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	<title>Alexandre Najjar &#8211; Rentrée littéraire: französische Literatur der Gegenwart</title>
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		<title>Die Verführung des Schönen: Alexandre Najjar und Lilian Auzas über Olympia 1936 und über Leni Riefenstahl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2026 09:09:48 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politische Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="187" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/08/617WF7C7ZJL._SL1284_-187x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/08/617WF7C7ZJL._SL1284_-187x300.jpg 187w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/08/617WF7C7ZJL._SL1284_-638x1024.jpg 638w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/08/617WF7C7ZJL._SL1284_-768x1233.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/08/617WF7C7ZJL._SL1284_.jpg 800w" sizes="(max-width: 187px) 100vw, 187px" />Wenn in Alexandre Najjars "Berlin 36" (2009) zwanzig Scheinwerfer sich über dem Berliner Olympiastadion zu einer immensen Lichtkuppel erheben, unter der hunderttausend Menschen mit erhobenen Armen das Kampflied der SS singen, während Mädchen in Weiß aus dem Dunkel treten und den scheidenden Fahnenträgern Andenken reichen, dann offenbart sich jene Verführungskraft, der sich auch in Lilian Auzas "Riefenstahl" (2012) ein Kinopublikum nicht zu entziehen vermag: Beim Anblick von "Triumph des Willens" erstarrt der Saal zunächst, dann will der Beifall nicht enden, denn niemand entzieht sich der Schönheit dieser Bilder. Wie lässt sich Literatur dieser ästhetischen Faszination gegenüber kritisch verhalten, ohne sie zu leugnen oder auf eine ferne Anklage zu reduzieren? Najjars Roman antwortet mit dokumentarischer Breite: Eine Vielzahl von Figuren (die Familie Owens, eine französische Journalistin, ein Jazzmusiker, ein libanesischer Sportfunktionär) widerstehen der nationalsozialistischen Inszenierung durch alltägliche Gesten der Zivilcourage. Auzas hingegen wagt den riskanten Akt, Leni Riefenstahls Innenperspektive nachzuvollziehen und dabei die eigene Anfälligkeit für ästhetische Verführung nicht zu verschweigen. Der Artikel zeigt, wie beide Romane trotz ihrer gegensätzlichen poetischen Verfahren gemeinsam demonstrieren: Widerstand gegen totalitäre Macht wird sowohl als gelebte Praxis alltäglicher Gesten erkennbar als auch dadurch, dass die kritische Reflexion ästhetischer Verführung selbst zur politischen Aufgabe der Literatur gehört.]]></description>
		
		
		
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		<title>Beirut-Fiktion zwischen Elegie und Wiederaufbau: Pour l&#8217;amour de Beyrouth</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 03:13:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="188" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/81DHdy4FwZL._SL1500_-188x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/81DHdy4FwZL._SL1500_-188x300.jpg 188w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/81DHdy4FwZL._SL1500_-643x1024.jpg 643w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/81DHdy4FwZL._SL1500_-768x1223.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/07/81DHdy4FwZL._SL1500_.jpg 942w" sizes="(max-width: 188px) 100vw, 188px" />Wenige Wochen nach der Explosion im Hafen von Beirut im Jahr 2020 versammelt der Sammelband "Pour l'amour de Beyrouth" fünfunddreißig Stimmen, von denen jede der Stadt ein eigenes formales Verfahren abringt: Sarah Briand reiht im Vorwort das Wort „Besoin de..." über dreißig Mal aneinander, bis die Sehnsucht selbst zur Litanei wird; Vénus Khoury-Ghata lässt in freien, interpunktionslosen Versen Mauern und Rauch nach den Verschütteten rufen; Amin Maalouf formt ein überkonfessionelles Gebet, das die Stadt an einen namenlosen Himmel adressiert; Christophe Ono-dit-Biot entfaltet ein ganzes Alphabet aus dem Buchstaben B – Beyrouth, Bitume, Bordel, Blast –, während Maria Ousseimi die Stadt in einer Kette einander widersprechender Adjektive auflöst, ohne sie je zur Deckung zu bringen. Alexandre Najjar personifiziert Beirut als verwundete, aber unbezwingbare Frau, Kamal Mouzawak widerspricht genau dieser Figur und besteht darauf, dass nur die Beiruterinnen und Beiruter selbst, mit ihren Katzen, Straßenhändlern und Hochzeitskleidern, die Stadt hervorbringen. Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Dany Laferrière oder Charif Majdalani stehen neben Schauspielerinnen, Musikern, einer Tänzerin und einem Modeschöpfer; ein Brief an ein Kleinkind, ein Kriegsreportage-Protokoll und ein Chanson-Text teilen sich denselben Einband, ohne dass eine Gattung den Ton vorgibt. Der vorliegende Artikel liest diese Textsammlung als literarisches Gegenstück zum materiellen Wiederaufbau, den ihr Erlös finanziert, und fragt, mit welchen je eigenen sprachlichen Mitteln eine Stadt beschrieben wird, die viele ihrer eigenen Autorinnen und Autoren für unbeschreibbar erklären. Zwischen Zedernsetzling und phönizischem Sarkophag, zwischen der ehemaligen Grünen Linie des Bürgerkriegs und dem Gewürzsack auf dem Souk entsteht so das Bild einer Stadt, die sich der eigenen Zerstörung immer wieder entzieht, während der Band selbst offenlässt, ob diese Widerstandskraft ein Trost oder ein Verhängnis ist.]]></description>
		
		
		
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