Pierre Drieu la Rochelle">Weiterlesen</a></p>]]></description>
		
		
		
			</item>
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		<title>Der Naive und die Spießer bei Voltaire und Dominique Fernandez</title>
		<link>https://rentree.de/2025/11/23/der-naive-und-die-spiesser-bei-voltaire-und-dominique-fernandez/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2025 18:26:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dialoge]]></category>
		<category><![CDATA[France profonde]]></category>
		<category><![CDATA[Mannsein]]></category>
		<category><![CDATA[Dominique Fernandez]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/11/9782246831792-001-X-205x300.jpeg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/11/9782246831792-001-X-205x300.jpeg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/11/9782246831792-001-X-699x1024.jpeg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/11/9782246831792-001-X-768x1124.jpeg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/11/9782246831792-001-X.jpeg 780w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />In "Un jeune homme simple" (2024) zeichnet Dominique Fernandez den Weg des jungen Auvergnaten Arthur nach, der als unverbildeter Provinzler in das hyperideologisierte Paris gerät. Seine Begegnungen u.a. mit radikal-feministischen, ökologischen und literarischen Milieus machen die Gegenwartsgesellschaft als von Moralismus, Woke-Dogmen und kulturellem Konformismus durchdrungen sichtbar. Die Naivität des Helden fungiert dabei als Prüfstein moderner Eliten: Gerade weil Arthur die „Codes“ der Hauptstadt nicht versteht, legt er deren Heuchelei frei und entscheidet sich am Ende für die Rückkehr in die Auvergne, wo „valeurs sûres, éprouvées“ und eine einfache Liebe auf ihn warten. - Die Rezension ordnet den Roman explizit in eine intertextuelle Linie zu Voltaires "L’Ingénu" ein und deutet Arthur als gegenwärtige Reinkarnation des aufgeklärten Außenseiters. Wie Voltaires Hurone entlarvt auch Arthur durch sein unverstelltes Urteil die Absurditäten der jeweiligen Epoche – einst der religiösen Riten, heute der ideologischen Orthodoxien. Dabei kehrt sich Voltaires Impuls jedoch um: Wo der Ingénu zum Widerstand in der Welt gezwungen wird, erscheint bei Fernandez der Rückzug als einzige verbleibende Form von Integrität. Die Argumentation der Rezension arbeitet folglich mit einem doppelten Vergleich: Sie liest Fernandez’ Satire als moderne Fortsetzung voltairischer Kritik – und zugleich als ironische Antithese, in der der naive Held nicht mehr kämpft, sondern die korrumpierte Zivilisation hinter sich lässt. - Zentral für die Rezension ist zudem die Beobachtung, dass Fernandez die sexuelle Befreiung der Gegenwart nicht als Fortschritt, sondern als neue Form des Konformismus zeichnet: Was einst transgressiv war, erscheint im Pariser Milieu als kommerzialisiertes Ritual, das seine rebellische Energie verloren hat. Die Werkgeschichte der Homosexualität bei Fernandez zeigt diesen Verlust der „gloire du paria“ als wiederkehrendes Motiv: Seit "L’Étoile rose" (1978) und "La Gloire du Paria" (1987) über den Doppelroman "L'homme de trop" (2021/2022) beschreibt er die Assimilation der einst widerständigen Minderheit als kulturelle Nivellierung, die Wünsche nach einer neuen radikalen Differenz - zuletzt im Transgender - hervorbringt.]]></description>
		
		
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		<title>Jordan Bardellas Wunschfrankreich: Schönheit und Größe des Ersatzkandidaten</title>
		<link>https://rentree.de/2025/11/01/jordan-bardellas-wunschfrankreich-schoenheit-und-groesse-des-ersatzkandidaten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Nov 2025 10:23:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[France profonde]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Jordan Bardella]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="226" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/10/Bardella-300x226.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/10/Bardella-300x226.jpg 300w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/10/Bardella-1024x773.jpg 1024w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/10/Bardella-768x580.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/10/Bardella.jpg 1370w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Jordan Bardellas beide Bücher – "Ce que je cherche" (2024) und "Ce que veulent les Français" (2025) – bilden eine strategische Doppelfigur aus Selbstmythos und Selbstlegitimierung. Das erste Werk stilisiert Bardellas Aufstieg vom Banlieue-Kind zum „republikanischen Erfolgsmodell“ im Rassemblement National und verbindet dies mit einer Pathetik nationaler Größe, die an Bonaparte und De Gaulle anknüpft. Die Suche nach „Grandeur“ wird zum Selbstrechtfertigungsnarrativ eines Erlösers der „vergessenen Franzosen“. Das zweite Buch transformiert diesen Erlösungsanspruch in eine Galerie scheinbar authentischer Bürgerporträts, die freilich nur die Stimmen eines homogenen, arbeitsethisch moralisierten „Volkes“ repräsentieren, das er selbst verkörpert. Bardella verschmilzt so Erzähljournalismus, politische Mythologie und Wahlkampfrhetorik zu einer ästhetischen Form des populistischen Pathos, in der „Empathie“ zur Bühne ideologischer Vereinfachung wird. Die Nation erscheint als Sakralgemeinschaft gegen Eliten, Migration und Europa; Differenz wird moralisch entwertet. - Der Artikel liest diese Werke als Zwillingsakte politischer Selbstvermarktung: Literatur als Kandidatur. Er zeigt, wie beide Bände den Bolloré-Medienkomplex und dessen rechtspopulistische Agenda stützen: das erste als Biographie eines „designierten Ersatzkandidaten“ für Marine Le Pen, das zweite als emotionalisierter Wahlkampf unter dem Deckmantel volksnaher Authentizität. Die Analyse deutet Bardellas Pathos vom „wahren Frankreich“ als projektive Selbstvergöttlichung und macht sichtbar, dass sein Wunschfrankreich nicht auf Pluralität, sondern auf Symbolmacht zielt: Schönheit und Größe eines Kandidaten – ästhetisch präzise, politisch gefährlich.]]></description>
		
		
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		<title>Semionaut des Untergangs: Mathieu Larnaudie</title>
		<link>https://rentree.de/2025/08/31/semionaut-des-untergangs-mathieu-larnaudie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2025 10:50:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[Naturfiktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Mathieu Larnaudie]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="181" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/61BzImJi3hL._UF10001000_QL80_-181x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/61BzImJi3hL._UF10001000_QL80_-181x300.jpg 181w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/61BzImJi3hL._UF10001000_QL80_.jpg 604w" sizes="auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px" />Mathieu Larnaudies "Trash Vortex" (2024) erzählt in scharfer Satire vom Niedergang einer globalen Elite, die sich angesichts ökologischer und politischer Krisen in Bunkerträume, libertäre Fantasien und zynische Profitstrategien flüchtet. Im Zentrum steht Eugénie Valier (alias Liliane Bettencourt), Erbin eines Industrieimperiums, die ihr Erbe nicht an ihren Sohn weitergibt, sondern einer Stiftung zur Reinigung der ozeanischen Müllstrudel vermacht – ein Akt zwischen utopischem Gestus und familiärem Rachefeldzug. Der Roman entfaltet so ein Panorama von Macht, Gier und Verfall, in dem die Faszination für den eigenen Untergang das letzte verbindende Narrativ einer erschöpften Zivilisation bildet.]]></description>
		
		
		
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		<title>Schreibweisen des Realen: Ivan Jablonka</title>
		<link>https://rentree.de/2025/08/20/schreibweisen-des-realen-ivan-jablonka/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2025 15:21:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Ivan Jablonka]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/137365_couverture_Hres_0-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/137365_couverture_Hres_0-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/137365_couverture_Hres_0-699x1024.jpg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/137365_couverture_Hres_0-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/137365_couverture_Hres_0-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/137365_couverture_Hres_0.jpg 1366w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Ivan Jablonka, Le Troisième Continent ou la littérature du réel, Seuil, 2024. Einleitung: Interpretieren und Verändern In Le Troisième Continent unternimmt Ivan Jablonka, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Sorbonne Paris Nord und Mitglied des Institut Universitaire de France (IUF), eine Neukartierung der intellektuellen Welt und der Schreibformen. Die traditionelle intellektuelle Landkarte wird demnach seit ... <p class="read-more-container"><a title="Schreibweisen des Realen: Ivan Jablonka" class="read-more button" href="https://rentree.de/2025/08/20/schreibweisen-des-realen-ivan-jablonka/#more-9284" aria-label="Mehr Informationen über Schreibweisen des Realen: Ivan Jablonka">Weiterlesen</a></p>]]></description>
		
		
		
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		<title>Frankreichs Kontamination 2036: Robert Merle und Emmanuel Ruben</title>
		<link>https://rentree.de/2025/08/19/frankreichs-kontamination-2036-robert-merle-und-emmanuel-ruben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Aug 2025 05:24:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
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		<category><![CDATA[Naturfiktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Emmanuel Ruben]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Merle]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="188" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/Ruben-188x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/Ruben-188x300.jpg 188w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/Ruben.jpg 628w" sizes="auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px" />Emmanuel Rubens Roman "Malville" (Stock, 2024) fügt sich in eine lange Reihe apokalyptischer Literatur ein, die von biblischen Prophetien bis zu Robert Merles "Malevil" bzw. "Malevil oder die Bombe ist gefallen" (1972, dt. 1975) reicht, dessen Titel hier bewusst als intertextuelle Folie aufgerufen wird: Auf der Ebene der Gesellschaftskritik ist "Malville" eine Abrechnung mit der französischen Nuklearpolitik seit den 1970er Jahren. Heute zeichnet Ruben minutiös nach, wie politische Entscheidungen – von Macrons Renaissance des Atomprogramms über den Aufstieg der extremen Rechten bis zur Auflösung der Europäischen Union – in die Katastrophe führten. Robert Merles "Malevil" erzählt aus der Ich-Perspektive des Landwirts Emmanuel Comte, der nach einem plötzlichen Atomschlag gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Freunden und Nachbarn in der abgeschiedenen Burg Malevil überlebt. Schon vor Beginn der eigentlichen Handlung wird klar, dass Rubens "Malville" als intertextueller Dialog mit Merle gelesen werden will – Fortführung, Variation und zugleich kritische Umkehrung seines Endzeitromans.]]></description>
		
		
		
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		<title>Übersehenes Interieur: Partikel, Zeichen und Kratzer bei Thomas Clerc</title>
		<link>https://rentree.de/2025/08/15/uebersehenes-interieur-partikel-zeichen-und-kratzer-bei-thomas-clerc/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Aug 2025 13:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2013]]></category>
		<category><![CDATA[2021]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Mannsein]]></category>
		<category><![CDATA[Guillaume Dustan]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Clerc]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="219" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/interieur-219x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/interieur-219x300.jpg 219w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/interieur-748x1024.jpg 748w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/interieur-768x1051.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/interieur.jpg 1096w" sizes="auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px" />Thomas Clercs Bücher "Intérieur" und "Cave" sind eng miteinander verbunden und bilden eine kohärente, doch sich entwickelnde Erkundung des Raums, des Selbsts und des Schreibakts. Während "Intérieur" eine akribische Bestandsaufnahme des eigenen Wohnraums darstellt, erweitert "Cave" diese topografische Obsession zu einer Reise in das Verborgene, das Unausgesprochene und das Begehren. Die Bewegung vom sichtbaren, oberirdischen Leben zum unsichtbaren, unterirdischen Reich der Höhle symbolisiert dabei einen doppelten Prozess: die Fortführung einer bereits etablierten literarischen Methode und ihre radikale Vertiefung in die Komplexität menschlicher Innerlichkeit und seines Begehrens.]]></description>
		
		
		
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		<title>Von der Idealisierung zur Problematisierung: Mutterbilder in der französischen Gegenwartsliteratur</title>
		<link>https://rentree.de/2025/08/13/von-der-idealisierung-zur-problematisierung-mutterbilder-in-der-franzoesischen-gegenwartsliteratur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Aug 2025 12:12:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="202" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/hertrampf-202x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/hertrampf-202x300.jpg 202w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/hertrampf-688x1024.jpg 688w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/hertrampf-768x1142.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/08/hertrampf.jpg 827w" sizes="auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px" />Transformationen und Dekonstruktionen Der Band Mater Genetrix: les images de la mère dans la littérature contemporaine d’expression française, herausgegeben von Marina Hertrampf, bietet eine aufschlussreiche Auseinandersetzung mit der Darstellung von Müttern in der aktuellen französisch- und frankophonen Literatur. Das Werk beleuchtet die Transformation und Dekonstruktion überkommener Mutterbilder und zeigt, wie literarische Texte als Seismographen gesellschaftlicher ... <p class="read-more-container"><a title="Von der Idealisierung zur Problematisierung: Mutterbilder in der französischen Gegenwartsliteratur" class="read-more button" href="https://rentree.de/2025/08/13/von-der-idealisierung-zur-problematisierung-mutterbilder-in-der-franzoesischen-gegenwartsliteratur/#more-9022" aria-label="Mehr Informationen über Von der Idealisierung zur Problematisierung: Mutterbilder in der französischen Gegenwartsliteratur">Weiterlesen</a></p>]]></description>
		
		
		
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		<title>Die Farbe Schwarz: Justine Bo</title>
		<link>https://rentree.de/2025/07/25/die-farbe-schwarz-justine-bo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jul 2025 16:01:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Justine Bo]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="190" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/512xp4PdxL-190x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/512xp4PdxL-190x300.jpg 190w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/512xp4PdxL-649x1024.jpg 649w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/512xp4PdxL-768x1211.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/512xp4PdxL-974x1536.jpg 974w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/512xp4PdxL-1299x2048.jpg 1299w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/512xp4PdxL.jpg 1400w" sizes="auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px" />Justine Bos Roman "Eve Melville, Cantique" (Grasset, 2024) taucht tief in die Traumatisierungen der amerikanischen Geschichte ein und beleuchtet dabei, wie sich alte Wunden in der Gegenwart neu manifestieren. Der Ausgangspunkt des Dramas ist ein scheinbar alltäglicher Akt des Vandalismus: Die Hausfassade von Eve Melvilles Nachbarin in Brooklyn wird über Nacht schwarz gestrichen. Doch diese äußere „Verunstaltung“ wird für Eve, deren Familie seit Generationen eng mit diesem Haus und seiner Umgebung verbunden ist, zu einem schmerzhaften Auslöser. Es reißt eine Wunde in ihr auf und führt sie zurück zu den Ursprüngen ihrer Familie, die untrennbar mit der Sklaverei in den Südstaaten verbunden sind. Das Haus, einst von ihrem Urgroßvater Solomon Melville als Bollwerk der Freiheit und des Besitzes erworben, wird zu einem Brennpunkt, an dem sich die Vergangenheit und die Gegenwart Amerikas in ihrer ganzen Brutalität begegnen. „Cantique“ ist ein Verweis auf das biblische Hohelied – ein poetisches, aber auch rebellisches Bild. Dieses Motiv führte sie zu einem Roman, der die Erinnerung an Sklaverei, Gentrifizierung, AIDS, schwarze Geschichte und urbane Gewalt in New York zusammenführt – ausgehend von der dramatischen Metapher eines Hauses, nachts schwarz gestrichen als Angriff auf Identität und Besitz.]]></description>
		
		
		
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		<title>Erbe der Wunden: Traumata und ihre literarische Vermittlung</title>
		<link>https://rentree.de/2025/07/22/erbe-der-wunden-traumata-und-ihre-literarische-vermittlung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jul 2025 16:45:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Judéité]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="213" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/traumatisme-213x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/traumatisme-213x300.jpg 213w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/traumatisme-728x1024.jpg 728w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/traumatisme-768x1081.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/traumatisme.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px" />Zum Handbuch Traumatisme et mémoire culturelle von Silke Segler-Meßner und Isabella von Treskow Das französischsprachige Sammelwerk Traumatisme et mémoire culturelle: France et espaces francophones (herausgegeben von Silke Segler-Meßner und Isabella von Treskow, De Gruyter, 2024, 558 Seiten) widmet sich der Darstellung kollektiver Traumata in der französischsprachigen Literatur und Kultur des 20. und frühen 21. Jahrhunderts, ... <p class="read-more-container"><a title="Erbe der Wunden: Traumata und ihre literarische Vermittlung" class="read-more button" href="https://rentree.de/2025/07/22/erbe-der-wunden-traumata-und-ihre-literarische-vermittlung/#more-8444" aria-label="Mehr Informationen über Erbe der Wunden: Traumata und ihre literarische Vermittlung">Weiterlesen</a></p>]]></description>
		
		
		
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		<title>Geschichten hinter der Wahrheit: Yasmina Reza</title>
		<link>https://rentree.de/2025/07/22/geschichten-hinter-der-wahrheit-yasmina-reza/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jul 2025 04:51:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Recht schaffen]]></category>
		<category><![CDATA[Yasmina Reza]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="193" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/51pnjLOpOvL._UF10001000_QL80_-193x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/51pnjLOpOvL._UF10001000_QL80_-193x300.jpg 193w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/51pnjLOpOvL._UF10001000_QL80_.jpg 643w" sizes="auto, (max-width: 193px) 100vw, 193px" />Yasmina Rezas Sammlung von Kurzgeschichten, "Récits de certains faits" (Flammarion, 2024, deutsch bei Hanser, 2025), ist eine Erkundung der menschlichen Natur, der Vielschichtigkeit von Wahrheit und der oft flüchtigen Erscheinungen der Realität, die sich jenseits oberflächlicher Wahrnehmungen verbirgt. Die Autorin wirkt dabei als Beobachterin von Gerichtsdramen und Alltagsbegegnungen, die sie mit einem einzigartigen Mix aus distanzierter Ironie, psychologischer Präzision und tiefem menschlichem Mitgefühl festhält. Der Titel der Sammlung ist selbst ein zentraler Schlüssel zu Rezas literarischem Ansatz: Er verweist auf die selektive, subjektive und oft unvollständige Natur der Realität und ihrer Darstellung.]]></description>
		
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Theorie im kolonialen Dilemma: Onur Erdur</title>
		<link>https://rentree.de/2025/07/18/theorie-im-kolonialen-dilemma-onur-erdur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Jul 2025 23:34:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="188" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/cover-9783751820202-188x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/cover-9783751820202-188x300.jpg 188w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/cover-9783751820202-643x1024.jpg 643w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/cover-9783751820202-768x1223.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/cover-9783751820202-964x1536.jpg 964w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/cover-9783751820202-1286x2048.jpg 1286w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/cover-9783751820202.jpg 1594w" sizes="auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px" />Eine Tugendlehre des Geistes aus dem Maghreb Onur Erdurs Monografie Schule des Südens: die kolonialen Wurzeln der französischen Theorie widmet sich einem bisher im Großen erstaunlich vernachlässigten Aspekt der französischen Geistesgeschichte: den tiefgreifenden biografischen und intellektuellen Prägungen, die führende Denkerinnen und Denker der Nachkriegszeit durch ihre Erfahrungen in den französischen Kolonien Nordafrikas erfuhren. Das Buch ... <p class="read-more-container"><a title="Theorie im kolonialen Dilemma: Onur Erdur" class="read-more button" href="https://rentree.de/2025/07/18/theorie-im-kolonialen-dilemma-onur-erdur/#more-8295" aria-label="Mehr Informationen über Theorie im kolonialen Dilemma: Onur Erdur">Weiterlesen</a></p>]]></description>
		
		
		
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		<title>Der Architekt und sein Führer, contre-fiction: Jean-Noël Orengo</title>
		<link>https://rentree.de/2025/07/17/der-architekt-und-sein-fuehrer-contre-fiction-jean-noel-orengo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 11:15:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Judéité]]></category>
		<category><![CDATA[Mannsein]]></category>
		<category><![CDATA[Romans croisés]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Noël Orengo]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/71FjRqVMKeL._UF10001000_QL80_-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/71FjRqVMKeL._UF10001000_QL80_-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/07/71FjRqVMKeL._UF10001000_QL80_.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />In seinem Roman "Vous êtes l'amour malheureux du Führer" setzt sich Jean-Noël Orengo fiktional mit der Figur Albert Speers auseinander. Dabei beleuchtet er dessen komplexe Beziehung zu Adolf Hitler, seine strategische Selbstdarstellung nach dem Krieg und die Macht von Erzählungen im Umgang mit historischer Wahrheit kritisch. Der Roman dekonstruiert Speers eigenes Narrativ - als Versuch, die eigene Verantwortung zu negieren - und offenbart die Mechanismen seiner Apologie. So setzte beispielsweise Speers Ministerium Millionen von Sklavenarbeitern ein, darunter viele Juden, und war für den Ausbau von Auschwitz zur größten Todesfabrik mitverantwortlich. Orengos Roman ist jedoch mehr als eine bloße historische Nacherzählung: Er ist eine Untersuchung der Konstruktion von Wahrheit und Fiktion in der Geschichtsschreibung – insbesondere im Kontext von Verbrechen und Erinnerung. Orengo entlarvt Speers "Erinnerungen" als meisterhaft konstruierte Erzählung, die die Wahrheit manipuliert und Speer als „Star der deutschen Schuld“ etabliert, indem er sich als „verantwortlich, aber nicht schuldig“ darstellt. Diese „Autofiktion“ ist so wirkmächtig, dass sie selbst historische Fakten überstrahlen kann. Der Roman stellt die Geschichtsschreibung als einen Kampf von Erzählungen dar, in dem Speer durch seine narrative Geschicklichkeit oft die Oberhand behält, selbst gegenüber widerlegenden Dokumenten. Orengo zeigt, wie schwierig es ist, die „Wahrheit“ über eine so dunkle Periode zu finden, wenn die Hauptakteure ihre eigene Geschichte meisterhaft fiktionalisieren.]]></description>
		
		
		
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		<title>Brandungsgischt und Resonanz: Maylis de Kerangal</title>
		<link>https://rentree.de/2025/06/28/brandungsgischt-und-resonanz-maylis-de-kerangal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Jun 2025 20:47:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Maylis de Kerangal]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/06/ressac-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/06/ressac-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/06/ressac-699x1024.jpg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/06/ressac-768x1125.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/06/ressac.jpg 827w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Maylis de Kerangals jüngster Roman „Jour de ressac“ (2024) wird im vorliegenden Artikel primär durch das übergreifende Werkprinzip ihrer Bücher (u.a. „Naissance d’un pont“ 2010, „Réparer les vivants“ 2014, „À ce stade de la nuit“ 2014, „Un monde à portée de main“ 2018, „Kiruna“ 2019, „Canoës“ 2021, „Seyvoz“ 2022 mit Joy Sorman, „Un archipel“ 2022) der Analogie, Korrespondenz und Resonanz erschlossen, die als strukturelle Basis des Œuvres der Autorin dienen. - Die Handlung setzt mit einem Anruf der Kriminalpolizei aus Le Havre ein, der die Protagonistin mit dem Fund eines „nicht identifizierten Mannes“ konfrontiert und sie tief in ihre eigene Vergangenheit sowie die Historie ihrer Heimatstadt eintauchen lässt. Le Havre selbst erscheint dabei als „geisterhafte Stadt“, deren zerstörte und wiederaufgebaute Schichten, insbesondere die der alliierten Bombardierungen von 1944, eine palimpsestische Erinnerungslandschaft bilden, in der die Gegenwart von den Echos des Vergangenen durchdrungen ist. Die zentrale Metapher des Romans, der „ressac“ – die Rückbrandung oder das Brechen der Wellen am Ufer – symbolisiert, wie die Erinnerung in mächtigen Wellen heranrollt, sich bricht und dabei ein flirrendes Bild hinterlässt, das die Erzählerin passiv trifft und doch den Impuls zum Schreiben liefert. Der Text wird somit weniger zu einem konventionellen Kriminalroman, sondern durch eine ausgeprägte introspektive Dimension der Ich-Erzählerin zu einer poetologischen Reflexion über die Funktionsweise von Erinnerung und die Art und Weise, wie die Vergangenheit im Präsens nachhallt. - Die Faszination des Romans liegt in seiner tiefgehenden Untersuchung von Identität und Unbeständigkeit. Der unbekannte Tote am Strand avanciert dabei zu einem zentralen, leeren „Zeichen“, das für die Protagonistin als Katalysator zur Sinnstiftung dient. Sie wird nicht zur klassischen Ermittlerin, sondern zu einem „Medium“, das die Spuren des Toten als Projektionsfläche für existentielle Fragen nach Verlust und Identität nutzt. Ihre Profession als Synchronsprecherin, die das Einfühlen in „fremde Stimmen“ und das Verschmelzen mit anderen Identitäten erfordert, wird durch die existenzielle Bedrohung der Künstlichen Intelligenz und die Möglichkeit des Stimmklonens bedroht. - Das Schreiben selbst wird zu einer „Schreibweise des Kontakts“, die darauf abzielt, die Erfahrung der Realität und des tieferen Zusammenhänge in ihren Analogien sinnlich greifbar zu machen. Der Sinn wird nicht krimigemäß in einer finalen Identifizierung des Toten gefunden, sondern in der narrativen Reise selbst. Die Erzählerin findet Halt und Identität in der Bewegung des Erzählens, wodurch das Erzählen selbst zum „Überlebensmechanismus und zur Quelle des Sinns“ in einer von Verlust und Unsicherheit geprägten Welt wird.]]></description>
		
		
		
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		<title>Himmlers Zuchtbefehl: Caroline de Mulder</title>
		<link>https://rentree.de/2025/05/08/himmlers-zuchtbefehl-caroline-de-mulder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2025 21:28:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[Judéité]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Romans croisés]]></category>
		<category><![CDATA[Caroline de Mulder]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/05/Mulder-205x300.jpeg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/05/Mulder-205x300.jpeg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/05/Mulder-700x1024.jpeg 700w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/05/Mulder-768x1124.jpeg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/05/Mulder-1049x1536.jpeg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/05/Mulder-1399x2048.jpeg 1399w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/05/Mulder.jpeg 1654w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Caroline De Mulders Roman „La pouponnière d’Himmler“ erzählt das Lebensborn-Programm des Nationalsozialismus als Schrecken einer durchideologisierten Kindheit: Kindheit wird nicht als schützenswerte Lebensphase gezeigt, sondern als Produkt eines rassistischen Zuchtprogramms – verwaltet, vermessen, umbenannt und ihrer Herkunft beraubt. Die Körper von Frauen, Kindern und Männern erscheinen nicht als Subjekte, sondern als biopolitisches Material im Dienst einer totalitären Ideologie. Die Frau wird als „Gebärmaschine“ dargestellt, deren Wert sich ausschließlich aus ihrer Reproduktionsfähigkeit für die „Rasse“ ergibt. Renée, die als junge schwangere Französin im Lebensborn-Heim entrechtet wird, Helga, die als Oberschwester zwischen Pflichterfüllung und Schuld taumelt, und Marek, der als Zwangsarbeiter entmenschlicht wird, verkörpern drei Varianten existenzieller Ausgeliefertheit an ein System, das Körper zählt, aber Leben entwertet. Gleichzeitig deutet der Roman an, dass die völlige Indienstnahme der Körper nicht gelingt: In poetischen Momenten innerer Bilder, sinnlicher Erfahrung und zwischenmenschlicher Nähe blitzen Möglichkeiten von Subjektivität auf. Die Erzählerin des Romans versucht im Rückblick, das Schweigen der Vergangenheit zu durchbrechen, und begegnet der historischen Leerstelle mit Sprache, Imagination und dokumentarischen Fragmenten. Die vielstimmige Struktur des Romans – zwischen innerem Monolog, Archivtexten und Gegenwartserzählung – spiegelt die Fragmentierung traumatisierter Kindheiten wider und macht literarisch erfahrbar, was historisch mit dem Kriegsende am 8. Mai 1945 ausgelöscht werden sollte.]]></description>
		
		
		
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		<title>Poetiken der Kindheit: Sébastien Dulude, Amiante (2024)</title>
		<link>https://rentree.de/2025/04/28/poetiken-der-kindheit-sebastien-dulude-amiante-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2025 12:25:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mannsein]]></category>
		<category><![CDATA[Naturfiktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Sébastien Dulude]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="200" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/dulude-200x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/dulude-200x300.jpg 200w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/dulude.jpg 667w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" />Sébastien Duludes Roman "Amiante" (2024) erzählt die Kindheit von Steve Dubois in der kanadischen Bergbaustadt Thetford Mines – einem Ort, der vom Asbestabbau ökologisch und sozial verseucht ist. In einer Welt aus Gewalt, Krankheit und schwelender Resignation findet Steve im gleichaltrigen Charlélie Poulin eine existentielle Freundschaft: gemeinsam bauen sie Baumhäuser, streifen durch verwüstete Landschaften und teilen erste, zarte Erfahrungen körperlicher Nähe. Die episodische, fragmentarische Struktur von "Amiante" spiegelt die poetische Arbeit der Erinnerung: Dulude zeigt die Kindheit als durchdrungen von Verletzlichkeit, Schönheit, Gefahr und Sinnlichkeit. Körperliche Erfahrungen – Hitze und Staub, Verletzungen, Berührungen – prägen das Erleben und formen eine frühe Wahrnehmungsintensität, die der Ursprung poetischer Sprache wird. Der Artikel untersucht, wie Dulude die Kindheit nicht nostalgisch verklärt, sondern sie als dynamischen Ursprungsraum des Erzählens darstellt – als eine Erfahrungsform, in der die ersten Impulse von Sprache, Imagination und Verlust ineinander greifen. "Amiante" ist ein melancholisches, kraftvolles Buch über Kindheit im Angesicht einer toxischen Welt – und über die Möglichkeit, durch Sprache das Flüchtige zu bewahren.]]></description>
		
		
		
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		<title>Kippmomente bei Erwan Desplanques</title>
		<link>https://rentree.de/2025/04/19/kippmomente-bei-erwan-desplanques/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Apr 2025 13:19:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Erwan Desplanques]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/71LuQV0VdmL-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/71LuQV0VdmL-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/71LuQV0VdmL-699x1024.jpg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/71LuQV0VdmL-768x1125.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/71LuQV0VdmL-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/71LuQV0VdmL-1398x2048.jpg 1398w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/71LuQV0VdmL.jpg 1653w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Erwan Desplanques’ Erzählband "La part sauvage" (2024) vereint zehn Kurzgeschichten, die in ihren feinen, psychologisch dichten Momentaufnahmen das Porträt einer Generation zeichnen, die zwischen Anpassung und Selbstverlust, zwischen ironischer Weltklugheit und innerer Müdigkeit schwankt. Allen Geschichten ist ein spezifischer struktureller und thematischer Angelpunkt gemeinsam: der Kippmoment. Es handelt sich dabei um einen Moment der Veränderung, der Konfrontation oder der Erkenntnis, der den Figuren – oft schmerzhaft, oft leise – einen anderen Blick auf sich selbst oder ihre Welt eröffnet. Aus der Summe dieser Brüche, Übergänge und Erschütterungen ergibt sich eine tiefergehende Reflexion über das Verhältnis des Menschen zu sich selbst, zu seinen Beziehungen und zur Gegenwart.]]></description>
		
		
		
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		<title>Wildheit oder Ökopolitik: Corinne Royer</title>
		<link>https://rentree.de/2025/04/18/wildheit-oder-oekopolitik-corinne-royer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Apr 2025 08:53:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Corinne Royer]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/royer-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/royer-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/royer-699x1024.jpg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/royer-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/royer-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/royer.jpg 1366w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />In "Ceux du lac" (2024) erzählt Corinne Royer die Geschichte einer sechsköpfigen Roma-Geschwistergruppe, ihres Vaters und des alten Hundes Moroï, die in einer Hütte am Rand eines Sees in der Nähe von Bukarest leben. In diesem verwilderten Naturraum haben sie sich eine Existenz jenseits der Gesellschaft aufgebaut. Während Sasho, Naya und ihre Brüder in der Dâmbovița Fische fangen und die Poesie aus den Büchern der Tante Marta entdecken, leben sie in bewusster Abgrenzung zu den städtischen Normen – ein Dasein am Rand, aber voller innerer Freiheit und intensiver Beziehung zur Natur. Diese fragile Idylle gerät ins Wanken, als die Behörden das Gebiet zu einem offiziellen Naturschutzreservat erklären wollen und die Familie zur Räumung auffordern. Die Șerbans stehen plötzlich vor der Enteignung ihres Lebensraums, ihres "schönsten Ortes", der für sie nicht nur Heimat, sondern ein eigenes kleines Reich bedeutet. Inspiriert von einer wahren Begebenheit erzählt der Roman von einem erzwungenen Abschied, der zugleich metaphorisch für das Verschwinden einer ganzen Lebensweise steht. Die Autorin merkt in einer Notiz an, dass das Văcărești-Delta im Mai 2016 offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, nachdem eine Roma-Familie von den Behörden zwangsweise umgesiedelt und von den Sozialdiensten in der Stadt untergebracht worden war. Obwohl dieser Text von diesen realen Ereignissen inspiriert ist, handle es sich aber um ein Werk der Fiktion. Royer zeichnet mit poetischer Kraft das Bild einer Familie, die in einer Gesellschaft lebt, die vorgibt zu schützen, aber dabei zerstört.]]></description>
		
		
		
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		<title>Malerei war also Sprache: Intermedialität bei Elsa Gribinski</title>
		<link>https://rentree.de/2025/04/03/malerei-war-also-sprache-intermedialitaet-bei-elsa-gribinski/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2025 14:57:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Ekphrasis]]></category>
		<category><![CDATA[Elsa Gribinski]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/D23683-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/D23683-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/D23683-700x1024.jpg 700w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/D23683-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/D23683-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/D23683-1399x2048.jpg 1399w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/04/D23683.jpg 1654w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Nach eigenem Bekunden schreibt Elsa Gribinski Kurzgeschichten, weil sie dicht und kurz schreibt. Dafür kam sie in die Auswahlliste für den Prix Goncourt de la nouvelle 2024. Die sechzehn Texte, die sie in „Toiles: nouvelles“ (Mercure de France, 2024) gesammelt hat, sind besonders unter intermedialen Gesichtspunkten interessant: Jede Fiktion, oder jede „Leinwand“, thematisiert Malerei in einem ästhetischen Kontext, häufig im Alltagszusammenhang. Elsa Gribinski verwendet für jede Geschichte ein spezifisches künstlerisches und intermediales Verfahren, das mit der Thematik und Ästhetik der Erzählung verknüpft ist. Die Erzählungen setzen sich mit Wahrnehmung, künstlerischer Repräsentation und der Flüchtigkeit von Eindrücken auseinander. Jede Geschichte greift dabei nicht nur eine bestimmte malerische Technik auf, sondern überträgt diese in eine literarische Form, sodass sich das Buch als ein intermediales Experiment lesen lässt.]]></description>
		
		
		
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		<title>Yannick Haenel und Francis Bacon</title>
		<link>https://rentree.de/2025/03/09/yannick-haenel-und-francis-bacon/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Mar 2025 05:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Ekphrasis]]></category>
		<category><![CDATA[Mannsein]]></category>
		<category><![CDATA[Yannick Haenel]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="196" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/bacon-196x300.jpeg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/bacon-196x300.jpeg 196w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/bacon-671x1024.jpeg 671w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/bacon-768x1173.jpeg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/bacon.jpeg 780w" sizes="auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px" />Die Kunst Francis Bacons ist ein Schrei: Seine Bilder, geprägt von Fleischlichkeit, verzerrten Gesichtern und schattenhaften Existenzen, drücken das Menschliche in einer fragilen, aber auch gewaltträchtigen Form aus. Yannick Haenels literarische Annäherung an Bacons Werk in "Bleu Bacon" ist ein kompromissloses Eintauchen in die Grundlagen dieser Bilder. Der Text selbst wird zu einer Art performativer Kunst, einer sprachlichen Spiegelung der Bacon’schen Deformationen, Verzerrungen und existenziellen Dringlichkeiten.]]></description>
		
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir Jungpioniere lieben unsere Deutsche Demokratische Republik: Benjamin de Laforcade</title>
		<link>https://rentree.de/2025/03/05/wir-jungpioniere-lieben-unsere-deutsche-demokratische-republik-benjamin-de-laforcade/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Mar 2025 11:48:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Romans croisés]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin de Laforcade]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/81yCoTjlbuL-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/81yCoTjlbuL-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/81yCoTjlbuL-700x1024.jpg 700w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/81yCoTjlbuL-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/81yCoTjlbuL-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/81yCoTjlbuL-1399x2048.jpg 1399w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/81yCoTjlbuL.jpg 1654w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />In „Berlin pour elles“ (2024), dem zweiten Roman von Benjamin de Laforcade, bildet die Freundschaft zwischen Hannah und Judith das Zentrum einer Erzählung, die zwischen individueller Nähe und staatlicher Kontrolle entlangführt. Durch die Perspektive zweier Mädchen in der DDR entwickelt der Roman ein anschauliches Bild der ostdeutschen Gesellschaft, das sich zwischen Anpassung, Widerstand und alltäglicher Solidarität bewegt. Laforcade, als französischer Autor mit Außenperspektive auf Ostberlin und als Wahlberliner, nutzt die Freundschaft nicht nur als Erzählmotiv, sondern auch als Mittel zur Untersuchung von Gesellschaftsstrukturen und menschlichen Werten.]]></description>
		
		
		
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		<title>Donald Trump, Geschichtspolitik und Wissenschaftsfreiheit bei Perrine Tripier</title>
		<link>https://rentree.de/2025/03/03/donald-trump-geschichtspolitik-und-wissenschaftsfreiheit-bei-perrine-tripier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2025 18:44:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Perrine Tripier]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/conque-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/conque-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/conque-700x1024.jpg 700w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/conque-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/03/conque.jpg 1025w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />In ihrem zweiten Roman "Conque" (2024) konfrontiert Perrine Tripier die Historikerin Martabée mit einem fanatischen Empereur, der die Geschichte für seine politischen Zwecke instrumentalisieren will. Die Handlung spielt in einer unbestimmten, windgepeitschten Küstenregion, wo archäologische Ausgrabungen Spuren der Morgonden zutage fördern – eines längst verschwundenen, als glanzvoll idealisierten Volkes: die Überreste der Morgondes, jahrtausendealter Seekrieger. Die Historikerin wird herangezogen, um die Funde zu interpretieren und eine narrative Verbindung zwischen den archäologischen Entdeckungen und dem nationalen Selbstverständnis herzustellen. Dabei steht jedoch nicht die wissenschaftliche Genauigkeit im Vordergrund, sondern die Konstruktion eines Gründungsmythos, der das zerfallende Reich stabilisieren soll. Während die Forscher eine komplexe Zivilisation freilegen, deren Spuren – darunter monumentale Walfangriten – faszinierend und zugleich verstörend sind, wird Martabée zur Schlüsselfigur in einem politischen Spiel. Sie erhält Privilegien, wird hofiert und in eine Rolle gedrängt, die sie dazu zwingt, fehlende Informationen mit spekulativen Elementen zu füllen. Doch es fällt auf, dass Frauen und Kinder in den Funden fehlen – eine Leerstelle, die Martabée zum Nachdenken bringt.]]></description>
		
		
		
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		<title>Palästina, Wunde und Traum: Karim Kattan</title>
		<link>https://rentree.de/2025/02/18/palaestina-wunde-und-traum-karim-kattan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 12:16:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[Judéité]]></category>
		<category><![CDATA[Mannsein]]></category>
		<category><![CDATA[Karim Kattan]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="176" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/612N7EXZLL-176x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/612N7EXZLL-176x300.jpg 176w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/612N7EXZLL-599x1024.jpg 599w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/612N7EXZLL-768x1313.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/612N7EXZLL-899x1536.jpg 899w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/612N7EXZLL.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 176px) 100vw, 176px" />Karim Kattans „L’Éden à l’aube“ erzählt eine Liebe in Palästina zwischen Isaac und Gabriel, die sich in einem von politischen, religiösen und gesellschaftlichen Konflikten durchzogenen Jerusalem entfaltet. Der Roman wechselt zwischen lyrischer Entrücktheit und politischer Realität, zwischen mythischer Überhöhung und der Brutalität des Alltags. Der Text entfaltet sich in einer traumhaften Erzählweise, während er zugleich die Spuren kolonialer Gewalt und territorialer Enge unübersehbar macht. Interessanterweise bleiben Utopie und Dystopie in „L’Éden à l’aube“ nicht klar getrennt. Vielmehr entsteht eine Hybridität, in der Hoffnung und Zerstörung ineinander übergehen. Isaac, der potenziell geopferte Sohn Abrahams, und Gabriel, der göttliche Bote, befinden sich in einer Welt, die am Rande des Paradieses steht.]]></description>
		
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		<title>Fällt die großen Bäume: Gaël Faye, „Jacaranda“ nach dem Genozid in Ruanda</title>
		<link>https://rentree.de/2025/02/10/faellt-die-grossen-baeume-gael-faye/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 10:49:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Recht schaffen]]></category>
		<category><![CDATA[Gaël Faye]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/faye-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/faye-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/faye-700x1024.jpg 700w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/faye-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/faye-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/faye.jpg 1400w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Nach der Lektüre von „Jacaranda“ (2024) erscheint der Erfolgsroman „Petit Pays“ (2016) nicht mehr nur als autobiografisch inspirierter Erinnerungsroman, sondern als Auftakt einer längeren Auseinandersetzung mit der postkolonialen Tragödie Ostafrikas. „Petit Pays“ folgte einer linearen, stark autobiografisch gefärbten Erzählstruktur, die von der kindlichen Perspektive des Protagonisten Gabriel geprägt ist. Die Handlung beginnt mit einer unbeschwerten Kindheit in Burundi und führt über politische Spannungen hin zu den schrecklichen Ereignissen des Genozids in Ruanda. Diese Zäsur verändert Gabriels Welt unwiderruflich und treibt ihn in die Entfremdung von seiner Herkunft. „Jacaranda“ hingegen ist fragmentierter, reflektierender und multiperspektivisch. Der Roman arbeitet mit Rückblenden und Erinnerungsfragmenten. In „Jacaranda“ gibt es weniger eine naive Hoffnung auf Heimkehr als eine tiefe, poetische Reflexion über Heimat als psychischen Raum.]]></description>
		
		
		
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		<title>Zoomer à mort: Grégoire Bouillier über Monets Seerosen</title>
		<link>https://rentree.de/2025/02/09/zoomer-a-mort-gregoire-bouillier-ueber-monets-seerosen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Feb 2025 21:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Ekphrasis]]></category>
		<category><![CDATA[Grégoire Bouillier]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="197" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/9782080445742-197x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/9782080445742-197x300.jpg 197w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/02/9782080445742.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px" />Während eines Besuchs im Musée de l’Orangerie in Paris, wo Monets Nymphéas ausgestellt sind, erleidet der Erzähler eine plötzliche Angstattacke. Dieses unerwartete Unwohlsein steht im Gegensatz zur allgemeinen Wahrnehmung dieser monumentalen Werke, die oft als Symbol für Frieden, Meditation und Harmonie verstanden werden. Doch anstatt das Gefühl schnell abzutun, begibt sich Bouillier auf eine obsessive Suche nach dessen Ursache. Der Text wird zu einer Art künstlerischer Detektivgeschichte, in der der Erzähler – in der Rolle des Detektivs Bmore – den Verdacht entwickelt, dass Monet etwas in seinen Bildern verborgen haben könnte. Diese Grundannahme führt zu einer Untersuchung, die sich nicht nur mit der Kunst Monets, sondern auch mit Fragen der Wahrnehmung, der Kunstgeschichte und der historischen Dimension von Kunst auseinandersetzt. Grégoire Bouilliers "Le Syndrome de l'Orangerie" vereint essayistische Reflexion, detektivische Recherche, autobiografische Erinnerungen und kunstkritische Analysen zu einer außergewöhnlichen Erzählform.]]></description>
		
		
		
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		<title>Simon Liberati, Dämonen in Rom</title>
		<link>https://rentree.de/2025/01/06/simon-liberati-daemonen-in-rom/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jan 2025 13:47:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Mannsein]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Liberati]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="188" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/01/Capitole-188x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/01/Capitole-188x300.jpg 188w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/01/Capitole.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px" />Simon Liberatis Roman „La hyène du Capitole“ aus dem Jahr 2024 (Band zwei einer Trilogie über die Auflösung der 60er Jahre) ist eine Synthese aus dekadentem Stil, literarischer Reflexion und soziokultureller Analyse. Der Roman spielt im Jahr 1970 und folgt Alexis Tcherepakine, einem jungen Mann in Rom, dessen Leben von einer Mischung aus Exzentrik, intellektueller Suche und sozialem Abstieg geprägt ist. Alexis, der sich in der dekadenten High Society der Stadt bewegt, arbeitet als Assistent eines Fotografen und gerät in die Anziehungskraft von Persönlichkeiten wie dem Schauspieler Helmut Berger und seiner eigenen Schwester Taïné. Während Alexis durch die Straßen Roms wandert, begegnet er der Schönheit und dem Verfall der Stadt gleichermaßen.]]></description>
		
		
		
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		<title>Verwerfungslinien in uns: Mathias Énard, „Mélancolie des confins. Nord“</title>
		<link>https://rentree.de/2025/01/02/verwerfungslinien-in-uns-mathias-enard-melancolie-des-confins-nord/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jan 2025 12:17:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Romans croisés]]></category>
		<category><![CDATA[Mathias Enard]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/01/9782330196950-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/01/9782330196950-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/01/9782330196950-701x1024.jpg 701w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2025/01/9782330196950.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Mathias Énard ist einer der deutschlandaffinen Autoren der französischen Gegenwartsliteratur; wir begleiten den Erzähler in ein Berlin, in dem persönliche Verluste, kollektive Traumata und die literarische Tradition in einem eindrucksvollen Narrativ miteinander verschmelzen. Sein jüngstes Werk "Mélancolie des confins. Nord" bildet den Auftakt einer Tetralogie über die Vergänglichkeit historischer Grenzen, verwebt erneut intime und historische Ebenen und verwischt in diesen einsamen Promenaden (denn das sind die Kapitel eher als Teile eines Romans) Literatur, Geschichte und Geografie.]]></description>
		
		
		
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		<title>Boualem Sansals Festnahme und ein Raumschiff</title>
		<link>https://rentree.de/2024/11/23/boualem-sansals-festnahme-und-ein-raumschiff/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Nov 2024 09:58:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[Recht schaffen]]></category>
		<category><![CDATA[Boualem Sansal]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/11/vivre-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/11/vivre-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/11/vivre-700x1024.jpg 700w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/11/vivre-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/11/vivre-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/11/vivre-1399x2048.jpg 1399w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/11/vivre.jpg 1654w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Boualem Sansals jüngster Roman „Vivre: le compte à rebours“ („Leben: der Countdown“, Gallimard, 2024) erzählt eine dystopische Geschichte in einer apokalyptischen Welt. Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass der Text voller Anspielungen auf die politischen, sozialen und kulturellen Realitäten Algeriens ist. Durch seine metaphorische Erzählweise übt Sansal nicht nur Kritik an globalen Phänomenen wie Totalitarismus und Umweltzerstörung, sondern auch an spezifischen Missständen in seinem Heimatland. Angesichts der Verhaftung des Schriftstellers Boualem Sansal lesen wir den Roman „Vivre“ anders: Hier werden indirekt Themen wie Festnahmen und staatliche Repression angesprochen, jedoch oft in einem metaphorischen oder dystopischen Kontext.]]></description>
		
		
		
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		<title>Du, ja. Du, nicht. Laurent Gaudé über den 13. November 2015</title>
		<link>https://rentree.de/2024/10/19/du-ja-du-nicht-laurent-gaude-ueber-den-13-november-2015/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Oct 2024 10:24:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Laurent Gaudé]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="158" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/terrasses-158x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/terrasses-158x300.jpg 158w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/terrasses.jpg 426w" sizes="auto, (max-width: 158px) 100vw, 158px" />Laurent Gaudé wählt für sein Buch über die Attentate des 13. November 2015 eine literarische Form, die sich zwischen Drama, Lyrik und dem Erzählerischen des Romans bewegt. "Terrasses" ist kein Dokumentarstück, das die Fakten der Attentate auflistet. Stattdessen greift Gaudé auf die Mittel der literarischen Verfremdung und die Kraft der Sprache zurück, um einen tiefen menschlichen Zugang zu einem kollektiven Trauma zu finden.]]></description>
		
		
		
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		<item>
		<title>Ich vertraue dem Tod, er ist ein alter Freund: Grégory Cingal</title>
		<link>https://rentree.de/2024/10/14/ich-vertraue-dem-tod-er-ist-ein-alter-freund-gregory-cingal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2024 10:34:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Grégory Cingal]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/cingal-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/cingal-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/cingal-700x1024.jpg 700w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/cingal-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/cingal-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/cingal.jpg 1400w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Unter den letzten drei Büchern der Shortlist für den französischen Grand prix du roman de l'Académie Française findet sich neben Abel Quentins Erzählung über den Club of Rome und Miguel Bonnefoys Familiengeschichte aus Venezuela auch ein Roman über eine Flucht aus dem Konzentrationslager Buchenwald, der auf wahren Ereignissen beruht. In „Les derniers sur la liste“ verbindet Grégory Cingal historische Genauigkeit mit emotionaler Tiefe und wirft Fragen nach Schuld, Mut und der Unauslöschlichkeit des Traumas bei den Überlebenden auf. ]]></description>
		
		
		
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		<title>Vorbereitung auf das Nichts: das zweite Leben von Philippe Sollers</title>
		<link>https://rentree.de/2024/10/13/vorbereitung-auf-das-nichts-das-zweite-leben-von-philippe-sollers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Oct 2024 16:31:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Philippe Sollers]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/sollers2-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/sollers2-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/sollers2-701x1024.jpg 701w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/sollers2-768x1122.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/sollers2.jpg 958w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Auf dem Höhepunkt der Explosion der französischen Revolution im 18. Jahrhundert ließ der Marquis de Sade seine kriminelle Lieblingsfigur Juliette sagen: „Die Vergangenheit ermutigt mich, die Gegenwart elektrisiert mich, ich fürchte die Zukunft wenig.“ Das 21. Jahrhundert hört eine neue postromantische Juliette jeden Tag wiederholen: „Die Vergangenheit deprimiert mich, die Gegenwart belastet mich, ich habe Angst vor der Zukunft.“]]></description>
		
		
		
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		<item>
		<title>Aurélien Bellanger als Lorenzaccio: Les derniers jours du Parti socialiste</title>
		<link>https://rentree.de/2024/10/04/aurelien-bellanger-als-lorenzaccio-les-derniers-jours-du-parti-socialiste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2024 07:29:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[France profonde]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Aurélien Bellanger]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/157116_couverture_Hres_0-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/157116_couverture_Hres_0-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/157116_couverture_Hres_0-699x1024.jpg 699w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/157116_couverture_Hres_0-768x1124.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/157116_couverture_Hres_0-1049x1536.jpg 1049w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/10/157116_couverture_Hres_0.jpg 1366w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Aurélien Bellanger bewegt sich mit dem jüngsten Roman „Les derniers jours du Parti socialiste“ in diesem Herbst 2024 zwischen politischer Fiktion, Schlüsselroman und gesellschaftlicher Satire, mit Elementen der Utopie, aber auch der Dystopie einer zunehmend autoritären Republik, in der die laizistischen Ideale instrumentalisiert werden, um eine islamophobe Politik durchzusetzen. Der Roman zeichnet ein Gesellschaftsbild, in dem die traditionellen politischen Lager der Republik bzw. die Grenzen zwischen links und rechts verschwimmen und in der nationalistische und identitäre Bewegungen das politische Spektrum dominieren.]]></description>
		
		
		
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		<title>Gespenster der Avantgarde: Wolfgang Asholt</title>
		<link>https://rentree.de/2024/09/25/gespenster-der-avantgarde-wolfgang-asholt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2024 18:28:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Asholt]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="190" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/asholt-190x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/asholt-190x300.jpg 190w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/asholt-650x1024.jpg 650w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/asholt-768x1210.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/asholt.jpg 827w" sizes="auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px" />Nach eigenem Verständnis des Avantgardeforschers und Romanisten Wolfgang Asholt ist „Das lange Leben der Avantgarde: eine Theorie-Geschichte“ als erster Versuch zu werten, nach Peter Bürgers „Theorie der Avantgarde“ (1974) und Paul Manns „Theory-Death of the Avant-Garde“ (1991) eine neuere Untersuchung der Avantgarde-Theorie vorzulegen, die ihre Entwicklung in historischen wie aktuellen Konstellationen und Artikulationen untersucht.]]></description>
		
		
		
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		<title>Laure Gouraige und eine nicht komische Komödie</title>
		<link>https://rentree.de/2024/09/16/laure-gouraige-und-eine-nicht-komische-komoedie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2024 15:26:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Laure Gouraige]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/gouraige-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/gouraige-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/gouraige.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />"Ich schreibe eine Komödie. Eine nicht komische Komödie. Einen leichten und heiteren Text, aber ohne Humor." Laure Gouraiges dritter Roman über den Versuch, heute einen Roman mit Leichtigkeit zu schreiben: "Le livre que je n’ai pas écrit" (2024).]]></description>
		
		
		
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		<title>Die Jungfrau im lebendigen Diesseits: Kamel Daouds Doppelroman</title>
		<link>https://rentree.de/2024/09/05/die-jungfrau-im-lebendigen-diesseits-kamel-daouds-doppelroman/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 15:08:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Kamel Daoud]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="221" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/Daoud-Doppelroman-300x221.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/Daoud-Doppelroman-300x221.png 300w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/Daoud-Doppelroman-1024x754.png 1024w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/Daoud-Doppelroman-768x565.png 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/Daoud-Doppelroman.png 1079w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />„Am Verhältnis zur Frau zeichnet sich das Verhältnis zur Fantasie, zum Begehren, zum Körper, zum Leben ab.“ Kamel Daouds Roman „Houris“ (2024) lässt sich als Gegengeschichte zu seinem Museumsdialog „Le peintre dévorant la femme“ (2018) lesen: Während hier ein fiktiver körperfeindlicher Djihadist mit der erotischen westlichen Malerei von Pablo Picasso konfrontiert ist, lässt in "Houris" Daoud eine schwangere Überlebende des algerischen Bürgerkriegs über die Stummheit der Frauen nachdenken, als Geschichte einer einzelnen und kollektiven Wiederauferstehung. ]]></description>
		
		
		
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		<title>Wenn man sagt, dass man nichts mehr sagen kann</title>
		<link>https://rentree.de/2024/09/02/wenn-man-sagt-dass-man-nichts-mehr-sagen-kann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Sep 2024 12:27:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Probe]]></category>
		<category><![CDATA[Alain Robbe-Grillet]]></category>
		<category><![CDATA[Emmanuelle Lambert]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="188" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/lambert-188x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/lambert-188x300.jpg 188w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/lambert-643x1024.jpg 643w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/lambert-768x1223.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/lambert-964x1536.jpg 964w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/lambert-1286x2048.jpg 1286w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/09/lambert.jpg 1381w" sizes="auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px" />Alain Robbe-Grillet bei Emmanuelle Lambert Eine junge Frau kommt nach Paris und entdeckt ein intellektuelles Milieu, eine Männerkaste: den Papst des Nouveau Roman, Alain Robbe-Grillet, und seine Ehefrau Catherine, die eine radikale Freiheit von Sexualität und von Literatur vertreten. Lambert hatte schon das Nachwort zu Catherines Buch Alain geschrieben, 2009 eine Erzählung über ihre Zusammenarbeit ... <p class="read-more-container"><a title="Wenn man sagt, dass man nichts mehr sagen kann" class="read-more button" href="https://rentree.de/2024/09/02/wenn-man-sagt-dass-man-nichts-mehr-sagen-kann/#more-4963" aria-label="Mehr Informationen über Wenn man sagt, dass man nichts mehr sagen kann">Weiterlesen</a></p>]]></description>
		
		
		
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		<title>Unheil der Reisenden: Jérôme Ferrari</title>
		<link>https://rentree.de/2024/08/23/unheil-der-reisenden-jerome-ferrari/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Aug 2024 15:31:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Jérôme Ferrari]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="182" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/ferrari-nord-182x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/ferrari-nord-182x300.jpg 182w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/ferrari-nord.jpg 605w" sizes="auto, (max-width: 182px) 100vw, 182px" />Der Goncourt-Preisträger Jérôme Ferrari eröffnet 2024 mit „Nord Sentinelle“ eine Trilogie über die Begegnung mit dem Anderssein. Der Korsikaroman der Sippe Romani nimmt einen Mord zum Gegenstand, erweist sich aber zugleich als Gegenüberstellung einer traditional-archaischen Inselwelt mit einer vom Overtourism ruinierten Landschaft und Gesellschaft.]]></description>
		
		
		
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		<title>Woher kommt also die Freude?</title>
		<link>https://rentree.de/2024/08/19/woher-kommt-also-die-freude/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Aug 2024 19:35:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Probe]]></category>
		<category><![CDATA[Tanguy Viel]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="219" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/viel-219x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/viel-219x300.jpg 219w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/viel.jpg 373w" sizes="auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px" />Tanguy Viel publiziert 2024 bei Minuit ein Vivarium, also eine Anlage für Lebewesen. Der Verlag kündigt diese Fragmente an als „verglaste Schutzräume für das sich bewegende Denken“, eine Lebensumgebung also, in der wir uns aufhalten können, „im unaufhörlichen Austausch des Lebendigen und des Benannten, wo man manchmal am Rande aller Dinge flüchtige Entschlüsse und Sprachausfälle ... <p class="read-more-container"><a title="Woher kommt also die Freude?" class="read-more button" href="https://rentree.de/2024/08/19/woher-kommt-also-die-freude/#more-4809" aria-label="Mehr Informationen über Woher kommt also die Freude?">Weiterlesen</a></p>]]></description>
		
		
		
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		<title>Die Menschen gebären das Morgen: Régis Jauffret und Hitlers Mutter</title>
		<link>https://rentree.de/2024/08/16/die-menschen-gebaren-das-morgen-regis-jauffret-und-hitlers-mutter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2024 10:23:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Romans croisés]]></category>
		<category><![CDATA[Régis Jauffret]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/jauffretklara-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/jauffretklara-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/jauffretklara-701x1024.jpg 701w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2024/08/jauffretklara.jpg 758w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Das fiktive Tagebuch von Klara Hitler über ihre Schwangerschaft wirft Fragen auf über mögliche Poetiken des Holocaust und über die literarische Figur von Klaras Sohn Adolf Hitler im Werk von Régis Jauffret.]]></description>
		
		
		
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