Tugend, Volk, Terreur vor den Präsidentschaftswahlen 2027: Jean-Luc Mélenchon, Robespierre und das Erbe der Revolution

Der Artikel analysiert die politische und ideengeschichtliche Verbindung zwischen dem Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon und Maximilien Robespierre, dem jakobinischen Revolutionär und Architekten der Terreur, und zeigt, wie sich zentrale Motive des jakobinischen Denkens – insbesondere das Konzept der „Vertu“ als republikanische Tugend, die Vorstellung eines homogenen Volkswillens und die scharfe Gegenüberstellung von Volk und Korruption – in Mélenchons politischem Projekt für La France insoumise fortschreiben. Ausgehend von der ambivalenten Figur Robespierres, die zwischen Tugendideal und Terrorherrschaft steht, rekonstruiert der Text die historiographischen Deutungstraditionen und ihre gegenwärtige politische Aktualisierung in Frankreich. Dabei wird deutlich, dass Mélenchons Mobilisierungskraft ebenso wie seine Polarisierung aus einer strukturellen Spannung resultiert: dem Versuch, moralische Reinheit und demokratische Repräsentation zu vereinen. Der Beitrag verbindet politische Theorie, Ideengeschichte und literarische Reflexion und versteht die anhaltende Auseinandersetzung um Robespierre als Schlüssel zum Verständnis der gegenwärtigen Krise und Selbstdeutung der französischen Linken.

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