Schreiben gegen den Tod des Geliebten: Céline Zufferey

Céline Zuffereys Roman „Maxence“ (Gallimard, 2026) ist ein fragmentarisch komponiertes Schreibprojekt, das aus der antizipierten Trauer um den Geliebten hervorgeht und sich jeder konventionellen Liebesnarration verweigert: In lose gefügten Kapiteln – Listen, Miniaturen, Beobachtungen, Reflexionen – entsteht das Porträt eines Mannes, das zugleich Liebesbericht, Gedächtnisexperiment und poetologische Selbstbefragung ist, getragen von der zentralen Spannung zwischen dem Wunsch, das Vergängliche festzuhalten, und der Einsicht in die prinzipielle Unzulänglichkeit sprachlicher Fixierung. Die Erzählerin schreibt gegen den zukünftigen Verlust an, indem sie Körper, Stimme, Gesten und Alltagspraktiken Maxences minutiös registriert, dabei jedoch zunehmend reflektiert, dass jede Beschreibung reduktiv bleibt und das Lebendige in ein potenzielles „Tombeau“ verwandelt. Die Interpretation arbeitet heraus, dass gerade diese Einsicht in das eigene Scheitern zum ästhetischen Prinzip wird: Die Form des Fragments, die rhapsodische Zeitstruktur und die wechselnde Adressierung (zwischen dritter Person und intimem „tu“ an den lebenden wie den antizipiert toten Maxence) sind nicht bloß stilistische Mittel, vielmehr notwendige Antworten auf das ethische und epistemologische Dilemma des Textes. Indem die Besprechung die vier Lektüreachsen – Liebesbericht, Erkenntniskritik, Autopoetik und Zeitreflexion – systematisch freilegt und zugleich die semantischen Felder von Körper, Archiv und Prolepsis bündelt, legt sie im Roman eine Poetik der Vortrauer frei, in der der Tod nicht als Ereignis erscheint, sondern als permanente Einschreibung in die Gegenwart, die zu einer Intensivierung des Alltäglichen führt: Das Schreiben, das den Verlust bannen soll, wird so selbst zum Medium einer gesteigerten Gegenwärtigkeit, ohne den grundlegenden Widerspruch zwischen Leben und Aufzeichnung je aufzulösen.

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Die Zeit mit den Materialien der Zeit reparieren

Alice Guy, Les Résultats du féminisme (1906)

Au fil de ses recherches, Constance a découvert que le destin des films d’Alice Guy n’est pas une exception. On estime que les deux tiers des pellicules des quinze premières années du cinéma ont disparu. En nitrate de cellulose, elles sont hautement inflammables et le gaz qu’elles dégagent les rend explosives. Plus une pellicule vieillit et s’endommage, plus sa température d’autocombustion baisse. « Films flammes », des désastres en puissance. Leur conservation est délicate mais qu’importe, il n’était pas question de les épargner à l’époque. Les films étaient avant tout des produits de consommation ; le public veut de la nouveauté, on recycle les sels d’argent et la cellulose pour en faire d’autres films, on détruit les pellicules pour libérer de la place.

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