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	<title>Jean Anouilh &#8211; Rentrée littéraire: französische Literatur der Gegenwart</title>
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		<title>Die Bühne, die zum Schlachtfeld wird: Antigone bei Sorj Chalandon und Jean Anouilh</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2026 02:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2013]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="185" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/09/81PLNVluWyL._SL1500_-185x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/09/81PLNVluWyL._SL1500_-185x300.jpg 185w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/09/81PLNVluWyL._SL1500_-633x1024.jpg 633w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/09/81PLNVluWyL._SL1500_-768x1243.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/09/81PLNVluWyL._SL1500_.jpg 927w" sizes="(max-width: 185px) 100vw, 185px" />1944 stellt Jean Anouilh in seiner unter deutscher Zensur uraufgeführten "Antigone" eine junge Frau vor, die sich der Staatsräson ihres Onkels Kreon widersetzt und für das Bestattungsrecht ihres geächteten Bruders in den Tod geht, ein Stück, das die Bühne durch die "vierte Wand" streng von der Zuschauerrealität trennt und der Tragödie gerade in dieser Geschlossenheit ihre trostspendende Reinheit zuschreibt. Sorj Chalandon greift diese Konstellation in seinem Roman "Le Quatrième Mur" (2013) auf, indem er einen französischen Regisseur erzählen lässt, wie er dem Vermächtnis eines sterbenden Freundes folgend genau dieses Stück mitten im libanesischen Bürgerkrieg mit Laienschauspielern aus allen verfeindeten Milizen aufführen soll – ein Vorhaben, das an der Wirklichkeit der Jahre 1982/83, am Massaker von Sabra und Chatila und am eigenen Verlust der Beobachterdistanz zerbricht. Der vorliegende Aufsatz argumentiert, dass der Roman Anouilhs Vokabular, die vierte Wand, den Unterschied von Drama und Tragödie, die "Küche" der Macht, nicht zitiert, sondern empirisch einlöst: Jede Kriegspartei liest das Stück als Bestätigung der eigenen Sache, die dem Chor zugedachte Beobachterrolle des Erzählers erweist sich als unhaltbar, und am Ende steht nicht die geordnete, aussprechbare Tragödie von 1944, sondern eine Gewalt, die sich in keine Bühnenform mehr zwingen lässt. Anhand von Erzählperspektive, Raum- und Zeitstruktur, Figurenkonstellation und einer Reihe genau gelesener Textstellen aus beiden Werken zeigt die Untersuchung, wie ein Klassiker der französischen Nachkriegsliteratur im Krieg des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts nicht nachgespielt, sondern auf seine eigenen Voraussetzungen hin befragt wird.]]></description>
		
		
		
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