Francia als neue Marianne: Allegorie eines kaleidoskopischen Frankreich bei Nancy Huston

„Francia“ (Actes Sud, 2024) von Nancy Huston ist ein zugleich erzählerisch konzentrierter und thematisch weit ausgreifender Roman: Im Zentrum steht die transgeschlechtliche Protagonistin Francia, die aus Kolumbien stammt und die der Roman an einem Maitag im Pariser Bois de Boulogne als Sexarbeiterin begleitet; dieser streng eingegrenzte Zeitrahmen bildet die Bühne für ein vielstimmiges Panorama, in dem siebzehn männliche Kunden – aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen und biographischen Kontexten – nacheinander auftreten und ihre verborgenen Bedürfnisse, Traumata und Selbsttäuschungen offenbaren. Durch Rückblenden entfaltet sich zugleich Francias eigene Geschichte vom als Rubén geborenen Kind über die Transition bis hin zur selbstgewählten Identität, die sich im Namen „Francia“ programmatisch mit dem Land Frankreich verschränkt. Der Roman konstruiert so ein „kaleidoskopisches Porträt“ der französischen Gegenwartsgesellschaft, in dem Fragen von Migration, Geschlecht, Männlichkeit und sozialer Ungleichheit ineinandergreifen. Die Interpretation deutet, dass Francia als eine „neue Marianne“ gelesen werden kann, also als moderne Allegorie der französischen Republik selbst: Ihr Körper, ihre hybride Identität und ihre soziale Position bündeln die Widersprüche eines Landes, das von postkolonialer Vielfalt, sozialen Spannungen und kollektiven Traumata geprägt ist. Entsprechend argumentiert der Aufsatz, dass Francia nicht nur individuelle Figur, sondern symbolische Projektionsfläche nationaler Selbstverständigung ist. Dabei wird besonders die doppelte Perspektivstruktur herausgestellt – die expansive Innensicht der Männer versus Francias nüchterne, professionelle Außenwahrnehmung –, aus der sich eine implizite Kritik männlicher Selbstdeutung ergibt: Die Männer erscheinen weniger als autonome Subjekte denn als von Begehren, Angst und gesellschaftlichen Erwartungen Getriebene. Zentral ist ferner die These der Universalisierung von „Prostitution“ als sozialem Prinzip („tout le monde est pute“), die die moralische Sonderstellung der Sexarbeit aufhebt und stattdessen Austausch, Bedürftigkeit und Inszenierung als allgemeine menschliche Praktiken deutet. Die Interpretation liest Hustons Verfahren des Multiperspektivismus, der Polyphonie und der metafiktionalen Selbstreflexion (Figur der „Griffonne“) als poetologisches Programm: Literatur erscheint selbst als Akt der Einfühlung und Aneignung, der ethisch riskant, aber erkenntnisproduktiv ist. Insgesamt zeichnet sie den Roman als zugleich politischen und zutiefst empathischen Text, der gesellschaftliche Konfliktlinien nicht didaktisch auflöst, sondern in der Figur Francias – als „neuer Marianne“ – verdichtet und sichtbar macht.

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Die Blume als Text, Körper und Gefahr: drei Romane von Colette Fellous, Célia Houdart und Constance Guisset

Was verbindet drei sehr unterschiedliche französische Romane der Gegenwart – Colette Fellous‘ „Quelques fleurs“ (Gallimard, 2024), Célia Houdarts „Les Fleurs sauvages“ (P.O.L, 2024) und Constance Guissets „Fleur de peau“ (Flammarion, 2026)? Auf den ersten Blick nur das Botanische ihrer Titel; bei genauerer Lektüre aber ein gemeinsames und vielschichtiges literarisches Projekt: die Befragung, Verschiebung und in manchen Fällen radikale Zerstörung jener symbolistischen Tradition, die die Blume seit Mallarmé als erhabenes, körperloses Zeichen kodiert hat – als „l’absente de tous bouquets“, abwesend aus jedem wirklichen Strauß, aufgestiegen in die reine Idee. Die vorliegende vergleichende Rezension zeigt, wie die drei Autorinnen diese Erbschaft auf je eigene Weise beerben und brechen, indem sie das Pflanzliche ins Körperliche, ins Ökologische und ins Pharmakologische zurückholen. Fellous, deren autofiktionaler Essay in der Formlinie des lyrischen récit operiert, kultiviert die Blume als Mnemotop und als poetologisches Selbstportrait: Ihre Blumen sind stille Zeuginnen des gelebten Lebens, Kondensate von Kindheit, Mutter, Tunis und Paris, und das Buch, das sie schreibt, ist buchstäblich „en ces fleurs caché“ – in den Blumen verborgen, wartend auf den Akt des Schreibens, der sie befreit. Houdart dagegen entzieht der Blume jeden subjektiven Anspruch: Im lakonischen Polyphonie-Erzählen ihrer provenzalischen Figuren sind die Wildblumen ökologische Zeichen einer Natur, die dem Menschen gleichgültig ist und ihn – im Falle der halluzinogenen Datura, die zwei Figuren vergiftet – auch zu schädigen bereit ist, ohne Absicht und ohne Botschaft; botanisches Wissen wird hier zur ethischen und epistemischen Notwendigkeit. Guisset schließlich stellt die romantische Blumenästhetik mit einer systemkritischen Geste auf den Kopf: Ihre Floristin Ava hat dreizehn Jahre lang die Schönheit der Blumen arrangiert und dabei, durch Pestizide in der Haut, ein unsichtbares Gift akkumuliert – die Blume, die als Gegenwelt zur Finanzwelt gewählt wurde, erweist sich als deren Komplizin, und der Körper der Frau als Barometer einer globalen Warenwirtschaft, die Schönheit auf toxischen Substanzen gründet. Der Aufsatz liest diese drei sehr unterschiedlichen Textprojekte entlang einer gemeinsamen Analysedimension: der Funktion der Blume als Zeitfigur, als Körperfigur und als Sprachfigur, und sie argumentiert, dass die zeitgenössische französische Literatur im Blumenmotiv eine Skala aufspannt, die von der mnemotechnischen Kultivierung über die ökologische Nüchternheit bis zum pharmakologischen Paradox reicht – und in Ismaël Judes gleichzeitig erschienenen Roman „Une vie de jasmin“, der als vierter Vergleichstext herangezogen wird, in einer sprachskeptischen Ontologie der reinen Emanation gipfelt, die Mallarmés Idealisierung mit den Mitteln des Körpers und der Biologie konsequent zu Ende denkt.

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Die unzuverlässige Stimme der Kolonialherrschaft: Mathieu Belezi

Mathieu Belezis Roman „Moi, le glorieux“ (2024) entwickelt einen delirierenden, monologischen Erinnerungsstrom des fiktiven Kolonialherrn Albert Vandel, genannt „Bobby“, der im Jahr 1962 – am Vorabend der algerischen Unabhängigkeit – als 145-jährige, grotesk übersteigerte Allegorie der gesamten Kolonialgeschichte in seiner befestigten Villa in Algier ausharrt. Ausgehend von dieser belagerten Gegenwart entfaltet der Text in assoziativen Rückblenden ein Jahrhundert kolonialer Herrschaft: den gewaltsamen Aufbau des Landguts, die ökonomische Ausbeutung, die sexuelle Verfügung über Frauen, die politische Selbstinszenierung im Rahmen kolonialer Rituale sowie schließlich den apokalyptischen Aufbruch in die Wüste, der im gewaltsamen Tod des Protagonisten durch jene endet, die er als seine „Untertanen“ imaginiert hatte. Zentral ist dabei die Figur Ouhrias, einer jungen Algerierin, die als stumme Begleiterin und widerständige Zuhörverweigerin den Monolog begleitet und zugleich unterläuft. Die im vorliegenden Aufsatz entwickelte Argumentation liest diesen Roman als radikales Experiment narrativer Selbstentlarvung: Belezi überlässt dem ostentativ unzuverlässigen Ich-Erzähler vollständig die Redehoheit und verzichtet auf jede explizite moralische Kommentierung, sodass sich die Kritik nicht aus einer Gegenstimme, sondern aus der Übersteigerung der kolonialen Logik selbst ergibt. Die Analyse arbeitet heraus, wie diese Strategie auf mehreren Ebenen greift: in der monologischen Erzählstruktur, die Kommunikation in Herrschaft verwandelt; in der Zeitstruktur, die Geschichte als ungebrochene Kontinuität kolonialer Gewalt erscheinen lässt; in der Figurenkonstellation, die koloniale Subjekte systematisch zum Schweigen bringt; sowie in den semantischen Feldern von Körper, Tiermetaphorik und Besitz, die die Ideologie des Erzählers tragen. Besonders hervorgehoben wird die Funktion der satirischen Übertreibung und der strukturellen Diskrepanz zwischen erzählter Selbstwahrnehmung und faktischer Gewalt, die als „satirische Maschine“ fungiert. Schließlich zeigt der Aufsatz, dass der Roman auch eine autopoetologische Reflexion darstellt, indem er den Kolonisator als Autor seiner eigenen Geschichte inszeniert und zugleich die Instabilität dieser Autorschaft offenlegt. In der Zusammenschau erscheint „Moi, le glorieux“ damit als ein Text, der die koloniale Gewalt nicht von außen kritisiert, sondern sie im Modus ihrer eigenen Rede so radikal ausstellt, dass sie sich im Akt des Sprechens selbst diskreditiert.

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Isis in Montmartre: Gérard de Nerval als Patient und Prophet bei Diane Morel

Diane Morels „Le Mystère Nerval“ (Fayard, 2024) setzt 1841 an: Gérard de Nerval wird blutverschmiert in die Klinik von Dr. Blanche eingeliefert, besessen von der Vorstellung, eine „Isis“ sei tot. Aus dieser Szene entwickelt sich eine doppelbödige Erzählung, die Kriminalintrige und Dichterporträt verschränkt. Der junge Mediziner Émile Blanche ermittelt im literarischen Paris zwischen Gautier, Houssaye und dem radikalen Petrus Borel, stößt auf die ermordete Journalistin Flore – und auf eine politische Verschwörung gegen die Juli-Monarchie. Doch die eigentliche Dynamik liegt tiefer: Morel montiert Nervals Motive – die „schwarze Sonne der Melancholie“ aus dem Sonett „El Desdichado“, das Doppelgänger-Motiv aus „Aurélia“, die Landschaften des Valois aus „Sylvie“, die ägyptische Isis als Chiffre des „ewigen Weiblichen“ – in die Struktur der Handlung ein. Der chaotische Schreibprozess, visualisiert als Teppich aus hunderten Zetteln, wird zum poetologischen Programm: Fragment, Traum und Vision sind keine Symptome, sondern Erkenntnisformen. Selbst die therapeutische Szene, in der Nervals eigene „Faust“-Übersetzung ihn aus der Katatonie löst, inszeniert Literatur als Gegenmacht zur klinischen Rationalität. – Die Rezension liest diesen Roman nicht nur als historischen Krimi, sondern zugleich als poetische Versuchsanordnung: Morel verteidigt Nervals „Wahnsinn“ gegen den Zugriff des Positivismus, indem sie dessen innere Logik ernst nimmt. Die Kriminalhandlung der Bio-Fiktion spiegelt Nervals Obsession mit der „Morte amoureuse“, Flore wird zur irdischen Erscheinung jener Isis, die in Nervals Werk Muttergöttin, Geliebte und verlorene Einheit zugleich ist. Traum und Realität durchdringen einander, bis am Ende in den Ruinen von Chaalis – einem Topos aus „Sylvie“ – die reale Tote und die mythische Loreley ineinander überblenden. So entsteht das Bild eines Dichters, dessen Zerrissenheit nicht pathologisiert, sondern als ästhetische Radikalität begriffen wird. Morels Roman erscheint in dieser Lesart als Plädoyer für eine Poetik des Unsteten: gegen die „Ordnung“ der Klinik setzt er die produktive Unordnung der Imagination – und macht Nervals Satz vom Traum als „zweitem Leben“ zum erzählerischen Prinzip.

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Zwischen Herkunft und Aufstieg: Romane des Klassenwechsels bei Moraton, Robin und Sizun

Der Artikel stellt drei französische Romane ins Zentrum, die soziale Mobilität aus unterschiedlichen Perspektiven literarisch gestalten: Gilles Moratons „Transfuge“ (Nadeau, 2025), Patrice Robins „Le Visage tout bleu“ (P.O.L., 2022) und Marie Sizuns „10, villa Gagliardini“ (Arléa, 2024). Robin erzählt aus autobiographischer Nähe den Bildungsaufstieg eines Jungen aus einem ländlich-handwerklichen Milieu, dessen beinahe tödliche Geburt und die harte Arbeitswelt der Eltern die soziale Ausgangslage prägen; der Weg in die intellektuelle Sphäre bleibt dabei von Schuldgefühl und körperlich eingeschriebener Herkunft begleitet. Moraton schildert den Werdegang eines Protagonisten aus kleinbürgerlichen oder proletarischen Verhältnissen, der sich über schulische Institutionen Zugang zur kulturellen Elite verschafft, jedoch als „Überläufer“ zwischen den Klassen verharrt und die eigene Metamorphose schonungslos analysiert. Sizun wiederum rekonstruiert die Kindheit eines Mädchens im Nachkriegsparis, das aus der Enge der „villa Gagliardini“ durch Bildung und Selbstdisziplin allmählich in eine andere soziale Sphäre hineinwächst; der Klassenwechsel erscheint hier als leise, innerfamiliäre Verschiebung, die eng mit weiblicher Selbstermächtigung verbunden ist. – Der Aufsatz argumentiert, dass diese drei Romane den Klassenwechsel nicht nur thematisch behandeln, sondern ihn als strukturelles Problem der Narration ausstellen. Im Zentrum steht die Figur des „transfuge“ als doppelt positioniertes Subjekt, das retrospektiv von einer Herkunft erzählt, die es verlassen hat, ohne sie je vollständig abstreifen zu können. Analysiert werden insbesondere die Spannung zwischen erzählendem und erzähltem Ich, das Sprachproblem des sozialen Registerwechsels, die Inszenierung von Bruch oder Kontinuität in der Zeitstruktur sowie die ethische Dimension der Figurenzeichnung. In der vergleichenden Lektüre der Romanschlüsse arbeitet die Rezension heraus, dass Robin auf eine versöhnliche Integration der Herkunft zielt, Moraton die dauerhafte Zwischenstellung betont und Sizun eine stille Form der inneren Kontinuität entwirft. So zeigt die Besprechung, dass Klassenwechsel als literarisches Motiv eine ästhetische und ethische Herausforderung darstellt, weil er Identität, Sprache und Erzählperspektive gleichermaßen in Bewegung versetzt.

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Kunst als Arbeit: Dominique Auzel über Gustave Caillebotte

Im Buch Ouvriers, artisans du beau selon Caillebotte (2024) der Buchreihe „Le roman d’un chef d’oeuvre“ unternimmt Dominique Auzel den ebenso ambitionierten wie heiklen Versuch, kunsthistorische Analyse, historische Recherche und literarische Imagination ineinander zu verschränken. Ausgangspunkt ist ein einzelnes Gemälde, Gustave Caillebottes Raboteurs de parquet von 1875, doch rasch wird deutlich, dass dieses Bild weniger als isoliertes Meisterwerk denn als Kristallisationspunkt dient: für Fragen nach Moderne und Realismus, nach Arbeit und Körper, nach sozialer Sichtbarkeit und ästhetischer Würde, schließlich nach der inneren Biografie eines Künstlers, dessen Werk lange im Schatten seiner impressionistischen Weggefährten stand.

Caillebottes Malerei markiert innerhalb der Moderne eine eigentümliche Schwellenposition. Sie steht quer zu den etablierten Erzählungen des Impressionismus, weil sie weder vollständig im Auflösen der Form noch im reinen Primat des Atmosphärischen aufgeht. Vielmehr verbindet Caillebotte eine strenge, fast klassische Kompositionsdisziplin mit der radikalen Wahl moderner Sujets. Seine Stadtansichten, Interieurs und Arbeitsszenen sind durchzogen von klaren Linien, präzisen Perspektiven und ungewöhnlichen Blickwinkeln, die an fotografische oder architektonische Verfahren erinnern. Die Moderne zeigt sich hier weniger als Aufbruch in die formale Unbestimmtheit denn als neue Ordnung des Sehens: Der urbane Raum, der private Innenraum und der menschliche Körper werden als strukturierte, zugleich aber kontingente Erfahrungsfelder erfasst.

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Von der Fußnote zur Gegengeschichte: Olivier Rolin zu Victor Hugo

Olivier Rolin entwickelt in „Jusqu’à ce que mort s’ensuive“ (Gallimard, 2024) aus einer randständigen Passage der „Misérables“ eine konsequente Gegengeschichte. Bei Hugo erscheinen Emmanuel Barthélemy und Frédéric Cournet nur als exemplarische Figuren innerhalb der Barrikadenmythologie von 1848, deren Schicksal in wenigen Sätzen moralisch geschlossen wird. Rolin löst sie aus dieser symbolischen Funktion und rekonstruiert ihre Lebenswege von den Junikämpfen über das Londoner Exil bis zu Duell und Galgen. Aus Hugos Miniatur entsteht eine materialreiche Chronik, in der Barthélemy als Produkt des Bagno und Cournet als widersprüchlicher Republikaner erscheinen – nicht als Typen, sondern als historische Existenzen ohne Erlösungslogik. Die Rezension liest Rolins Buch als Entmythologisierung durch Präzision. Rolin widerspricht Hugo nicht offen, sondern setzt dort an, wo dessen epische Ordnung brüchig wird. Gegen Hugos Verdichtung stellt er Chronologie, Archivmaterial und erzählerische Nüchternheit. So verschiebt sich der Maßstab von Sinnstiftung zu Beschreibung: Jean Valjeans Erlösung steht Barthélemys Verhärtung gegenüber, der emphatische Titel „Les Misérables“ der administrativen Kälte von „Jusqu’à ce que mort s’ensuive“. Der nüchterne Schluss am Galgen wird als methodische Setzung gelesen: Geschichte erzeugt keinen Sinn von selbst. Literatur kann sie sichtbar machen – aber nicht erlösen.

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Sternenhimmel über Rom: Renaud Rodier

Vor dem Hintergrund eines politisch verfallenden Roms am Wahlabend Giorgia Melonis begibt sich in Renaud Rodiers drittem Buch „Si Rome meurt“ (Anne Carrière, 2025) der angehende Filmemacher Pietro auf eine obsessive Suche nach seinem verschollenen Vater, den er in der Gestalt eines prophetischen Obdachlosen an den Rändern der Gesellschaft wiederzuentdecken glaubt. Geleitet von der astrophysikalischen Theorie des holografischen Universums gestaltet Pietro sein zentrales Filmvorhaben als einen Prozess filmischen Schreibens, der in grobkörnigen Super-8-Aufnahmen versucht, die urbane Entropie Roms in ein kohärentes ästhetisches Konstrukt zu transformieren. Renaud Rodiers Roman entwickelt sich als ein intermediales Palimpsest, das die existentielle Frage nach dem, was gerettet werden kann, wenn Rom stirbt, in einer dichten Verwebung von traumatischer Erinnerung und filmischer Vision verhandelt. Indem der Roman die astrophysikalische Metaphorik zur Weltraumdichtung erhebt, transformiert er die soziale Entropie Roms in eine transzendente, astronomische Topografie, die den Diskurs um die „Ewige Stadt“ als unzerstörbaren Informationscode jenseits des zeitlichen Verfalls neu verortet.

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Der Schriftsteller zu Pferde und die Krise der Dialektik: Pierre Drieu la Rochelle

Années noires

Pierre Drieu la Rochelle ist eine zutiefst widersprüchliche Figur der Literaturgeschichte, dessen Werk oft ideologisch blockiert rezipiert wurde. Er war ein produktiver Autor von Theaterstücken, Novellen, Gedichten, Romanen, Essays und journalistischen Beiträgen. Biografisch ist festzuhalten, dass Drieu einerseits ab den 1930er Jahren zu einem einflussreichen Fürsprecher des französischen Faschismus sowie einem Protagonisten der intellektuellen Kollaboration wurde. Andererseits heiratete er in erster Ehe eine jüdische Frau, liebäugelte nie aufhörend mit dem Kommunismus und nutzte seine Verbindungen zur Deutschen Botschaft, um nahestehende Freunde wie Jean Paulhan vor Verfolgung zu schützen. Seine ästhetische Qualität ist unumstritten, wobei die Beurteilung seines Schaffens stets eng mit seiner politischen und moralischen Kompromittierung verbunden ist. In Drieus Werk zeigt sich eine tiefe Zerrissenheit und Orientierungslosigkeit, die von alternierendem Selbst- und Fremdhass sowie Kriegsphantasien geprägt ist.

Andreas Geislers wissenschaftliches Vorhaben, festgehalten in der Monographie L’écrivain à cheval: das Erzählwerk Pierre Drieu la Rochelles zwischen Moderne, Antimoderne und Postmoderne (Brill Fink, 2024), zielt auf eine umfassende Neulektüre von Pierre Drieu la Rochelles Prosa. Das Kernanliegen der Arbeit ist es, das Werk und den Menschen Drieu la Rochelle in ein sorgfältig abgewogenes Verhältnis zu bringen und so diejenigen Schichten sichtbar zu machen, die bisher hinter der Dominanz der biografischen und politischen Verortung des Autors verborgen blieben. Geislers Arbeit wurde an der Universität Bonn angefertigt. Der Anstoß für die Arbeit entstand in einem Seminar an der Universität Heidelberg, wo Catherine Péant Geislers Interesse für die widersprüchliche Literaturproduktion der années noires weckte. Paul Geyer, der Betreuer der Arbeit in Bonn, stellte auch den Kontakt zu Jean-François Louette an der Sorbonne her.

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Der Naive und die Spießer bei Voltaire und Dominique Fernandez

In „Un jeune homme simple“ (2024) zeichnet Dominique Fernandez den Weg des jungen Auvergnaten Arthur nach, der als unverbildeter Provinzler in das hyperideologisierte Paris gerät. Seine Begegnungen u.a. mit radikal-feministischen, ökologischen und literarischen Milieus machen die Gegenwartsgesellschaft als von Moralismus, Woke-Dogmen und kulturellem Konformismus durchdrungen sichtbar. Die Naivität des Helden fungiert dabei als Prüfstein moderner Eliten: Gerade weil Arthur die „Codes“ der Hauptstadt nicht versteht, legt er deren Heuchelei frei und entscheidet sich am Ende für die Rückkehr in die Auvergne, wo „valeurs sûres, éprouvées“ und eine einfache Liebe auf ihn warten. – Die Rezension ordnet den Roman explizit in eine intertextuelle Linie zu Voltaires „L’Ingénu“ ein und deutet Arthur als gegenwärtige Reinkarnation des aufgeklärten Außenseiters. Wie Voltaires Hurone entlarvt auch Arthur durch sein unverstelltes Urteil die Absurditäten der jeweiligen Epoche – einst der religiösen Riten, heute der ideologischen Orthodoxien. Dabei kehrt sich Voltaires Impuls jedoch um: Wo der Ingénu zum Widerstand in der Welt gezwungen wird, erscheint bei Fernandez der Rückzug als einzige verbleibende Form von Integrität. Die Argumentation der Rezension arbeitet folglich mit einem doppelten Vergleich: Sie liest Fernandez’ Satire als moderne Fortsetzung voltairischer Kritik – und zugleich als ironische Antithese, in der der naive Held nicht mehr kämpft, sondern die korrumpierte Zivilisation hinter sich lässt. – Zentral für die Rezension ist zudem die Beobachtung, dass Fernandez die sexuelle Befreiung der Gegenwart nicht als Fortschritt, sondern als neue Form des Konformismus zeichnet: Was einst transgressiv war, erscheint im Pariser Milieu als kommerzialisiertes Ritual, das seine rebellische Energie verloren hat. Die Werkgeschichte der Homosexualität bei Fernandez zeigt diesen Verlust der „gloire du paria“ als wiederkehrendes Motiv: Seit „L’Étoile rose“ (1978) und „La Gloire du Paria“ (1987) über den Doppelroman „L’homme de trop“ (2021/2022) beschreibt er die Assimilation der einst widerständigen Minderheit als kulturelle Nivellierung, die Wünsche nach einer neuen radikalen Differenz – zuletzt im Transgender – hervorbringt.

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Jordan Bardellas Wunschfrankreich: Schönheit und Größe des Ersatzkandidaten

Jordan Bardellas beide Bücher – „Ce que je cherche“ (2024) und „Ce que veulent les Français“ (2025) – bilden eine strategische Doppelfigur aus Selbstmythos und Selbstlegitimierung. Das erste Werk stilisiert Bardellas Aufstieg vom Banlieue-Kind zum „republikanischen Erfolgsmodell“ im Rassemblement National und verbindet dies mit einer Pathetik nationaler Größe, die an Bonaparte und De Gaulle anknüpft. Die Suche nach „Grandeur“ wird zum Selbstrechtfertigungsnarrativ eines Erlösers der „vergessenen Franzosen“. Das zweite Buch transformiert diesen Erlösungsanspruch in eine Galerie scheinbar authentischer Bürgerporträts, die freilich nur die Stimmen eines homogenen, arbeitsethisch moralisierten „Volkes“ repräsentieren, das er selbst verkörpert. Bardella verschmilzt so Erzähljournalismus, politische Mythologie und Wahlkampfrhetorik zu einer ästhetischen Form des populistischen Pathos, in der „Empathie“ zur Bühne ideologischer Vereinfachung wird. Die Nation erscheint als Sakralgemeinschaft gegen Eliten, Migration und Europa; Differenz wird moralisch entwertet. – Der Artikel liest diese Werke als Zwillingsakte politischer Selbstvermarktung: Literatur als Kandidatur. Er zeigt, wie beide Bände den Bolloré-Medienkomplex und dessen rechtspopulistische Agenda stützen: das erste als Biographie eines „designierten Ersatzkandidaten“ für Marine Le Pen, das zweite als emotionalisierter Wahlkampf unter dem Deckmantel volksnaher Authentizität. Die Analyse deutet Bardellas Pathos vom „wahren Frankreich“ als projektive Selbstvergöttlichung und macht sichtbar, dass sein Wunschfrankreich nicht auf Pluralität, sondern auf Symbolmacht zielt: Schönheit und Größe eines Kandidaten – ästhetisch präzise, politisch gefährlich.

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Semionaut des Untergangs: Mathieu Larnaudie

Mathieu Larnaudies „Trash Vortex“ (2024) erzählt in scharfer Satire vom Niedergang einer globalen Elite, die sich angesichts ökologischer und politischer Krisen in Bunkerträume, libertäre Fantasien und zynische Profitstrategien flüchtet. Im Zentrum steht Eugénie Valier (alias Liliane Bettencourt), Erbin eines Industrieimperiums, die ihr Erbe nicht an ihren Sohn weitergibt, sondern einer Stiftung zur Reinigung der ozeanischen Müllstrudel vermacht – ein Akt zwischen utopischem Gestus und familiärem Rachefeldzug. Der Roman entfaltet so ein Panorama von Macht, Gier und Verfall, in dem die Faszination für den eigenen Untergang das letzte verbindende Narrativ einer erschöpften Zivilisation bildet.

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Schreibweisen des Realen: Ivan Jablonka

Ivan Jablonka, Le Troisième Continent ou la littérature du réel, Seuil, 2024.

Einleitung: Interpretieren und Verändern

In Le Troisième Continent unternimmt Ivan Jablonka, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Sorbonne Paris Nord und Mitglied des Institut Universitaire de France (IUF), eine Neukartierung der intellektuellen Welt und der Schreibformen. Die traditionelle intellektuelle Landkarte wird demnach seit dem 19. Jahrhundert von zwei „Kontinenten“ dominiert: der Belletristik und der wissenschaftlichen Forschung. Der erste Kontinent, die „Fiktions-Literatur“, wird als Reich des Vergnügens und der Freiheit betrachtet, während der zweite, die „graue Literatur“, als Sphäre der Wahrheit und Strenge verstanden wird, wobei Romane den Sozialwissenschaften gegenübergestellt werden. Diese binäre Aufteilung, so Jablonka, sei überholt.

Die eigentliche Problemstellung liegt in der Nicht-Anerkennung oder Marginalisierung jener Schreibweisen des Realen („écrits du réel“), die weder vollständig zur Fiktion noch zur reinen akademischen Forschung gehören. Diese „umherirrenden Texte“ („textes errants“), wie Jablonka sie nennt, umfassen Berichte, Zeugenaussagen, Biografien, Reportagen, Tagebücher und Reiseberichte. Sie werden weder zur Würde des ersten Kontinents zugelassen noch vom zweiten Kontinent vollständig willkommen geheißen, der sie bestenfalls als „Quellen“ betrachtet. Jablonka fragt, wie diese Texte, die eine andere Art des Weltverständnisses und eine andere Literatur darstellen, ihren rechtmäßigen Platz finden können.

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Frankreichs Kontamination 2036: Robert Merle und Emmanuel Ruben

Emmanuel Rubens Roman „Malville“ (Stock, 2024) fügt sich in eine lange Reihe apokalyptischer Literatur ein, die von biblischen Prophetien bis zu Robert Merles „Malevil“ bzw. „Malevil oder die Bombe ist gefallen“ (1972, dt. 1975) reicht, dessen Titel hier bewusst als intertextuelle Folie aufgerufen wird: Auf der Ebene der Gesellschaftskritik ist „Malville“ eine Abrechnung mit der französischen Nuklearpolitik seit den 1970er Jahren. Heute zeichnet Ruben minutiös nach, wie politische Entscheidungen – von Macrons Renaissance des Atomprogramms über den Aufstieg der extremen Rechten bis zur Auflösung der Europäischen Union – in die Katastrophe führten. Robert Merles „Malevil“ erzählt aus der Ich-Perspektive des Landwirts Emmanuel Comte, der nach einem plötzlichen Atomschlag gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Freunden und Nachbarn in der abgeschiedenen Burg Malevil überlebt. Schon vor Beginn der eigentlichen Handlung wird klar, dass Rubens „Malville“ als intertextueller Dialog mit Merle gelesen werden will – Fortführung, Variation und zugleich kritische Umkehrung seines Endzeitromans.

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Übersehenes Interieur: Partikel, Zeichen und Kratzer bei Thomas Clerc

Thomas Clercs Bücher „Intérieur“ und „Cave“ sind eng miteinander verbunden und bilden eine kohärente, doch sich entwickelnde Erkundung des Raums, des Selbsts und des Schreibakts. Während „Intérieur“ eine akribische Bestandsaufnahme des eigenen Wohnraums darstellt, erweitert „Cave“ diese topografische Obsession zu einer Reise in das Verborgene, das Unausgesprochene und das Begehren. Die Bewegung vom sichtbaren, oberirdischen Leben zum unsichtbaren, unterirdischen Reich der Höhle symbolisiert dabei einen doppelten Prozess: die Fortführung einer bereits etablierten literarischen Methode und ihre radikale Vertiefung in die Komplexität menschlicher Innerlichkeit und seines Begehrens.

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Von der Idealisierung zur Problematisierung: Mutterbilder in der französischen Gegenwartsliteratur

Transformationen und Dekonstruktionen

Der Band Mater Genetrix: les images de la mère dans la littérature contemporaine d’expression française, herausgegeben von Marina Hertrampf, bietet eine aufschlussreiche Auseinandersetzung mit der Darstellung von Müttern in der aktuellen französisch- und frankophonen Literatur. Das Werk beleuchtet die Transformation und Dekonstruktion überkommener Mutterbilder und zeigt, wie literarische Texte als Seismographen gesellschaftlicher Veränderungen fungieren.

Die Mutter wird von der Herausgeberin als Ursprung allen Lebens und der literarischen Kreation hervorgehoben, wobei der Umgang mit diesen „uralten und archetypischen“ literarischen Topoi von der Mythologisierung und Verherrlichung bis zur Dekonstruktion reicht. Die Definition von Mutterschaft umfasst biologische und soziale Aspekte, wobei literarische Darstellungen oft eine imaginierte Mutterschaft widerspiegeln. Historische Umbrüche wie die industrielle Revolution, die beiden Weltkriege und die feministischen Bewegungen haben das Frauen- und Mutterbild verändert, doch traditionelle Rollen hielten sich lange in der Literatur. Erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden Mütter zunehmend autonom und stehen im Zentrum der Werke, wobei das Schreiben über Mutterschaft sich zusehends „feminisiert“. Besonders in der frankophonen Literatur des Maghreb und Quebec zeigt sich eine Verschiebung von passiven, idealisierten Müttern zu aktiveren, kritisch hinterfragten Figuren. Das Schreiben über die Mutter wird zu einer neuen literarischen Tendenz, oft autobiografisch, als Suche nach dem verlorenen Selbst und der Identität, und erfüllt eine therapeutische Funktion. Das Spektrum der Darstellungsweisen reicht dabei von nostalgischem Lob bis hin zu extrem problematisierten Mutterfiguren und der Thematisierung von Tabus wie toxischen Müttern, Kindstötung, Post-Partum-Pathologien, dem Tod des Kindes, alternativen Mutterschaftsformen oder der Nicht-Mutterschaft.

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Die Farbe Schwarz: Justine Bo

Justine Bos Roman „Eve Melville, Cantique“ (Grasset, 2024) taucht tief in die Traumatisierungen der amerikanischen Geschichte ein und beleuchtet dabei, wie sich alte Wunden in der Gegenwart neu manifestieren. Der Ausgangspunkt des Dramas ist ein scheinbar alltäglicher Akt des Vandalismus: Die Hausfassade von Eve Melvilles Nachbarin in Brooklyn wird über Nacht schwarz gestrichen. Doch diese äußere „Verunstaltung“ wird für Eve, deren Familie seit Generationen eng mit diesem Haus und seiner Umgebung verbunden ist, zu einem schmerzhaften Auslöser. Es reißt eine Wunde in ihr auf und führt sie zurück zu den Ursprüngen ihrer Familie, die untrennbar mit der Sklaverei in den Südstaaten verbunden sind. Das Haus, einst von ihrem Urgroßvater Solomon Melville als Bollwerk der Freiheit und des Besitzes erworben, wird zu einem Brennpunkt, an dem sich die Vergangenheit und die Gegenwart Amerikas in ihrer ganzen Brutalität begegnen. „Cantique“ ist ein Verweis auf das biblische Hohelied – ein poetisches, aber auch rebellisches Bild. Dieses Motiv führte sie zu einem Roman, der die Erinnerung an Sklaverei, Gentrifizierung, AIDS, schwarze Geschichte und urbane Gewalt in New York zusammenführt – ausgehend von der dramatischen Metapher eines Hauses, nachts schwarz gestrichen als Angriff auf Identität und Besitz.

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Erbe der Wunden: Traumata und ihre literarische Vermittlung

Zum Handbuch Traumatisme et mémoire culturelle von Silke Segler-Meßner und Isabella von Treskow Das französischsprachige Sammelwerk Traumatisme et mémoire culturelle: France et espaces francophones (herausgegeben von Silke Segler-Meßner und Isabella von Treskow, De Gruyter, 2024, 558 Seiten) widmet sich der Darstellung kollektiver Traumata in der französischsprachigen Literatur und Kultur des 20. und frühen 21. Jahrhunderts, …

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Geschichten hinter der Wahrheit: Yasmina Reza

Yasmina Rezas Sammlung von Kurzgeschichten, „Récits de certains faits“ (Flammarion, 2024, deutsch bei Hanser, 2025), ist eine Erkundung der menschlichen Natur, der Vielschichtigkeit von Wahrheit und der oft flüchtigen Erscheinungen der Realität, die sich jenseits oberflächlicher Wahrnehmungen verbirgt. Die Autorin wirkt dabei als Beobachterin von Gerichtsdramen und Alltagsbegegnungen, die sie mit einem einzigartigen Mix aus distanzierter Ironie, psychologischer Präzision und tiefem menschlichem Mitgefühl festhält. Der Titel der Sammlung ist selbst ein zentraler Schlüssel zu Rezas literarischem Ansatz: Er verweist auf die selektive, subjektive und oft unvollständige Natur der Realität und ihrer Darstellung.

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Theorie im kolonialen Dilemma: Onur Erdur

Eine Tugendlehre des Geistes aus dem Maghreb Onur Erdurs Monografie Schule des Südens: die kolonialen Wurzeln der französischen Theorie widmet sich einem bisher im Großen erstaunlich vernachlässigten Aspekt der französischen Geistesgeschichte: den tiefgreifenden biografischen und intellektuellen Prägungen, die führende Denkerinnen und Denker der Nachkriegszeit durch ihre Erfahrungen in den französischen Kolonien Nordafrikas erfuhren. Das Buch …

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Rentrée littéraire: französische Literatur der Gegenwart
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