Leere Räume, volle Bilder: Vincenzo Latronicos Deutschlandromane im Vergleich

Résumé
Vincenzo Latronico erzählt in „Le perfezioni“ (2022), „La chiave di Berlino“ (2023) und „Una splendida rovina“ (2026) von Menschen, die nach Berlin kommen, um in einer Stadt voller Leerstellen ein Leben nach eigenem Entwurf zu führen. Ein Paar richtet eine Wohnung ein, die auf Fotos vollkommen aussieht und gerade deshalb unbewohnbar wird. Der Essay beschreibt aus eigener Erfahrung das Tempelhofer Feld, den Berliner Lockdown und die Entzauberung eines Mythos. Der jüngste Roman schickt seine Figuren in eine DDR-Ruine, unter deren Boden Schutt und Asbest liegen. Der Aufsatz liest die drei Bücher kontrastiv und folgt einer These: Die Leere, die diese Generation als Freiheit sucht, ist von der Geschichte geleert und vom Markt neu besetzt. Er entwickelt sie in sechs Schritten. Zuerst fragt er nach dem Verhältnis von Raum und Geschichte, dann nach dem Vorrang des Bildes vor dem gelebten Leben. Es folgen die unterschiedlichen Erzählhaltungen, nämlich der Imperfekt-Ton in der Nachfolge Perecs, die Konstellationen des jüngsten Romans in der Tradition Kunderas und die Absage an jede Teleologie in der Coda des Essays. Danach behandelt er Arbeit und Gemeinschaft. Das Deutschland dieser Romane ist ein Land, in dem Italiener eine Wohnung für 118 Euro pro Tag vermieten, weil sie selbst nicht darin leben können, und in einer DDR-Ruine ihre Freiheit suchen, unter deren Boden noch der Asbest liegt. Wer aus Italien kommt, um hier ein Leben nach eigenem Entwurf zu beginnen, findet keinen leeren Raum, sondern einen, den die Geschichte hinterlassen und der Markt längst wieder vermietet hat.

 

Das Versprechen der Leere und die Frage nach seinem Preis

Vincenzo Latronico, Le perfezioni (Bompiani, 2022), La chiave di Berlino (Einaudi, 2023), Una splendida rovina (Einaudi, 2026).

Der erste Absatz von Le perfezioni (LP) beschreibt kein Ereignis, sondern ein Foto. Sonnenlicht fällt durch ein Erkerfenster, färbt die Blätter einer Monstera smaragdgrün und spiegelt sich im honigfarbenen Dielenboden. Erst am Ende des Eingangskapitels stellt sich heraus, dass die Wohnung für 118 Euro pro Tag vermietet wird. La chiave di Berlino (CB) beginnt mit einer Fläche statt eines Zimmers, dem stillgelegten Flughafen Tempelhof, einem „unlogischen Park ohne Qualität“ 1, dessen Wortlaut an den italienischen Titel von Musils Roman erinnert, und mit der Behauptung, keine andere Stadt sei so voller Leere. Una splendida rovina (SR) eröffnet mit einem Vorbehalt gegen das Erzählen selbst: Es sei „fast alles fast wahr“ 2. Ein Bild, ein Raum, ein Vorbehalt: drei Anfänge, die auf denselben Gegenstand zulaufen, auf Menschen, die in Deutschland suchen, was ihre Herkunftsländer ihnen nicht gaben.

Die Bücher gehören zusammen, obwohl sie verschiedenen Gattungen angehören. Le perfezioni erzählt in der dritten Person von einem Paar als Typus, Una splendida rovina in der ersten Person auf autobiographischer Grundlage, La chiave di Berlino als Essay über das eigene Leben in der Stadt, den der Klappentext dennoch „Bildungsroman einer Generation“ nennt 3. Sie verweisen zudem aufeinander. La chiave di Berlino erwähnt in einem Satz das Landhaus an der Ostsee, das 2018 eine Kommune werden sollte und „natürlich eine Katastrophe“ wurde 4; Una splendida rovina erzählt diese Katastrophe in aller Breite; Le perfezioni entstand danach im Berliner Lockdown. Der Aufsatz vertritt die These, dass alle drei Bücher dieselbe Frage prüfen: Ist die Leere, die diese Generation als Freiheit erlebte, ein Ort ohne Geschichte oder ein von der Geschichte geleerter und vom Markt neu besetzter Raum? Er geht vom Raum über das Bild und die Erzählhaltung zu Arbeit und Gemeinschaft, vergleicht dann Anfänge und Schlüsse und endet mit einer Gesamtschau.

Ein Lebensstoff in drei Fassungen

Le perfezioni folgt Anna und Tom, zwei Freiberuflern in der Grafik- und Webbranche, die vor Jahren aus Südeuropa nach Berlin gezogen sind und in einem Altbau im Reuterkiez wohnen. Auf das Inseratsbild des Eingangskapitels („Presente“) folgt der lange Mittelteil im Imperfekt: das tägliche Zurückräumen der Wohnung in den Zustand der Fotos, ein Freundeskreis aus Zugezogenen, Vernissagen und Clubnächte, ein Sexualleben, das den Bildern der sozialen Medien nicht standhält, und im Winter 2015/16 der Einsatz im Flüchtlingslager auf dem Flugfeld Tempelhof. Im Abschnitt „Remoto“ brechen sie auf, erst in ein Hotel in Lissabon, dann in ein Haus bei Noto auf Sizilien, wo sie vier Monate bleiben. Im „Futuro“, das im Futur steht, erbt Anna eine Masseria im Süden Italiens; das Paar baut sie nach Berliner Geschmack um und eröffnet sie im Mai 2019. Was bleibt von einem Leben, das aus Bildern besteht, und warum erreicht das Paar nie den Zustand, den es so sorgfältig herstellt?

Una splendida rovina erzählt ein Ich, das auf die Jahre 2017 bis 2020 zurückblickt. Der Erzähler, Übersetzer und Schriftsteller in der Krise, bleibt in einem Kloster im Nordosten Frankreichs hängen und lernt dort Elsa kennen, eine deutsche Veranstaltungsorganisatorin. Nach einem Sommer im Südwesten des Landes setzen die Hausbesitzer sie vor die Tür. In Berlin versinken sie in Immobilienportalen, bis ihnen der Algorithmus die Videos eines Influencerpaars zuspielt, das in Mecklenburg-Vorpommern ein Herrenhaus saniert. Für 100.000 Euro kaufen sie von einem Händler namens Uwi eine ruinöse Villa mit vierzig Zimmern. Finn, ein Yogalehrer, stößt als Mitstreiter dazu, Linnéa, eine frühere Clubangestellte, zieht ins Dorf; es folgen Asbestverdacht, Hausschwamm und Streit ums Geld und um die Idee des Ortes. Im Juni 2020 zerbricht das Projekt an einem Geburtstagsfest und an einer Nacht, in der sich ein Vorwurf nachträglich bewahrheitet. Wer erzählt hier, und nach welchem Maß darf man seiner Version trauen?

La chiave di Berlino gliedert sich in fünf Kapitel und eine Coda. „Una specie di vacanza“ handelt von Tempelhof und von der Entscheidung des Vierundzwanzigjährigen, 2009 nach Berlin zu ziehen; „Manuale per scrivere lettere d’addio“ folgt dem Landwehrkanal und den Berlin-Texten von Franz Hessel und Christopher Isherwood; „La ricerca del meraviglioso“ gilt Raves, Drogen und Sexpartys; „L’astronave e la zattera“ dem Kunstbetrieb, in dem der Autor als Kritiker sein Auskommen fand; „L’ordine regna a Berlino“ der Rückkehr im Lockdown, 185 Wohnungsbewerbungen und der Gentrifizierung. Die Coda vom 25. April 2023 hält ein Gespräch mit der Therapeutin Jutta fest und endet beim Berliner Schlüssel. Das Buch fragt, warum der Autor kam, warum er blieb und ob es einen Ort gibt, dem man angehört, statt ihn zu bewohnen.

Zusammen erzählen die Bücher einen Stoff, den La chiave di Berlino selbst benennt. Die Figuren von Le perfezioni, schreibt Latronico, „suchen diese Geschichte in Lissabon, auf Sizilien, auf dem italienischen Land“ 5, und er selbst habe sie in anderen Städten und auf anderem Land gesucht, bis ihn ein Motorschaden in Berlin festhielt. Wie wird aus Leere ein Wohnort, und wer darf von einem Leben erzählen, das sich selbst nicht durchschaut?

Raum, den die Geschichte leer geräumt hat

In allen drei Büchern ist der Raum zuerst ein Versprechen, und in allen dreien kehrt Tempelhof wieder. Anna und Tom sehen in dem stillgelegten Flughafen, den ihre Stadt statt eines Parks „Freiheit“ nennt, „fünf Quadratkilometer reines Potenzial“ 6 und spüren bei jedem Besuch einen Schwindel. Der Autor von La chiave di Berlino beschreibt, wie die Sonne über den Landebahnen untergeht wie über einem Meer, und gesteht, dass er in der Stadt gesucht hat, was am Rand dieses Feldes sichtbar wird: „ich suchte die Leere“ 7. Der Roman fasst die Mechanik dieser Sehnsucht in einem Satz. Nach den kollektiven Umbrüchen des Jahrhunderts hätten sich deren Spuren in die Initiative des Einzelnen übersetzt, das heißt in Konsum: „Aus Freiheit war Überfluss geworden.“ 8

Dass diese Leere gemacht wurde, weiß der Roman und lässt es seine Figuren nicht wissen. „Freilich war dieser Raum von der Geschichte leer geräumt worden“ 9, heißt es, und Anna und Tom hätten es gewusst, wenn sie gefragt hätten; sie fragen nicht. Dass der Unterschied zwischen Alt- und Neubau in den Wohnungsanzeigen die Bombennächte bezeichnet, ist ihnen nie in den Sinn gekommen. Ein Jahr später liefert La chiave di Berlino die ausdrückliche Fassung des Satzes: „Selbstverständlich war der Raum in Berlin leer, weil die Geschichte ihn geleert hatte.“ 10 Das Buch buchstabiert, was der Roman nur andeutet: den Terminal, den Ernst Sagebiel nach der Theorie vom Ruinenwert entwarf, damit er in Jahrtausenden würdige Ruinen hinterlasse, den Betonzylinder, der prüfen sollte, ob der Boden einen Triumphbogen trüge, die Luftbrücke von 1948 und die Rosinenbomber. Die ironische Distanz des Romans wird im Essay zur These, und der Autor nimmt sich nicht aus: „wir lasen die Spuren der Geschichte nicht“ 11.

Wie die Geschichte in die Wohnräume zurückkehrt, führt Le perfezioni an einer Szene vor. Im Sommer 2015 lesen Anna und Tom täglich von Schiffbrüchen im Mittelmeer; dann erscheint das Foto eines toten Kindes am Strand, und als bekannt wird, dass in Tempelhof ein Aufnahmezentrum entsteht, füllen sich die Postfächer ihres Freundeskreises mit Spendenaufrufen. Sie machen ihre Wohnung zur Sammelstelle und gehen schließlich selbst ins Lager. Dort „taten sie sich schwer, ihre Anwesenheit zu rechtfertigen“ 12. Aktivisten für bezahlbaren Wohnraum postieren sich täglich vor dem Gelände, weil sie in dem Lager den ersten Schritt zu neuer Spekulation auf dem Feld sehen; eine Künstlerin hat für das deutsche Publikum einen VR-Film über Flucht gedreht. Mit den Schneefällen im Februar versandet der Einsatz. Die Szene verspottet das Paar nicht. Sie zeigt, dass der Raum, in dem es sich Freiheit verspricht, Funktionen hat, die mit seinen Wünschen nichts zu tun haben. La chiave di Berlino hält dazu knapp fest, dass auf dem Feld ein Lager für Geflüchtete eingerichtet wurde, und geht weiter.

Una splendida rovina verlegt dieselbe Logik aufs Land. „Nördlich von Berlin leert sich Deutschland.“ 13 Die Ruine, die der Erzähler und Elsa kaufen, ist ein Produkt dieser Entleerung, und ihr Wort kehrt aus Tempelhof zurück, wo der Terminal auf Ruinenwert hin gebaut wurde. Kurt, der Dorfbewohner, erzählt, die Ostseeappartements seiner Kindheit gehörten heute „Zahnärzten aus dem Westen“ 14. Und der Verkäufer Uwi, in der DDR aufgewachsen, Kleinhändler und „halb Flacherdler, halb Indiana Jones“ 15, sucht nach dem Bernsteinzimmer, das im Krieg abgebaut und nie wieder gesehen wurde. Das Haus selbst bewahrt, was verdrängt wurde. Zu DDR-Zeiten kollektiv genutzt, trug es im Garten Baracken, die Uwi abreißen und vergraben ließ; die Wölbung im Rasen, die dem Paar idyllisch erschien, entpuppt sich als Geschwulst aus giftigem Schutt. Ob Asbest darin liegt, bleibt offen: „Doch praktisch gab es keine Kamera.“ 16 Finn rät zum Schweigen: „Wecke das Etwas nicht, das schläft.“ 17 Die Geschichte kehrt also nicht als Erinnerung zurück, sondern als Baugrund und als Hausschwamm, und die Figuren behandeln beide, wie sie die Geschichte immer behandelt haben, mit Vermeidung.

Das Bild geht dem Leben voraus

Le perfezioni beginnt, bevor es mit Anna und Tom beginnt, mit einer Bildserie. Der Erzähler beschreibt Fotos einer Wohnung, Küche, Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Bad, Schlafzimmer, von der Monstera bis zum Röhrenverstärker, und hält fest, das Leben, das diese Bilder versprächen, sei „klar und gesammelt, leicht“ 18. Danach rechnet er nach, was dieses Leben kostet: 118 Euro pro Tag, dazu die Reinigungskraft aus der Ukraine, bezahlt über eine französische Plattform mit Steuersitz in Irland, die Provision einer kalifornischen Mietplattform mit Sitz in den Niederlanden, ein Zahlungsdienst aus Seattle mit Tochter in Luxemburg. Das Bild erscheint als Ware, und die Kette der Zwischenhändler ist länger als das Zimmer. Das zweite Kapitel hebt mit einem Satz an, der die Verabredung aufkündigt: „Nicht immer war die Wirklichkeit den Bildern treu.“ 19

Die Wirklichkeit gegen das Bild zu verteidigen, ist Annas und Toms tägliche Arbeit. Morgens setzen sie die Wohnung „mühsam auf die Werkseinstellungen zurück“ 20, mittags ist die Ordnung wieder zerfallen. Vor jeder Reise, wenn sie die Wohnung untervermieten, steigert sich das Verfahren zum nächtlichen Ritual: Rechnungen und gebrauchte Kleidung verschwinden in Kisten, am Ende gehen beide durch die leeren Räume im violetten Morgenlicht. Für ein paar wunderbare Sekunden sehen sie die Wohnung so, wie sie sie wollen, „vollkommen deckungsgleich mit ihren Bildern“ 21. Das Ideal besteht nicht darin, in einem schönen Raum zu leben, sondern in einem Raum, der dem Foto gleicht, und das Foto haben sie selbst geliefert.

Dass beide beruflich Bilder herstellen, macht die Verflechtung aus. Anna und Tom sind „Kreative“, und was sie schaffen, sind Unterschiede 22: Webseiten und Schriftbilder, die „eine einzigartige Position in einem System von Unterschieden“ 23 bezeichnen sollen und dabei auf Stockholmer Landingpages, Brooklyner Speisekarten und Londoner Modemagazinen dieselbe Petrol-Puder-Ästhetik wiederholen. Sie leben in den Bildern, die sie verkaufen, und verkaufen die Bilder, in denen sie leben. Auf Reisen suchen sie das Gegenteil, das Unvermittelte, und treffen in Lissabon auf ein Hotel für digitale Nomaden, dessen Werbematerial sie selbst entworfen haben: „In Lissabon langweilten sich Anna und Tom.“ 24 Alles ist anders, „und doch war irgendwie alles gleich“ 25. Auf Sizilien sammeln ihre Fotos weiter Likes, doch zum ersten Mal ohne Schuldgefühl sehen sie diese an: „Nun kamen ihnen diese Bilder wie ein Betrug vor.“ 26

Una splendida rovina führt den Mechanismus aus der Sicht dessen fort, der in den Bildern gelandet ist. Der Erzähler stößt auf das Ruinenprojekt über Empfehlungen der Algorithmen, die seine Suche ablesen, und über die Videos eines Influencerpaars, dessen grünes Herrenhaus er für eine Antwort auf sein Leben hält. Später betrachtet er die Fotos der eigenen Baustelle, die wie die eines verzauberten Lebensabschnitts aussehen, und stellt fest: „Von innen war es trostlos.“ 27 Er erkennt, dass Backöfen, Hunde und petrolfarbene Werkzeuge seiner Bilder einem Genre angehören, das auf den Profilen von Paaren entstanden ist, die in der Bretagne, im Piemont oder in Schottland eine „prachtvolle Ruine“ erwerben, und fragt, ob schon sein Wunsch, eine zu kaufen, Nachahmung war: „Waren es wirklich meine Wünsche?“ 28 Das ist mimetisches Begehren im Sinne René Girards, ohne dass der Erzähler den Begriff braucht. Beim Betrachten der Fotos sagt er sich: „So perfekt war alles“ 29. Das Wort steht, in anderer Betonung, am Ende von Le perfezioni.

La chiave di Berlino liefert die Theorie dazu. Das Bild beglaubigt, dass ein Stück Wirklichkeit einzigartig ist: „das Bild bescheinigt, dass dieses Stück Wirklichkeit einzigartig, besonders ist“ 30, während die Wirklichkeit selbst überall ist. Echtheit wird beglaubigt, indem man eine Geschichte erzählt: Dieser Wein ist handgemacht, in diesem Viertel haben Künstler Fabriken besetzt, in dieser Stadt stand die Mauer. Damit kehrt die Geschichte als Verkaufsargument zurück, und es ist dieselbe Geschichte, die Berlin dem Neuankömmling 2009 erzählt hat. Was bei dieser Beglaubigung verloren geht, nennt Latronico das Geheimnis. Als Kind brachte eine Mitschülerin Kleidung aus London mit, die niemand sonst besaß; diese Knappheit hat das Netz beseitigt, „die Digitalisierung unseres Lebens ist ein Prozess der Entzauberung“ 31. Le perfezioni und Una splendida rovina sind die erzählte Seite dieser These. Sie zeigen ein Paar und einen Erzähler, die die Entzauberung spüren und sie mit noch besseren Bildern bekämpfen.

Erzählen als Erkenntnisform und als Selbstschutz

Die Erzählweisen unterscheiden sich so sehr wie die Gattungen. Le perfezioni spricht aus einer Distanz, die man soziologisch nennen könnte, in einem Ton, der Figuren und Leser mit demselben Seitenblick bedenkt. Die Teile sind nach Zeiten benannt: Präsens für das Inserat, Imperfekt für das Wiederkehrende, Passato remoto für die Reisen, in dessen Namen das „Remote Work“ der Nomaden mitschwingt, und Futur für das, was ohnehin geschehen wird. Das Imperfekt ist die Zeit des Gewohnten, das weder Anfang noch Ende hat, und zu ihm gehört, was Anna und Tom sich nicht eingestehen: „Sie schliefen schlecht und selten miteinander.“ 32 Der Roman zeigt, wie sie sich verfehlen, in der trockenen Genauigkeit eines Schlusses: Sie taten für Geld, was sie einst aus Leidenschaft taten, „das war ein Datum“, und daraus folgerten sie, sie hätten ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: „das war eine Deduktion“ 33. Das ist der Ton von Perecs Les choses, dem das Buch laut Danksagung seinen Anlass verdankt.

Una splendida rovina erzählt in der ersten Person von einem, der sich nicht traut. Schon die Vorrede nimmt dem Folgenden die Beweislast ab: Man könne das Wer, Wo, Wann und Was dokumentieren, „ohne je Gewissheit über das Warum zu erlangen“ 34, und dieselben Fakten ließen sich zu gegensätzlichen Geschichten ordnen, „wie verschiedene Sternbilder, an denselben Himmel gezeichnet“ 35. Er unterbricht sich: „Wenn dies ein Roman wäre, wäre jetzt der Moment, zu dramatisieren“ 36. Eine Szene, in der drei Männer in kalkverkrusteten Overalls arbeiten, während zwei in Leinenanzügen über Abstraktionen streiten, nennt er „in gewisser Hinsicht eine Fälschung“ 37. Wer sich selbst belüge, leugne kein sicheres Faktum, er „glättet eine Geschichte“ 38; dazu dient der Neckerwürfel, der beim längeren Hinsehen kippt. Als er fragt, ob die Pferde, die Elsa und er auf eine Koppel stellen, ein Warnzeichen oder ein Zeichen der Wiederannäherung waren, lautet die Frage daher: „Öffnet sich der Neckerwürfel nach rechts oder nach links?“ 39

La chiave di Berlino zeigt die dritte Haltung, die des Essays, der sich als persönlich ausgibt und am Ende gegen die eigene Form argumentiert. In der Coda räumt Latronico ein, dass jedes autobiographische Erzählen eine Teleologie einführt, die dem gelebten Leben fremd ist. Wir bilden nur die Äste ab, die später etwas hervorbrachten: „Was ohne Ergebnis bleibt, geht verloren.“ 40 Das Buch holt deshalb am Ende das Tagebuch nach, mit Wetter, Anrufen ins Leere und einer Therapiestunde, in der ihn eine Deutung ärgert. Beide Bücher berufen sich auf Milan Kundera. Una splendida rovina endet mit einem Zitat aus I testamenti traditi, wonach jeder Roman auf der Illusion beruhe, den anderen verstehen zu können. La chiave di Berlino bespricht in der Rave-Passage Kunderas Kapitel über die Diskothek, „Die Schuldlossprechbaren tanzen“ 41, das den Tanzenden als einen sieht, der nicht schuldig werden kann. Wer tanzt, ist unschuldig, wer erzählt, sucht einen Schuldigen: „Wir suchen eine Lehre, das heißt einen Schuldigen.“ 42

Handarbeit, Netzwerk und die Grenzen der gewählten Gemeinschaft

Die Bücher prüfen, ob Arbeit eine Gegenwelt zum Bild sein kann. In Le perfezioni bleibt sie Variation: Anna und Tom erfinden „minimale Variationen eines bekannten Schemas“ 43, verschieben Hilfslinien um Millimeter und spielen mit dem Gedanken, einen echten Beruf zu lernen, Tierarzt oder Käser auf dem Land. Una splendida rovina löst die Fantasie ein. Der Erzähler, „Akademiker und Kind von Akademikern“ 44, hat körperliche Arbeit als Missgeschick kennengelernt und entdeckt auf der Baustelle „das innige, tiefe Gefühl der Erfüllung“ 45, das ihm Übersetzungen und Vorträge nie gaben. Kurt, der Dorfbewohner, bringt ihm das Verputzen bei, und er lernt, dass man, was man sehen kann, auch machen kann: „Wer ein Wort lesen kann, kann es auch schreiben.“ 46 Es sind Erinnerungen, an denen er hängt, und doch war es ein Winter der Verzweiflung: „Es war ein hoffnungslos unglücklicher Winter.“ 47

Das Handwerk rettet das Projekt nicht, weil offen bleibt, wer es bestimmt. Elsa tritt als Auftraggeberin auf, Finn und der Erzähler arbeiten mit den Händen, und der Konflikt zeigt sich in Planungsfragen: hier Baumarkt, dort Versailles 48, wie der Erzähler die Gegenüberstellung nennt, die er nicht moralisieren will. Finn wirft Elsa „die Haltung einer Bürgerlichen aus dem Westen“ mit gläubiger Verehrung für Verträge vor 49. Die Klassenlinie, die zwischen Zugezogenen und Dorf verläuft, geht durch das Paar selbst. Le perfezioni löst die Konstellation an seinem Ende auf: Anna und Tom lassen ihre selbst entworfenen Möbel von einem Tischler vor Ort bauen. Das Entwerfen bleibt bei ihnen, das Bauen geht an andere, genau wie es Elsa in Una splendida rovina haben will.

Gemeinschaft wird in allen Büchern gewählt und ist gerade deshalb brüchig. Das Kloster, das Una splendida rovina als Muster dient, hat Regeln für ein Zusammensein ohne Zwang und einen Gründer, der dem Erzähler sagt: „Du sollst dich hier nicht zu Hause fühlen.“ 50 Das Projekt in Mecklenburg übernimmt das Modell und verliert es: „Anfangs war unser Vorbild ausdrücklich das Kloster, und doch hatten wir uns bei jedem Schritt immer weiter davon entfernt.“ 51 Finn geht, Linnéa, die den Garten bepflanzt, wird verbannt: „Seit diesem Tag wurde Linnéa nicht mehr in unseren Garten gelassen.“ 52 In Le perfezioni lösen sich die Berliner Freundschaften mit der Beiläufigkeit des Wegzugs: „Von Zeit zu Zeit verschwand jemand.“ 53 La chiave di Berlino nennt das Muster Netz statt Kollektiv: „wir sind eine erfundene Gemeinschaft“ 54, und er benennt seinen Mangel: „das Fehlen einer Gemeinschaft, der man angehört“ 55. Am 25. April, dem Tag der Befreiung in Italien, an dem in Berlin nichts geschieht, erscheint ihm, was Freunde dort geerbt statt gewählt haben, Sprache, Schule, Stadt, mit vierzig „schlicht wahr“ 56.

Vom fotografierten Zimmer zur Tür: Anfang und Schluss im Vergleich

Der Anfang von Le perfezioni ist ein Bild, das ein Preisschild trägt; der Schluss ist ein Text, der das Bild bestätigt. Anna erbt die Masseria, das Paar baut sie um und lässt sie von einer Freundin in symmetrischen Aufnahmen festhalten, die die abstrakte Schönheit von Renderings haben. Die ersten Gäste kommen im Mai 2019, und nach dem ersten Wochenende liegen drei Bewertungen mit fünf Sternen vor. Das letzte Wort des Romans ist die Story einer Influencerin: „Es ist wirklich alles perfekt. Es ist genau wie auf den Bildern.“ 57 Es gehört weder dem Erzähler noch den Figuren, sondern der Bildökonomie. Das Buch beginnt mit dem Zimmer, wie es sich dem Gast darstellt, und endet mit dem Gast, der bestätigt, dass die Darstellung stimmt. Im Futur ist kein Einwand mehr möglich, denn nichts ist geschehen, und doch hat der Leser gelernt, die Prophezeiung für wahrscheinlich zu halten: „Wie lange werden sie so weitermachen können? Theoretisch für immer.“ 58 Das Foto im Spiegelglas des Abflugterminals wird wiederholt: aus „zwei jungen Leuten, die aufbrechen“ werden „zwei Erwachsene auf dem Rückweg“ 59.

In Una splendida rovina sind Anfang und Schluss Behauptungen über das Erzählen. Der erste Absatz verspricht, es sei „fast alles fast wahr“, und räumt ein, dass die Faktenlage für das Warum nichts hergibt; der letzte Erzähltext lässt den Mann von einundvierzig Jahren auf den Sechsunddreißigjährigen blicken, der in seinem VW-Bus in einer Pannenbucht der Autobahn sitzt. Der Motor ist ausgefallen, der Abschleppwagen kommt zu spät, er raucht und trinkt ein Lübzer, ein Bier der Gegend, die nicht mehr seine ist. „Die Straße hinter ihm ist gesperrt“ 60, und doch: „Bald, viel früher, als er denkt, wird auch dies etwas sein, das ihm passiert ist.“ 61 Was als Panne beginnt, wird „auf seine Weise eine Art Abenteuer“ 62, dieselbe Selbstberuhigung, mit der er sein Leben in giro eingerichtet hatte. Wie Le perfezioni schließt Una splendida rovina im Futur: Die Zukunft der anderen Figuren, auch die der Ruine, die Elsa mit einem neuen Mann ausbaut, erzählt der Erzähler in dieser Form. Elsas Projekt wird „ein anderes sein, vernünftiger, teurer“ 63, mit Suiten auf Airbnb. Dem Text folgt ein Kundera-Zitat: „Alles Übrige ist Lüge.“ 64 Von „fast alles fast wahr“ zu „alles Übrige ist Lüge“ führt der Weg vom Grad zur Alternative, doch das Zitat steht außerhalb der Erzählerstimme und schließt die Rede ab, ohne sie zu beglaubigen.

La chiave di Berlino beginnt mit einer unabgeschickten E-Mail. An einem Vormittag im April 2009 sitzt der Vierundzwanzigjährige in einem Café an der Oberbaumbrücke, liest die Zusage für ein Stipendium in New York und schreibt eine Antwort, die er nie abschickt: „Die Mail habe ich nie abgeschickt.“ 65 Der Schluss kehrt das Verhältnis um. Der Berliner Schlüssel, eine Stange mit gleichem Bart an beiden Enden, die sich nur aus dem Schloss ziehen lässt, wenn man hinter sich abgeschlossen hat, ist „ein Schlüssel, der den Benutzer zwingt, die Tür hinter sich wieder zu schließen“ 66. Latronico sieht darin mehr als Bruno Latour, der darin eine in Material gegossene Norm erkannte: Der Schlüssel bleibt in der Tasche, man kann später oder nie zurückkehren, muss dann aber wieder zusperren, ein Schlüssel, „der dir erlaubt zurückzukehren, aber nicht zurückzublicken“ 67. Das antwortet auf die freudianische Therapeutin, die ihm vorhält, er halte die Tür nach Italien immer einen Spalt offen 68: Er will die Tür nicht verschließen, er will eine, die sich wieder öffnet.

Legt man die drei Anfänge und Schlüsse nebeneinander, zeigt sich eine Ordnung. Alle Bücher enden an einem Übergang: im Terminal vor einem Spiegel (Le perfezioni), in einer Pannenbucht (Una splendida rovina), an einer Wohnungstür (La chiave di Berlino). Alle enden mit einem Gegenstand, der etwas besiegelt, einer Rezension, einem Bier, einem Schlüssel, und alle fragen, ob man zurückkann. Le perfezioni antwortet mit einem Kreis, in dem die Rückkehr zum Verkauf der Rückkehr wird; Una splendida rovina mit einer gesperrten Straße und einem Abenteuer ohne Ziel; La chiave di Berlino mit einer Tür, die zusperrt und sich wieder öffnet. Die Anfänge geben den umgekehrten Gang: das Bild, das alles verspricht, die Behauptung, der man nicht trauen soll, die Mail, die niemand liest. In dieser Lektürefolge wandert der Ort der Leere von der Wohnung in die Rede und von der Rede auf die Schwelle.

Eine Heimat auf Widerruf: Gesamtschau und Ausblick

Latronico erzählt dreimal von derselben Erfahrung und legt sie jedes Mal auf eine andere Ebene. Le perfezioni verortet die Täuschung in der Wahrnehmung: Anna und Tom besitzen ihr Leben als Bild und sehen am Ende, dass Bild und Leben nicht mehr zu trennen sind. Una splendida rovina verortet sie im Erzählen: Der Erzähler weiß, dass seine Version eine unter vielen ist, und liefert trotzdem eine. La chiave di Berlino verortet sie im Wohnen: Der Autor bleibt in einer Stadt, die es in der Form, in der er sie wählte, nicht mehr gibt. Dass Berlin und Mecklenburg die Schauplätze sind, macht Deutschland zu einem Medium und nicht zu einem Gegenstand. Es ist der Ort, an dem man als Zugezogener ohne Kosten fremd bleiben kann, weil Raum, Zeit und Englisch das Leben tragen, und die Bücher erzählen, was diese Fremdheit gekostet hat: den Zugang zur Geschichte, die den Raum geleert hat, und zu der Gemeinschaft, die man mit anderen teilt, ohne sie ausgesucht zu haben.

Eine Gegenposition zum Bild gibt es in keinem der Bücher, jedenfalls keine, die hält. Das Land, die Arbeit der Hände, die Kommune: Jede dieser Alternativen wird in Bilder zurückübersetzt oder scheitert an dem, was unter ihr liegt. Als Elsa in Una splendida rovina die Ruine übernimmt, entsteht das Projekt, das Le perfezioni als Zukunft von Anna und Tom schreibt. Was im ersten Roman Ende ist, ist im dritten das Nachleben einer Figur, die der Erzähler nicht mehr begleitet. Latronico vermeidet es trotzdem, daraus eine Moral zu machen. Der Erzähler lernt, einen Stahlträger einzumauern und eine Treppe zu bauen, der Autor akzeptiert, dass er „sich auch gentrifiziert“ hat 69 und die Stadt hat, die ihm zugefallen ist: „Ich bin aus Wahl gekommen, aus Zufall geblieben.“ 70 Der Satz beschreibt die Haltung aller drei Bücher: Annahme des Zufalls ohne Verklärung.

Offen bleibt, ob sich aus dieser Erfahrung eine Erzählform entwickeln lässt, die mehr ist als Ironie, Beichte oder Essay. Die Bücher verweisen selbst auf eine Tradition, die von Hessel und Isherwood in den Zwanzigerjahren zu Anne-Laure Jaeglé und Kirsty Bell führt; eine vergleichende Studie könnte prüfen, wie diese Berlin-Literatur den Blick der Zugezogenen fortschreibt und kritisiert. Die Coda von La chiave di Berlino zeigt, wohin das führt: zum Wunsch nach einer Zugehörigkeit, die man nicht wählt. Im Bild des Berliner Schlüssels liegt die Pointe: Die Leere, die diese Generation suchte, war nie leer; Geschichte, Kapital und Wunsch beanspruchten dieselben Quadratmeter. Man kann sie nicht bewohnen, nur durch sie hindurchgehen, und die Tür fällt dabei hinter einem zu.

Reference / Zitiervorschlag
Nonnenmacher, Kai. "Leere Räume, volle Bilder: Vincenzo Latronicos Deutschlandromane im Vergleich." Rentrée littéraire: französische Literatur der Gegenwart. 2026. Accessed on Oktober 3, 2026 at 12:23. https://rentree.de/2026/10/03/leere-raeume-volle-bilder-vincenzo-latronicos-deutschlandromane-im-vergleich/.
Anmerkungen
  1. „un illogico parco senza qualità“, CB, Una specie di vacanza>>>
  2. „È quasi tutto quasi vero.“, SR>>>
  3. „il romanzo di formazione di una generazione“, CB, Klappentext>>>
  4. „naturalmente è stata una catastrofe“, CB, L’ordine regna a Berlino>>>
  5. „Cercano quella storia a Lisbona, in Sicilia, nella campagna italiana“, CB, L’ordine regna a Berlino>>>
  6. „cinque chilometri quadri di potenziale puro“, LP, Imperfetto>>>
  7. „cercavo il vuoto“, CB, Una specie di vacanza>>>
  8. „La libertà era diventata abbondanza.“, LP, Imperfetto>>>
  9. „Certo, quello spazio era stato svuotato dalla storia.“, LP, Imperfetto>>>
  10. „Ovviamente, a Berlino, lo spazio era vuoto perché era stato svuotato dalla storia.“, CB, Una specie di vacanza>>>
  11. „noi non leggevamo le tracce della storia“, CB, Una specie di vacanza>>>
  12. „Faticavano a giustificare la propria presenza.“, LP, Imperfetto>>>
  13. „A nord di Berlino la Germania si svuota.“, SR>>>
  14. „dentisti dell’Ovest“, SR>>>
  15. „metà terrapiattista, metà Indiana Jones“, SR>>>
  16. „Ma nella pratica la telecamera non c’era.“, SR>>>
  17. „Non svegliare il qualcosa che dorme.“, SR>>>
  18. „La vita promessa da queste immagini è tersa e concentrata, facile.“, LP, Presente>>>
  19. „Non sempre la realtà era fedele alle immagini.“, LP, Imperfetto>>>
  20. „riportando laboriosamente l’appartamento alle impostazioni di fabbrica“, LP, Imperfetto>>>
  21. „perfettamente sovrapponibile alle sue immagini“, LP, Imperfetto>>>
  22. „Quello che creavano erano differenze.“, LP, Imperfetto>>>
  23. „una posizione unica in un sistema di differenze“, LP, Imperfetto>>>
  24. „A Lisbona, Anna e Tom si annoiavano.“, LP, Remoto>>>
  25. „eppure, in qualche modo, era tutto uguale“, LP, Remoto>>>
  26. „Ora quelle immagini gli sembravano una truffa.“, LP, Remoto>>>
  27. „Dall’interno era desolante.“, SR>>>
  28. „Erano davvero desideri miei?“, SR>>>
  29. „Era tutto cosí perfetto“, SR>>>
  30. „l’immagine certifica che quel pezzo di realtà è unico, speciale“, CB, L’ordine regna a Berlino>>>
  31. „la digitalizzazione delle nostre vite è un processo di disincanto“, CB, L’ordine regna a Berlino>>>
  32. „Scopavano male e non spesso.“, LP, Imperfetto>>>
  33. „Questo era un dato. […] Questa era una deduzione.“, LP, Imperfetto>>>
  34. „senza mai arrivare a una certezza sul perché“, SR>>>
  35. „come costellazioni diverse disegnate nello stesso cielo“, SR>>>
  36. „se questo fosse un romanzo, sarebbe il momento di drammatizzare“, SR>>>
  37. „Questa scena, per certi versi, è un falso“, SR>>>
  38. „Stai levigando una storia“, SR>>>
  39. „Il cubo di Necker si sviluppa a destra o a sinistra?“, SR>>>
  40. „Ciò che è senza esito si perde.“, CB, Coda>>>
  41. „Gli incolpevolizzabili ballano“, CB, La ricerca del meraviglioso>>>
  42. „Cerchiamo una lezione, cioè un colpevole.“, SR>>>
  43. „variazioni minime di uno schema noto“, LP, Imperfetto>>>
  44. „Laureato figlio di laureati“, SR>>>
  45. „il senso di appagamento intimo e profondo“, SR>>>
  46. „Se sai leggere una parola puoi anche scriverla“, SR>>>
  47. „È stato un inverno disperatamente infelice.“, SR>>>
  48. „Bricocenter e Versailles“, SR>>>
  49. „un atteggiamento da borghese dell’Ovest“, SR>>>
  50. „You should not feel at home here“, SR>>>
  51. „eppure a ogni passo ce ne eravamo allontanati sempre di piú“, SR>>>
  52. „Da quel giorno Linnéa non è piú stata ammessa nel nostro giardino.“, SR>>>
  53. „Periodicamente qualcuno spariva.“, LP, Imperfetto>>>
  54. „siamo una comunità inventata“, CB, Coda>>>
  55. „la mancanza di una collettività a cui appartenere“, CB, Coda>>>
  56. „semplicemente vero“, CB, Coda>>>
  57. „È tutto davvero perfetto […] È proprio come nelle immagini.“, LP, Futuro>>>
  58. „Quanto a lungo potranno andare avanti così? In teoria per sempre.“, LP, Futuro>>>
  59. „due ragazzi che partono, due adulti al ritorno“, LP, Futuro>>>
  60. „la strada dietro di lui è chiusa“, SR>>>
  61. „Presto, molto prima di quanto immagina, anche questo diventerà qualcosa che gli è capitato.“, SR>>>
  62. „a modo suo è una specie di avventura“, SR>>>
  63. „Il loro progetto sarà diverso, piú ragionevole, piú caro“, SR>>>
  64. „Tutto il resto è menzogna.“, SR>>>
  65. „La mail non l’ho mandata mai.“, CB, Una specie di vacanza>>>
  66. „è una chiave che costringe chi la usa a richiudersi la porta alle spalle“, CB, Coda>>>
  67. „Questa chiave che ti permette di tornare ma non di guardarti indietro“, CB, Coda>>>
  68. „tengo la porta alle mie spalle sempre un po’ aperta“, CB, Coda>>>
  69. „mi sono gentrificato anche io“, CB, Coda>>>
  70. „ci sono arrivato per scelta, ci sono rimasto per caso“, CB, Coda>>>

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