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	<title>Michèle Audin &#8211; Rentrée littéraire: französische Literatur der Gegenwart</title>
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		<title>Ein Mietshaus im Elsass und Gespenster der Geschichte: Michèle Audin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 02:15:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2025]]></category>
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		<category><![CDATA[Judéité]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="185" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/81LfniOsCL-185x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/81LfniOsCL-185x300.jpg 185w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/81LfniOsCL-630x1024.jpg 630w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/81LfniOsCL-768x1248.jpg 768w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/81LfniOsCL-945x1536.jpg 945w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/81LfniOsCL-1260x2048.jpg 1260w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/06/81LfniOsCL.jpg 1299w" sizes="(max-width: 185px) 100vw, 185px" />Der Artikel präsentiert Michèle Audins Roman "La Maison hantée" (2025) als eindrückliches Beispiel eines "roman croisé", in dem sich dokumentarische Recherche, erzählerische Imagination und multiple Zeitebenen überlagern: Ausgehend von ihrem Einzug in ein Straßburger Mietshaus im Jahr 1992 folgt eine Ich-Erzählerin den Spuren früherer Bewohner und entfaltet aus Archivmaterialien, Zufallsfunden und vorsichtigen Rekonstruktionen ein Geflecht von Lebensgeschichten, das besonders die Familie Caron-Fischbach in den Jahren 1930 bis 1946 in den Blick nimmt; im Schatten der nationalsozialistischen Annexion des Elsass werden dabei Fragen von Zugehörigkeit, Sprachzwang und administrativer Gewalt virulent, wobei insbesondere die jüdischen Bewohner des Hauses und ihr sukzessives Verschwinden aus den Registern als beklemmende Leerstelle hervortritt, die weder narrativ geschlossen noch historisch vollständig aufgeklärt werden kann. Die erzählerische Bewegung gleicht einem tastenden Durchqueren von Räumen und Zeiten – Treppenhaus, Wohnungen, Archive –, in denen sich Stimmen überlagern und Gegensätze nicht aufgelöst, sondern sichtbar gehalten werden. Vor diesem Hintergrund argumentiert der Aufsatz, dass Audin eine Poetik der Spurensicherung entwickelt, die das Nebeneinander von Fakt und Fiktion nicht nivelliert, sondern ausstellt: Erstens wird der historische Roman durch die konsequente Selbstreflexivität der Erzählinstanz als Konstrukt kenntlich gemacht, indem imaginative Ergänzungen ausdrücklich markiert und damit epistemologisch transparent werden; zweitens erscheint das Elsass als paradigmatischer Raum gekreuzter Identitäten, in dem nationale Zuschreibungen – insbesondere unter den Bedingungen der NS-Sprachpolitik – gewaltsam durchgesetzt und zugleich in ihrer Fragilität erfahrbar werden; drittens erweist sich das Schweigen der Quellen, etwa im Fall der ausgelöschten jüdischen Existenzen, nicht als bloßes Defizit, sondern als zentrales Bedeutungsträger, der die Grenzen historischer Erkenntnis markiert und eine ethisch reflektierte Form des Erinnerns einfordert. So macht der Aufsatz plausibel, dass "La Maison hantée" Geschichte nicht als lineare Erzählung, sondern als vielstimmiges, von Brüchen durchzogenes Gefüge begreift, in dem sich Vergangenheit nur im Modus der Annäherung und Überkreuzung erschließt.]]></description>
		
		
		
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