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	<title>Serge Airoldi &#8211; Rentrée littéraire: französische Literatur der Gegenwart</title>
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		<title>Mussolinis jüdische Frau: Gedächtnis, Mitwisserschaft und Schweigen bei Serge Airoldi</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Nonnenmacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2026 03:17:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Besprechung]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="211" height="300" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/10/sarfatti-211x300.jpg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/10/sarfatti-211x300.jpg 211w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/10/sarfatti.jpg 351w" sizes="(max-width: 211px) 100vw, 211px" /><img width="150" height="150" src="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/10/sarfatti-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image" alt="" decoding="async" srcset="https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/10/sarfatti-150x150.jpg 150w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/10/sarfatti-50x50.jpg 50w, https://rentree.de/wp-content/uploads/2026/10/sarfatti-80x80.jpg 80w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" />Im Spätsommer 1947 kehrt Margherita Sarfatti, einst Kunstkritikerin, Ideologin und Geliebte Benito Mussolinis, aus dem Exil auf ihren Landsitz am Comer See zurück und redet sich ein, es habe sich nichts verändert. Serge Airoldis Roman "Signora Sarfatti" (Éditions de l'Antilope, 2026) stellt dieser Selbstberuhigung ihren Gärtner Giovanni Battista gegenüber, einen dreifach verwundeten Veteranen des Ersten Weltkriegs, der den Tod ihres Sohnes Roberto am Col d'Echele miterlebt hat und sie nun aus dem Gebüsch beobachtet. Der italienische Faschismus ist dabei nicht Hintergrund, sondern Gegenstand: Der Roman folgt Margheritas Weg vom sozialistischen Milieu der "Avanti!" über ihre Rolle beim Kriegseintritt 1915 und bei Mussolinis Aufstieg, über ihr Buch "DVX", das den Geliebten zum Führer stilisiert, bis zu den Rassengesetzen von 1938, die sie als Jüdin selbst treffen und ins Exil zwingen. Er zeigt den Faschismus als Geflecht aus Begehren, Ästhetik und Selbsttäuschung, das sich in Schlafzimmern, Salons, Kunstsammlungen und Radioreden entfaltet, und er fragt nach dem Danach: nach der Amnestie von 1946, der Gründung des Movimento Sociale Italiano, dem Raub von Mussolinis Leiche und seiner Bestattung in Predappio 1957, nach einem Land, das zur Tagesordnung übergeht. In datierten Kapiteln, die zwischen 1913 und 1978 springen, entsteht eine Doppelbiografie, in die Reden, Briefe, Zeitungsartikel und Gedichte montiert sind. Der Aufsatz liest das Buch als Gedächtnisroman, der die Frage nach Schuld und Erinnerung als Frage des Sehens und Sprechens verhandelt: Margherita sieht nicht, was sie nicht sehen will, Giovanni sieht alles und spricht erst vierzig Jahre später. Gezeigt wird, wie sich diese Konstellation in der Gattungsmischung aus Romanbiografie, Kammerspiel und Pamphlet niederschlägt, in einem Raum aus Fenstern, Garten und Mausoleum, in einer Zeit, die Chronologie durch ein Mosaik ersetzt, in einer Bildlichkeit aus Tier, Schlamm, Blut und Mond und in einem dichten Netz von Bezügen auf Leopardi, Gadda, Nietzsche und die Malerei Mantegnas. Der Vergleich von Anfang und Schluss macht deutlich, wie aus Margheritas tröstender Formel "Rien n'a changé" Giovannis Befund "Rien ne changera jamais" wird, und die Conclusion fragt, was ein Roman leisten kann, der selbst das Heft sein will, das der Gärtner nie geschrieben hat.]]></description>
		
		
		
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