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	<title>Louis Aragon &#8211; Rentrée littéraire: französische Literatur der Gegenwart</title>
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		<title>Der enteignete Dichter: Louis Aragon und Paul Nizan. Fiktion und Verleumdung bei François Weerts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2026 12:22:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="205" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/08/61qkK2HWn4L-205x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/08/61qkK2HWn4L-205x300.jpg 205w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/08/61qkK2HWn4L-700x1024.jpg 700w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/08/61qkK2HWn4L.jpg 720w" sizes="(max-width: 205px) 100vw, 205px" />François Weerts entführt in "On a tiré sur Aragon" (Rouergue, 2025) seine Leser in ein Brüssel des Kalten Krieges: Im Mai 1965 verfehlt ein Schuss auf den Dichter Louis Aragon nur knapp sein Ziel, und der Privatdetektiv Viktor Rousseau, Sohn kommunistischer Eltern und Kenner des amerikanischen Kriminalromans, wird beauftragt, den Vorfall aufzuklären. Seine Ermittlung führt ihn zurück in den Mai 1940 und zu einer bis heute belasteten literaturpolitischen Wunde: dem Bruch zwischen Aragon und Paul Nizan, der aus Protest gegen den deutsch-sowjetischen Pakt aus der Kommunistischen Partei austrat, kurz darauf fiel und postum als Verräter verleumdet wurde – mit Aragon unter den Verantwortlichen dieser Kampagne. Der vorliegende Aufsatz liest Weerts’ Roman als poetologisches Verfahren, nicht als bloße Kriminalhandlung: Er zeigt, wie der Text seine eigene Titelfigur systematisch der erzählerischen Subjektposition beraubt und zum Objekt fremder, interessengeleiteter Deutungen macht, und verfolgt dieses Verfahren durch Gattung, Erzählperspektive, Zeit- und Raumstruktur, Bildlichkeit und Geschlechterarrangement bis in seine autopoetologische Pointe hinein. Den Schlüssel dazu liefert ein Blick auf Aragons eigenen, weniger beachteten Kriegsroman "Les Communistes", in dem Nizan bereits einmal, unter dem Namen Patrice Orfilat, fiktional verurteilt wurde: Die Analyse macht sichtbar, dass Weerts’ Roman damit auch unausgesprochen jenes Verfahren an Aragon wiederholt, das dieser selbst an Nizan erprobt hatte, und dass am Ende ein Bild des Schriftstellers entsteht, das zwischen Denkmal und Angeklagtem schwankt, ohne sich je endgültig zu entscheiden.]]></description>
		
		
		
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		<title>Schönheit, Verderben und literarische Genealogie: Capotes Schuld, Aragons Abschied, Simon Liberati und Taïnés Tod</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 04:21:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2026]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Frédéric Doré]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="188" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782234086340-001-X-1-188x300.jpeg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782234086340-001-X-1-188x300.jpeg 188w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782234086340-001-X-1-643x1024.jpeg 643w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782234086340-001-X-1-768x1223.jpeg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/05/9782234086340-001-X-1.jpeg 780w" sizes="(max-width: 188px) 100vw, 188px" />Simon Liberatis "New York City Inferno" (Stock, 2026) schließt eine Romantrilogie ab, die mit "Les Démons" (2020) im Paris der späten 1960er Jahre begann und über das Rom des Jahres 1970 ("La Hyène du Capitole", 2024) ins Manhattan der Jahre 1974–75 führt – ein New York am Wendepunkt zwischen Pop und Punk, zwischen dem letzten Glamour der Nachkriegskultur und der ersten dunklen Ahnung einer Epidemie, die noch keinen Namen hat. Im Zentrum stehen die russisch-stämmigen Geschwister Tcherepakine: Taïné, androgyn, toxikoman, proto-punk avant la lettre, die auf dem Schoner Elseneur in Palma de Mallorca stirbt, und Alexis, der vagabundierende Möchtegern-Schriftsteller, der am Ende Capotes Geld nimmt und das Buch zu schreiben beginnt, das der erste Band der Trilogie bereits ist – eine Möbius-Schlaufe, in der Entstehungsgeschichte und Werk untrennbar ineinandergreifen. Der Aufsatz interpretiert die Trilogie als zirkuläre Struktur: Das Buch, das Alexis am Ende des dritten Bandes ankündigt, trägt denselben Titel wie "Les Démons", und diese Zirkularität ist eine poetologische Aussage – Literatur entsteht nicht aus der Leere, sondern aus dem Überleben, aus dem Material der Toten. Truman Capote, der im Roman als lebende Leiche erscheint und dem Schüler den apostolischen Auftrag erteilt, ist dabei die Schlüsselfigur: Liberati vollbringt, was Capote mit "Answered Prayers" nicht konnte, weil der soziale Sieg das Schreiben unmöglich gemacht hatte – er schreibt den amerikanischen Proust als französischen, mit derselben Gesellschaftschronik, demselben Verrat, derselben Überzeugung, dass Klatsch eine literarische Form ist, aber mit der affektiven Aufladung, die Capotes klinischer Ironie fehlt. In dieser Konstellation erhält auch der kurze, halluzinatorisch schöne Auftritt Louis Aragons sein volles Gewicht: Der alte Kommunist, der durch eine beschlagene Fensterscheibe auf ein Balthus-Tableau schaut und Nerval-Verse summt, ist nicht nur eine intertextuelle Geste, sondern der Zeuge des Endes – der letzte Vertreter einer europäischen Literatur des Engagements, der sich von Bérénice (so hieß die Hauptfigur von Aragons "Aurélien") verabschiedet, die bei Liberati anders als bei Aragon keine historische Märtyrerin ist, sondern eine rein ästhetische Vision der Jugend, die der alte Mann durch Glas sieht und nicht berühren kann, bevor er auf dem Sandweg verschwindet und eine Epoche mit sich nimmt.]]></description>
		
		
		
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