Résumé
Maurice G. Dantecs Roman „Babylon Babies“ (Gallimard, 1999) erzählt, wie der Söldner Toorop im Sommer 2013 für die sibirische Mafia die schwangere Québécoise Marie Zorn, Trägerin genetisch manipulierter Klon-Zwillinge im Auftrag einer Sektenfinanzierin, aus Zentralasien nach Montréal bringt und am Ende auf einem Schiff Richtung Pazifik steht. Der Aufsatz liest diesen Weg als Bild Amerikas, das ohne die Vereinigten Staaten auskommt: Die Handlung umkreist sie als Gerücht, Käuferphantasie, Wirbelsturm und Fernsehbild, während das frankophone Québec zum Schwellen- und Laborraum wird, in dem sich die Ängste der späten neunziger Jahre (Bikerkrieg, Sekten, Klonschaf Dolly, Jahr-2000-Problem, Klimaextreme) verdichten, bevor die Bewegung nach Westen über den Kontinent hinausführt. Die Argumentation stützt sich auf drei Schritte. Sie rekonstruiert erstens die Entstehungsbedingungen des Textes in Montréal um 1998, liest zweitens die Raumbewegung gegen die europäische Amerika-Tradition von Kafka bis Baudrillard und zeigt drittens, dass der Roman seine Gattungen (Néo-Polar, Cyberpunk, Söldner- und Verschwörungsroman, Western, Apokalypse) wie importierte Waren ausstellt und gegeneinander arbeiten lässt, etwa in der wiederkehrenden Frontier-Figur oder im Rückgriff auf Haraway und Deleuze/Guattari. Das Amerika des Romans erscheint so als europäisch gesehenes, aus Genres und Theorien montiertes Gebilde, dessen Herkunft der Text mitreflektiert. Der Aufsatz grenzt dieses Ergebnis ein, indem er Exotisierung der indigenen Hacker, Registerwechsel und die Bindung der Fokalisierung an Toorop als Grenzen der Perspektive benennt.
Ein Amerika ohne Vereinigte Staaten
Maurice G. Dantec, Babylon Babies, Série noire (Paris, Gallimard, 1999).
Maurice G. Dante schreibt Romane an der Grenze von Kriminalroman, Science-Fiction und Technothriller, und Babylon Babies (1999) ist sein Beitrag zum Cyberpunk: ein Söldner- und Verschwörungsroman, der in eine Genesis-Erzählung mündet. Im Sommer 2013 übernimmt der Söldner Toorop, ein Veteran der Balkankriege, von der sibirischen Mafia einen Auftrag: Er soll die junge Québécoise Marie Zorn, die im Labor gezeugte Zwillinge in sich trägt, nach Montréal bringen, wo die Sekte der Millionärin Ariane Clayton-Rochette sie erwartet. Die Reise führt ihn aus den Bergen Zentralasiens über Almaty und Sibirien in ein Montréal, das im Roman zum eigentlichen Amerika wird, einer Hafenstadt der Schmuggler und Biker, der Sekten und Genlabore, in der Blizzards die Stadt einschließen und der Wirbelsturm „Jefferson“, von Florida kommend, über den Kontinent zieht. Die Vereinigten Staaten selbst bleiben Gerücht: Sie sind der vermutete Käufer, der Fernsehlärm im Hotelzimmer, das Pop-Repertoire aus Elvis, Judy Garland und Baseball. In Québec laufen die Fäden zusammen: Clayton-Rochette, die für ihre Klone nach San Francisco fliegt, ein Raumhafen im fernen Churchill, indigene Hacker, die das Netz mit mythischen Bildern verbinden, und ein Nordamerika, das sich wie ein Grenzland des neuen Jahrtausends liest, mit Westernfiguren und Frontier-Gesten in einer Welt aus Mikrochips. Wo Toorop schließlich ankommt, ist aber kein amerikanischer Ort. Am Ende steht er auf einem Schiff, das durch den Panamakanal in den Pazifik fährt, während hinter ihm ein Kontinent liegt, der nur Durchgangsstation war.
Maurice G. Dantecs Roman Babylon Babies beginnt in den Bergen des Sin-kiang, führt über Sarajevo, Almaty und Nowosibirsk und endet auf einem Schiff im Pazifik. Dazwischen liegt, im Zentrum des Buchs, ein längerer Aufenthalt in Montréal und im Québec des Jahres 2013. Die dritte Teilüberschrift lautet Amerika on Ice, und tatsächlich spielt ein großer Teil der Handlung auf dem nordamerikanischen Kontinent. Auffällig ist jedoch, welches Amerika dort gezeichnet wird. Die Vereinigten Staaten treten als Schauplatz kaum auf. Sie erscheinen als Käufer im Hintergrund, als Wirbelsturm, als Fernsehbild, als Genre-Repertoire und als Theorie-Lieferant. Der Raum, in dem der Roman sein Amerika verhandelt, ist das frankophone, formal fast unabhängige Québec: eine Gegend, die zugleich zu Nordamerika gehört und gegenüber den USA Abstand hält.
Die These dieses Essays lautet: Dantec entwirft Amerika nicht als Ziel, sondern als Schwellen- und Laborraum. Montréal ist ein Ort, an dem sich die Ängste und Hoffnungen der späten neunziger Jahre (Gentechnik, Sekten, organisierte Kriminalität, Klimawandel, Medienüberflutung, nationale Zerfallsprozesse) verdichten, bevor die Handlung weiterzieht. Das Amerika des Romans ist ein europäisch gesehenes, aus Genres und Theorien zusammengesetztes Amerika, und der Roman weiß das. Er reflektiert die Herkunft seines Materials, indem er die importierten Gattungen, vom Western bis zum Cyberpunk, offen ausstellt und gegeneinander arbeiten lässt.
Montréal als Labor der späten neunziger Jahre
Dantec, 1959 in Grenoble geboren und mit der französischen Série noire groß geworden, übersiedelte 1998 nach Montréal. Die Widmung des Romans nennt Freunde und Bekannte der dortigen Szene ebenso wie Autoren und Musiker, und sie schließt mit einem Dank an „Montréal et toute la gang“. Der Roman ist also nicht aus der Ferne über Nordamerika geschrieben, sondern im Schock der frischen Ankunft. Das erklärt die Dichte der Ortsnamen (Plateau Mont-Royal, Rue Rivard, Saint-Denis, Outremont, Tadoussac, Saguenay), der Marken (Labatt, Molson, Belle Gueule, Nesquik, Bell-Québec) und der alltagskulturellen Details bis hin zu den Expos im Fernseher. Die Fußnoten, die kanadische Ausdrücke wie „6 1/2“ oder die Fluchformeln des Québécois („tabarwaoch’“) glossieren, adressieren ausdrücklich ein französisches Publikum, dem das Milieu noch fremd ist. Der Blick bleibt der eines Zugewanderten.
Mehrere Ereignisse der Entstehungszeit sind in den Text eingegangen und lassen sich als historischer Resonanzraum lesen.
Der Bikerkrieg
Seit Mitte der neunziger Jahre bekämpften sich in Québec die Hells Angels und die Rock Machine mit zunehmender Gewalt. Der Roman macht daraus eine zentrale Folie: Die Schlacht im Plateau Mont-Royal, die Sprengung eines Wasserflugzeugs über der James Bay, die Katjuscha-Salven auf eine befestigte Fabrik sind literarische Steigerungen einer Wirklichkeit, die damals täglich in den Nachrichten stand. Bezeichnend ist, wie der Roman diese Gewalt rahmt. Die Polizei rekonstruiert das Massaker mit dreißig Statisten und einer Spezialeffektfirma, die Sender liefern sich einen Bilderkrieg, ein Kommentator vergleicht das Ganze mit Apocalypse Now. Die Gewalt ist von Beginn an Medienereignis.
Die Sektenszene
1994 hatte sich der Sonnentempel-Orden in Québec und der Schweiz kollektiv getötet, 1997 folgte in Kalifornien die Gruppe Heaven’s Gate, und in Québec gewann die UFO-Religion der Raëlianer Aufmerksamkeit, die 1997 öffentlich mit dem Klonen von Menschen warb. Dantecs „Église cosmique de la Nouvelle Résurrection“ mit Sitz in Montréal, ihr Gründer Léonard-Noël Devrinckel, ihr Satellitenprogramm und ihr Klonprojekt verdichten diese Elemente zu einer Parodie, die zugleich ernst genommen wird. Der Roman selbst verweist auf den Sonnentempel („vingt ans plus tôt“), und die Konkurrenz der „Église de logologie“ spielt deutlich auf die Scientology an. Der amerikanische Markt der Religionen, der „hypermarché des religions en kit“, wird hier zum Schauplatz eines Wettlaufs um Unsterblichkeit.
Dolly und die Bioethik
1997 wurde das Klonschaf Dolly öffentlich bekannt, im selben Jahr forderte der amerikanische Physiker Richard Seed lautstark das Klonen von Menschen (der Roman nennt ihn in einer Fußnote). Die fiktive „Charte d’Osaka“, die „produits vivants“ verbietet und so einen Schwarzmarkt schafft, zieht daraus die Konsequenz in die Zukunft. Dolly, Hathaways Laufbahn und die Klonkinder der Ariane Clayton-Rochette bilden den biopolitischen Kern der Handlung.
Das Referendum und der Eisregen
Das Québec-Referendum von 1995 war mit einem Abstand von weniger als einem Prozentpunkt gescheitert, im Januar 1998 hatte der große Eissturm Montréal tagelang lahmgelegt. Der Roman versetzt Québec in einen Zustand weit fortgeschrittener Souveränität („Province libre du Québec“) und lässt das 10 Ontario Building als eines der wenigen Gebäude auftreten, die den „black-out de l’hiver 98“ überstanden haben. Die Erinnerung an die Verwundbarkeit der Infrastruktur geht in das Bild des „Bunker“ ein.
Y2K und der „infokrach“
Die Angst vor dem Jahrtausendfehler (der Roman erfindet daraus einen von einer Neuromatrix ausgelösten Totalausfall am 1. Januar 2000) gehört in dieselbe Atmosphäre wie der Millenarismus der Sekten.
Das Ende des Kalten Kriegs
Toorop, der Söldner, kommt aus den Jugoslawienkriegen, und die Mafias der Nachfolgestaaten der Sowjetunion handeln als Unternehmer mit Technologie, Information und schließlich Leben. Amerika ist für sie der Markt, auf dem sich die Ware am teuersten verkauft. Gorsky vergleicht sein Geschäft mit der Prohibition von 1919 und der Übernahme des Heroinhandels durch die Cosa Nostra. Er denkt Geschichte in amerikanischen Präzedenzfällen.
Die Zeitebene des Romans ist die nahe Zukunft von 2013/14, also etwa vierzehn Jahre nach der Niederschrift. Das ist ein wichtiger Befund für das Amerika-Bild: Es handelt sich nicht um Prophetie im strengen Sinn, sondern um eine Hochrechnung der Gegenwart von 1998/99. Alles, was im Jahr der Niederschrift spürbar war (Gentechnik, privatisierter Raumflug, Terror der Sekten, Mafia-Globalisierung, Medienzirkus), tritt im Roman in gesteigerter Form auf.
Das Amerika der anderen: der europäische Blick von Kafka bis Baudrillard
Dass der Teiltitel Amerika on Ice das Land mit „K“ schreibt, ist kein Zufall. Die Schreibweise erinnert an Kafkas Amerika (Der Verschollene), den europäischen Prototyp einer erfundenen Neuen Welt, und sie klingt im Roman auch ironisch in Toorops Albtraum nach, in dem er für einen „Kolonel“ eine Kinderjagd im „Amerika Korps“ unternimmt, am Steuer eines gepanzerten Volkswagens der Wehrmacht, durch eine vereiste Stadt, die Montréal gleicht und zugleich Metropolis, Gotham City, New York und Chicago (Kap. 27). In dieser einen Szene ist die Herkunft des Bilds benannt: Es ist das Amerika der Filmkulissen und der Comics, aufgeladen mit der Erinnerung an europäische Katastrophen.
Zwei Traditionen französischer Amerika-Literatur sind erkennbar. Die erste ist die klassische Reflexionsform von Tocqueville bis zu Sartre, in der Amerika als Zukunft Europas gelesen wird. Die zweite, für Dantec wichtigere, ist die Linie, die in Baudrillards Amérique (1986) kulminiert: Amerika als Simulakrum, als Wüste der Zeichen, als Ort, an dem sich die Realität in Bilder aufgelöst hat. Dantecs Montréal besteht tatsächlich zu einem großen Teil aus Bildern. Die Figuren sitzen vor Baseballübertragungen, ein Engel erscheint als Elvis mit einer Coca-Cola-Flasche und hält eine Rede über Duchamps Pissoir, Mao und das Michael-Jackson-Disney-Park-Sponsoring (Kap. 26). Der Fernsehsender dient als Medium der Offenbarung: Der Engel moderiert eine Nachrichtensendung, in der ihm sein dämonischer Doppelgänger die Wahrheit über Marie Zorns Zukunft zuspielt (Kap. 27). Die Wahrheit kommt als Talkshow.
Zugleich unterscheidet sich Dantec von Baudrillard in einem entscheidenden Punkt. Baudrillards Amerika ist bei aller Faszination das Land des Verschwindens, der Leere. Bei Dantec dagegen produzieren die Bilder neue Wirklichkeit: Die Simulation wird biologisch, die Medien wirken wie Viren, das Fernsehen ist ein Organ. Dantecs Amerika ist ein Raum der Ansteckung, nicht der Erschöpfung. Der letzte Teiltitel, Contamination générale, benennt das ausdrücklich.
Schwellenraum statt Ziel: die Bewegung der Handlung nach Westen
Die Figurenbewegung des Romans ist ein langer Zug nach Westen. Toorop beginnt in den Bergen Zentralasiens, erinnert den Balkan und zieht über Almaty und Sibirien nach Montréal. Von dort geht es weiter: Das Schlussbild zeigt ihn auf dem Schiff vor der kolumbianischen Küste, das über den Panamakanal Richtung Pazifik, zur Insel Pikaatu in Mikronesien, fährt. Nordamerika ist Durchgangsstation, kein Endpunkt.
Der Text stützt das mehrfach. Montréal ist für Gorsky „plate-forme passoire“ für den Handel mit den USA, ein durchlässiger Umschlagplatz seit den Bootleggers (Kap. 13). Romanenko schließt aus dem Auftrag, dass der eigentliche Käufer von Marie Zorns Fracht nur die Regierung der Vereinigten Staaten sein könne, doch das erweist sich als falsch, und die USA bleiben Gerücht. Die Klonmutter Ariane Clayton-Rochette lebt in Québec, fliegt aber nach San Francisco; der Raumhafen liegt in Churchill, Manitoba; das Schiff nimmt die Reisenden in der Hudson Strait auf. Der Roman umkreist die Vereinigten Staaten, ohne sie zu betreten.
Dieses Aussparen ist eine Entscheidung. Es macht aus Amerika ein Gebiet der Möglichkeiten, das weder zusagt noch ankommt. Der Ort der Verwirklichung des Neuen liegt anderswo: im Pazifik, im Orbit, im „Neuroréseau“. Der Westen des Romans ist der Westen als Bewegung, und diese Bewegung führt über Amerika hinaus ins Unbewohnte, ins Technische, ins Kosmische. Die letzte Seite wendet das Gesicht Toorops „aux vents d’ouest“ und nennt die Zukunft ein Buch, „qui ne demandait plus qu’à être écrit“.
Wasser, Eis und Sturm: Amerika im Klimaroman
Das Klima ist im Roman die eigentliche Geschichte des Kontinents. Marie Zorn sieht im Hotelzimmer in Kasachstan eine Dokumentation über den Treibhauseffekt: Ozonloch, steigende Meere, überflutete Küsten. Im Québec des Romans hat der Klimawandel eine ökonomische Seite: Das Land profitiert von seinen Süßwasserreserven, „dans la ruée vers l’Or Bleu, le pays courait en tête“ (Kap. 16). Kanada erscheint als der Gewinner einer Weltordnung, in der Wasser so viel wert ist wie Öl oder Gold. Die Vereinigten Staaten dagegen werden von den Stürmen heimgesucht: Der Zyklon „Jefferson“, dessen Name den dritten Präsidenten der USA und Verfasser der Unabhängigkeitserklärung trägt, verwüstet Florida, Alabama, Tennessee, überflutet den Mississippi und lässt später Washington untergehen (Kap. 33, 37). Die Namenswahl ist, bei aller Zurückhaltung, bedeutsam: Das gründende Dokument der amerikanischen Nation wird zum Namen einer Naturgewalt.
Der Teiltitel Amerika on Ice ist insofern doppelt lesbar. Er bezeichnet den kanadischen Winter, der im Roman mit Blizzards, minus zwanzig Grad und treibenden Eisbergen auftritt, und er bezeichnet ein Einfrieren der Geschichte, eine Zeit des Wartens. Zugleich dürfte ein Cyberpunk-Leser an ICE denken, die „Intrusion Countermeasures Electronics“ aus Gibsons Neuromancer; der Roman spielt mit diesem Wortfeld (Gletscher, Eisschild, Barrieren, Firewalls), ohne es explizit zu machen. Diese Lesart bleibt eine Vermutung, passt aber zu einem Text, der Technik und Natur wiederholt gleichsetzt.
Die Stürme bekommen eine mythologische Lesart. Der alte Huronen-Schamane Black Bear Lamontagne spricht vom „âge des Grandes Tempêtes“, das mit der Zerstörung durch die „weißen Männer“ beginne. Die Apokalypse im Roman ist also zugleich wissenschaftlich (Treibhauseffekt), mythisch (Prophezeiung) und narrativ (die Handlung folgt dem Wetter, bis das Wetter in Marie Zorns Rettung und in den Fluten des Saguenay eingreift). Die Naturkatastrophe löst im Roman jene Leerstellen, die menschliche Akteure offen lassen.
Die Wiederkehr der Frontier: Western, Weltraum, Sezession
Der Western ist im Roman nicht als eigene Handlung präsent, sondern als Figur und als Denkschema. Eagle Davis, die gefährlichste der Persönlichkeiten in Marie Zorns Schizophrenie, ist ein Kopfgeldjäger und Hilfssheriff des Südwestens, der unter Kit Carson gegen Navajos und Hopis kämpfte, danach als Regulator in Minenstädten diente und 1894 in New Orleans starb (Kap. 26). In ihm kehrt die Gewaltgeschichte der Frontier als Seelenbewohner zurück, und der Roman lässt keinen Zweifel, dass es sich um einen Mörder handelt, dessen Auftritt im entscheidenden Moment („il valait mieux qu’il ne sorte pas à la surface“) die Gewalt der Gegenwart sprengt. Marie kann den Westen nicht abschütteln, denn er sitzt in ihr.
Daneben stehen die ausdrücklichen Selbstvergleiche der Figuren. Thyssen sagt, man sei dabei, „un territoire vierge“ zu erschließen, „comme au Far West“ (Kap. 7). Gorsky erklärt Romanenko, Sibirien sei nicht nur der Ferne Osten Russlands, sondern der Ferne Westen, „l’Amérique“: Moskau sei London 1775, die Union der sibirischen Republiken seien die Vereinigten Staaten von 1776 (Kap. 27). Amerika ist hier ein Modell für Abspaltung. Der Gedanke steht in einer Reihe mit der chinesischen Teilung, dem Staatszerfall in Zentralasien und dem fast souveränen Québec. Die Geschichte der USA wird zum Muster einer Welt, in der Zentralstaaten auseinanderfallen.
Die dritte Variante der Frontier ist der Weltraum. Die Noélites bauen den Satelliten Imhotep, die „Missionaria ExtraMundi“ will den Mars kolonisieren, die Klone sollen in einer Orbitalstation reifen. Die Frontier, die im Westen endete, wird ins All verlegt. Das ist die klassische Wendung Amerikas im Kalten Krieg (Kennedys „New Frontier“), und der Roman führt sie ins Groteske: Eine Sekte mit Klonbüro, Pyramidenkult und Raumfahrtanspruch sieht sich als Siedlerin der letzten Grenze. Dantec nimmt die Fantasie ernst genug, um sie zu zerstören, und lässt am Ende nicht die Sekte, sondern die Zwillinge, ihr Produkt, die Grenze überschreiten. Der Satellit fliegt, vom Neuroréseau gelenkt, Richtung Mars und weiter.
Indigene Hacker und der Sprung ins Mythische
Die vielleicht eigenwilligste Figurengruppe sind die EarthQuakers, amerindische Cyberpunks auf dem Dach des 10 Ontario Building, die Cannabis anbauen, Halluzinogene herstellen und in ihrem Kult das Buch des Schriftstellers Dantzik als Bibel verwenden. Der Roman nutzt hier ein Motiv, das zur nordamerikanischen Gegenwartsliteratur gehört: die Umkehrung des Klischees vom „edlen Wilden“. Die Indigenen sind urban, technisch, gebildet („J’ai la télé moi aussi, et je regarde la météo“, sagt Black Bear Lamontagne), und doch tragen sie eine mythische Weltdeutung, die der Roman gegen die Rationalität der Weißen ausspielt: „Vous ne croyez pas en ce qui est invisible.“
Die Mythologie des Doppelschlangen-Wesens („Serpent Cosmique“) stammt aus Jeremy Narbys Studie Le serpent cosmique (1995), der Ayahuasca-Rituale mit der Doppelhelix der DNA verbindet; die Widmung nennt Narby ausdrücklich. Dantec überträgt diese Theorie auf den Norden: Der Falke aus der Huronen-Mythologie wird zum Boten, die Territorien der First Nations sind rechtlich dem Zugriff der Provinzpolizei entzogen und bieten damit Schutz. Der indigene Raum ist hier ein Fluchtraum im doppelten Sinn, juristisch und visionär.
Die Konstruktion ist zugleich problematisch. Sie bedient eine europäische Sehnsucht nach schamanischem Wissen und eignet sich indigene Vorstellungen als Quelle für eine posthumane Biologie an. Der Roman ist sich dieser Gefahr bewusst. Toorop reagiert ironisch („Indiens new-look“), verweigert „la première religion en kit venue“ und verlangt „des preuves“. Doch am Ende gibt er der Prophezeiung recht („un guerrier solitaire viendra de nulle part pour ramener l’Envoyée“), und der Erzähler schlägt sich damit auf die Seite des Mythos. Die Gegenstimme bleibt Beigabe, nicht Gegengewicht.
Medien-Amerika: Pop, Fernsehen und die Verdopplung der Wirklichkeit
Das populäre Amerika ist im Roman allgegenwärtig, und zwar durchgängig als Verfügungsmasse für Figuren in der Krise. Marie Zorn flieht in Star TV und 90210 Beverly Hills, um zu vergessen. Rebecca sieht Mannix. Die Männer schauen Baseball (die Expos gegen Cleveland, gegen Florida) und deuten das Spiel als Schlacht („Waterloo, bataille des Plaines d’Abraham“). Der Hacker Unix baut Roboter, die kopulieren und sich suizidieren; ein Engel tritt als Elvis, später als Kim Novak mit Modesty Blaise auf, und Marie Zorns Traumbotschaft kommt aus einem Fernseher, in dem Judy Garland zu Marie wird (Kap. 41).
Diese Dichte erfüllt drei Funktionen. Erstens ist sie Zeitkolorit: Die Figuren leben in einer Welt, in der Popkultur das gemeinsame Gedächtnis ist. Zweitens schafft sie eine Brücke zur Theorie, denn Baudrillards Simulakrum und Haraways Cyborg setzen eine Welt voraus, in der Bilder, Körper und Maschinen ununterscheidbar werden. Drittens ist sie ein Gegenstück zur Rolle der Bücher in der Eingangssequenz: Toorop liest Sun Tzu, Clausewitz und Lawrence, das alte Europa der Militärtheorie. In Nordamerika dagegen liest er Dantziks Science-Fiction-Roman und sieht fern. Der Kulturwechsel ist auch ein Medienwechsel vom Buch zur Bildröhre, und der Roman findet für ihn ein eigenes Bild: Die Bibliothek ist Waffe, das Fernsehen ist Seher.
Gattungen als importierte Waren
Ein Roman, der Amerika erkundet, tut dies durch Gattungen, die amerikanischen Ursprungs oder amerikanisch vermittelt sind. Babylon Babies führt sie nacheinander vor, vermischt sie und lässt sie sich gegenseitig kommentieren.
Série noire und Neo-Polar
Die Widmung dankt „à la Série noire“, in deren Reihe der Roman bei Gallimard erschien. Die Série noire war seit 1945 das französische Gefäß für den amerikanischen Hardboiled-Krimi (Chandler, Hammett, Cain), den Marcel Duhamel für ein französisches Publikum importierte. In den siebziger Jahren radikalisierte Jean-Patrick Manchette diese Form zum politischen „néo-polar“, mit nüchternem Stil, Sozialkritik und kühl kalkulierter Gewalt. Dantec schreibt in dieser Tradition: kurze Szenen, Jargon („gonzesse“, „mec“, „flingue“), Actionmomente, korrupte Offiziere, Gangster mit Hochglanzmanieren. Die Pointe ist, dass die Form, die einst Amerika nach Frankreich brachte, jetzt nach Amerika zurückkehrt. Der Roman führt den französischen Krimi in seinen Herkunftsraum zurück und zeigt dabei, dass dieser Raum sich verändert hat.
Cyberpunk
Die Schicht, die am meisten ins Auge fällt, ist die des Cyberpunk. Gibsons Neuromancer (1984) lieferte das Modell: Hacker, künstliche Intelligenz, Konzerne und Mafias, Körperumbau. Dantec nimmt es auf (Neuromatrix, Hacker-Kollektive, Cyborg-Tattoos, Interface-Rituale) und übersetzt es in eine französische Begrifflichkeit. Die KI Joe-Jane ist keine kühle Rechenmaschine, sondern ein Kunstwesen mit Bewusstsein, das Emotionen lernt und am Ende als „maman“ der Zwillinge auftritt. Das Cyberpunk-Genre, das in den Vereinigten Staaten als Subkultur-Literatur der Achtziger Jahre entstand, wird hier mit Schamanismus, Psychiatrie und Mutterschaft verbunden. Die Widmung an Philip K. Dick und Norman Spinrad verweist auf die kritischere Linie der amerikanischen Science-Fiction: Dick, dessen Welten sich in Halluzinationen auflösen, und Spinrad, dessen Bug Jack Barron (1969) die Medienmacht der USA satirisch ausmalt. Dass Toorops Ari-Halluzinationen und die Doppelwelt der letzten Kapitel an Dick erinnern, liegt auf der Hand.
Söldner- und Kriegsroman
Die Eingangskapitel gehören einem anderen Typus an, dem Roman vom Söldner, der den Krieg als Handwerk begreift. Toorop schreibt sich in eine europäische Tradition ein, in der Krieg Lehre ist (Sun Tzu, Clausewitz, Liddell Hart, Guderian, Lawrence). Dass er diese Haltung nach Amerika trägt, schafft Spannung: Der Krieger ist ein Mann der Alten Welt, und das Amerika, das er findet, kennt keine Fronten, nur Netze und Ansteckung. Das Prinzip der Dispersion löst die Regel der Offensive ab.
Spionage- und Verschwörungsroman
Romanenkos Kriegsspiel MARS, die Listen, die Doppelspiele, die Agenten in Montréal, die abgehörten Leitungen gehören in die Tradition des Kalten-Kriegs-Romans (le Carré), die Dantec in die Zeit nach dem Kalten Krieg verlängert. Das GRU hat keinen Auftrag mehr, also handelt es mit Gorsky.
Western
Siehe oben: Eagle Davis, die Frontier-Metaphorik, der Einzelgänger Toorop, der am Ende die Prophezeiung erfüllt. Dass Toorop die Begegnung mit Marie Zorn „à fond John Ford“ spielt (Kap. 7), ist ein selbstironischer Fingerzeig.
Apokalypse und Genesis
Der Roman endet nicht mit einer Auflösung, sondern mit einer Genesis. Der Epilog schildert die Zwillinge als „explosif divin“, das den Menschen „aux musées d’archéologie“ verweist. Der Titel Babylon Babies verbindet die biblische Stadt der Sprachverwirrung und der Hure mit dem Motiv der Geburt. Montréal, die Stadt der Sprachen (Französisch, Englisch, Russisch, Holländisch, Joual, Hebräisch, Kantonesisch), ist ein Babel im Wortsinn, und die Geburt der Zwillinge ist das Ereignis, das die Sprachverwirrung nicht löst, sondern überschreitet.
Theorie auf Reisen: French Theory, Haraway und der Rückweg nach Europa
Jeder Teil des Romans trägt ein Motto aus Theorie und Philosophie: Sun Tzu, Deleuze und Guattari, Haraway, Popper, Nietzsche. Der Roman stellt sich damit in eine Wissenskultur, die ihrerseits einen transatlantischen Weg hinter sich hat. Deleuze und Guattari, Anfang der siebziger Jahre in Paris entstanden (L’Anti-Œdipe, 1972), wurden in den Vereinigten Staaten seit den achtziger Jahren als „French Theory“ aufgenommen, verbunden mit dem Poststrukturalismus insgesamt. Donna Haraways A Cyborg Manifesto (1985) las diese Denkfiguren im Kontext amerikanischer Militärtechnologie, der Reagan-Ära und der Frauenbewegung. Dantec liest nun Haraway im Original, widmet ihr den Roman („merci à Donna Haraway pour The Cyborg Manifesto“) und schreibt in Montréal, einer Stadt, die beide Sprachräume verbindet. Der Gedankenweg läuft also von Paris über die amerikanischen Universitäten und die Cyberpunk-Szene zurück nach Montréal und wieder in einen französischen Roman.
Das Motto des dritten Teils, Amerika on Ice, ist bezeichnenderweise von Haraway: „L’individualité est un problème de défense stratégique.“ Haraway analysiert dort, wie die Identität des Subjekts im Zeitalter der Waffen- und Informationssysteme zum Sicherheitsproblem wird. Im Roman antwortet darauf die Figur der Marie Zorn, deren multiple Persönlichkeiten (Victorina Tedeschini, Eagle Davis, Marie Curie, die Bostoner Studentin Jane Goldberg) als Verteidigungsarchitektur gegen die Verfolger arbeiten. Auch die Rede von der „synthèse disjonctive“ und der „déterritorialisation“ ist unmittelbar deleuzianisch, und die Schizophrenie, die Deleuze und Guattari als revolutionäres Potenzial des Kapitalismus betrachteten („le schizophrène se tient à la limite du capitalisme“, Motto des zweiten Teils), wird bei Dantec zur evolutionären Ressource.
Der Gedanke ist auch deshalb wichtig, weil er auf das Amerika-Bild zurückwirkt. Bei Deleuze und Guattari ist Amerika, namentlich in der Literatur (Kerouac, Miller), der Raum der „lignes de fuite“, der Fluchtlinien. Dantec nimmt das ernst: Marie Zorn flieht durch Québec, durch den Schlamm, durch den Wald, und ihre Flucht ist zugleich Ereignis und Metapher. Aber der Roman ist realistischer als seine Theoriebezüge. Die Fluchtlinie wird gejagt, sie endet im Koma, und was bleibt, ist die Nachkommenschaft.
Grenzen der Perspektive: Exotisierung, Register und Fokalisierung
Eine literaturwissenschaftliche Lektüre muss auch benennen, wo die Konstruktion Probleme aufwirft.
Erstens stützt sich das Bild auf Typisierungen. Der Araber Shadow, der „ange palestinien“, erscheint als erotisiertes Klischee, die Triaden- und Tong-Mitglieder tauchen als „Chinetoques“ auf, die „Indiens new-look“ bedienen Erwartungen an das Schamanische. Der Roman streut dabei Brechungen ein: Er lässt Figuren sprechen, deren Rassismus in der Rede bloßgestellt wird, wie bei Dowie und seinem Hass auf „youpins“ und „Babylone“, den Rebecca mit einer Drohung kontert. Doch viele Wendungen erscheinen im Erzählerbericht, in der erlebten Rede Toorops oder Gorskys, ohne Kontrapunkt. Hier verschwimmt die Grenze zwischen Fokalisierung und Autorenhaltung, und die Lektüre muss entscheiden, was als Charakterisierung und was als Stilfehler zählt.
Zweitens erzeugt das Nebeneinander der Register (Argot, Fachsprache, Mystik, Marketing) eine produktive, aber auch schwer zu steuernde Unruhe. Gorskys Rede ist technisch und vulgär zugleich, die Visionen der Marie Zorn schlagen in Wortreihungen und Majuskeln um, der Epilog ist ein einziger Satzbogen. Das Amerika-Bild entsteht aus dieser Mischung: Es ist laut, überfrachtet, markenbesessen, fragmentiert. Wo der Roman Amerika kritisiert (Sekten, Medien, Konsum), kritisiert er mit denselben Mitteln, die er ausstellt.
Drittens ist die Haltung zur Zukunft ambivalent. Darquandier verkündet, die Zwillinge seien „la plus grande menace qui ait jamais pesé sur l’homme“, und fügt hinzu, man müsse ihre Nachkommenschaft sichern, auch wenn zwei Drittel der Welt dem zum Opfer fielen. Der Roman schließt sich dem im Handlungsverlauf an: Toorop opfert seine Karriere, die Gruppe ihre Skrupel. Das ist eine Variante nietzscheanischen Denkens, die den Menschen als Übergang betrachtet. Amerika wird so zum Ort einer Genese, die das Ende der Menschheit zulässt. Eine kritische Lektüre darf fragen, ob der Roman die Einwände gegen diese Logik ernst genug nimmt, oder ob sie in der Figur Darquandiers nur als Pose erscheinen.
Ein Amerika, das sich dem Zugriff entzieht
Die Rezeptionsgeschichte bestätigt indirekt den Befund. Die Verfilmung von 2008 (Regie Mathieu Kassovitz, mit Vin Diesel) versetzte den Stoff in ein stärker amerikanisiertes Actionformat und löste sich von der Québec-Szenerie; weder der Autor noch der Regisseur waren mit dem Ergebnis zufrieden. Was im Roman Schwelle war, wurde im Film Ziel, und was im Text ein Netz aus Stimmen und Bildern war, wurde zum Handlungsstrang. Der Befund unterstreicht, wie sehr der Roman auf den Zwischenzustand angelegt ist: auf Montréal, auf die Sprachenmischung, auf die Ungleichzeitigkeit von Technik und Mythos.
Wer den Roman heute liest, mehr als ein Vierteljahrhundert nach seiner Entstehung, sieht eine gemischte Bilanz. Manches ist eingetreten oder weitergedacht worden: der Wettlauf privater Raumfahrtunternehmen, die gezielte Veränderung von Erbgut, die Rolle von Hackerkollektiven, extreme Wetter. Anderes ist ausgeblieben, etwa der Zerfall Russlands und Chinas oder die faktische Unabhängigkeit Québecs. Wichtiger als die Trefferquote ist die Art, wie der Roman Amerika denkt: als Raum, in dem Genres, Theorien, Gewalt und Technik ineinandergreifen, bevor etwas Neues daraus entsteht, das nicht mehr Amerika heißen kann.
Babylon Babies zeichnet ein Amerika, das aus europäischer Sicht, aus Genreerinnerung und aus Theorie zusammengesetzt ist und das zugleich genau beobachtet, was im Montréal der späten neunziger Jahre geschah. Die Vereinigten Staaten bleiben Horizont und Markt, Québec ist Labor, der Westen ist Bewegung. Die importierten Gattungen (Série noire, Cyberpunk, Western, Söldnerroman, Spionageroman) werden nicht vereinheitlicht, sondern gegeneinander geführt, und das Ergebnis ist ein Text, der seine eigene Herkunft vorführt. Der Teiltitel Amerika on Ice fasst das zusammen: ein Kontinent im Zustand der Verzögerung, in dem Ansteckung bevorsteht.
Dass der Roman am Ende nach Westen aufbricht, ist die konsequente Fortsetzung. Er nimmt Amerika als Station, nicht als Heimat, und verlegt das Neue in die Zeit nach dem Menschen. Ob man das als Sieg der Utopie oder als Kapitulation vor dem Mythos liest, ist eine Frage der Lektüre, die der Text offenlässt.
Literaturhinweise
Baudrillard, Jean. Amérique. Paris: Grasset, 1986.
Dantec, Maurice G. Babylon Babies. Paris: Gallimard, coll. „La Noire“, 1999.
Deleuze, Gilles, und Félix Guattari. L’Anti-Œdipe. Paris: Minuit, 1972.
Gibson, William. Neuromancer. New York: Ace, 1984.
Haraway, Donna. „A Manifesto for Cyborgs: Science, Technology, and Socialist Feminism in the 1980s.“ Socialist Review 15, Nr. 80 (1985): 65–107.
Kafka, Franz. Der Verschollene. Hg. von Max Brod u. d. T. Amerika. München: Kurt Wolff, 1927. Entstanden 1912 bis 1914.
Narby, Jeremy. Le serpent cosmique: L’ADN et les origines du savoir. Genf: Georg, 1995.
Spinrad, Norman. Bug Jack Barron. New York: Walker, 1969.
Turner, Frederick Jackson. „The Significance of the Frontier in American History.“ In Annual Report of the American Historical Association for the Year 1893, 199–227. Washington, DC: Government Printing Office, 1894.





